Bei älteren Menschen, die nicht ausreichend Wasser trinken und Flüssigkeit aufnehmen, kann es zu einer Dehydration mit Exsikkose (Austrocknung) kommen. Bekanntlich erhöht die Exsikkose die Morbidität bei alten Menschen. Eine aktuelle Studie überprüfte, ob eine Dehydration mit Hilfe von Urintests (spezifisches Gewicht des Urins, Urinfarbe und Urin-Osmolarität) tatsächlich frühzeitig erkannt werden kann, wie bisher angenommen wird (1).

Die Autoren werteten die Ergebnisse von 313 Menschen (Alter > 65 Jahre) aus, die in den europäischen Studien DRIE (Dehydration Recognition In our Elders; living in long-term care) und NU-AGE (Dietary Strategies for Healthy Ageing in Europe; living in the community) teilgenommen hatten.

19% der DRIE-Studie-Teilnehmer und 22% der NU-AGE-Teilnehmer waren dehydriert (Serum-Osmolalität >300 mOsm/kg). Die angewendeten Urintests waren dabei zur Diagnose der Dehydration NICHT nützlich.

Fazit: Obwohl Urintests zum Dehydration-Screening bei älteren Menschen bisher empfohlen werden, ist deren diagnostische Genauigkeit sehr gering, um für diese Fragestellung eingesetzt zu werden.

Medknowledge-Anmerkung: Vermutlich hängt die Zuverlässigkeit der Urintests von einer normalen Nierenfunktion ab, welche bei älteren Menschen oft eingeschränkt ist. Zudem nehmen Ältere oft Medikamente ein, die mit der Nierenfunktion und Harnbildung korrelieren.

Mögliche Parameter für eine beginnende Exsikkose wären z.B.: Trockenheit der Haut (Hautturgor-Test übers Sternum), erhöhter Hämoglobin-Wert. Kardiovaskuläre Symptome wie Hypotonie und Tachykardie oder psychische Symptome treten oft erst bei fortgeschrittener Exsikkose auf.

1-Lee Hooper et al: Water-loss (intracellular) dehydration assessed using urinary tests: how well do they work? Diagnostic accuracy in older people. Am J Clin Nutr. 2016 May 25

 

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