Frei#  In der renommierten FAchzeitschrift NEJM ist am 18.07.2013 eine hervorragende Übersicht zur Therapie von Herpes-Zoster erschienen (1). Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen:

-Bei Fehlen von Herpes-Zoster-Impfung haben Menschen > 85 Jahre eine 50%-Risiko für Herpes-Zoster-Infektion

-Indikationen für eine antivirale Therapie der Patienten mit Herpes Zoster: Alter > 50 J; Mittlere bis starke Schmerzen; Schwerer Ausschlag; Gesicht- oder Augen-Beteiligung; andere Herpes-Zoster-Komplikationen; Immunsuppression

-Antivirale Medikamente beschleunigen zwar die Heilung der Herpes-Zoster-Läsionen, es ist aber nicht nachgewiesen, dass sie auch das Risiko für postherpetische Neuralgie reduzieren.

-Valacyclovir oder Famciclovir sollten Acylovir vorgezogen werden, da sie besser dosierbar und wirksamer seien.

-Herpes-Zoster-Patienten mit neuen Sehstörungen sollten umgehend einem Augenarzt vorgestellt werden.

-Herpes-Zoster-Impfung wird für Menschen > 60J, unabhängig von Herpes-Zoster-Anamnese, empfohlen. Die Impfung reduziere auch die Herpes-Zoster-Rezidive bei Menschen, die bereits eine Herpes-Zoster-Infektion bereits durchgemacht haben (Anmerkung: Bei immungesunden Menschen wäre eine Impfung aufgrund der Eigenimmunität erst 3-Jahre nach Herpes-Zoster-Infektion sinnvoll).

-Kortison: Den Einsatz von Glukokortikoiden für unkomplizierte Herpes-Zoster-Infektion ist umstritten. Prednison wird zur Therapie von bestimmten ZNS-Herpes-Zoster-Komplikationen wie Fazialis-Parese (Gesichtslähmung; Bells Palsy) oder Vaskulopathie bei nicht immunsupprimierten Patienten eingesetzt. 

1-Cohen: Herpes Zoster. N Engl J Med 2013; 369:255-263  

2-Impfstoff Zostavax®: Impfung gegen Gürtelrose (Herpes Zoster), 2009 

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