Kuba erlebte in den letzten Jahrzehnten immer wieder wirtschaftliche Krisen, zuletzt bis Mitte der 90er Jahre infolge des Zusammenbruchs der Sowjet-Union und damit der ausbleibenden Energie-Lieferungen. Das führte dazu, dass die Lebensmittel- und Benzin rationiert wurden. Die Menschen haben weniger gegessen, und waren viel zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs.

 

 

Inzwischen hat sich die kubanische Wirtschaft (auch Dank Venezuela, das die Stelle von Sowjet Union teilweise eingenommen hat) sich davon erholt, welches sich auf das Essverhalten und Mobilität der Bevölkerung sofort wirkte. Eine interessante Studie in der Fachzeitschrift BMJ untersuchte die Auswirkungen dieser Veränderungen auf das Risiko für Diabetes und kardiovaskuläre Krankheiten der kubanischen Bevölkerung.

Bis zu 1995 kam es zu einem Gewichtsabnahme von 5,5kg. Nach 1995 setzte der gegenteilige Trend mit Gewichtszunahme ein, und 2010 wurde das Gewichts-Status vor der Krise sogar deutlich übertroffen. Die Gewichtszunahme der letzten Jahre ging mit einer Zunahme der Diabetes-Inzidenz um 140%; Diabetes-Mortalität stieg um 49%. Auch die kardiovaskuläre Mortalität nahm zu.

Medknowledge-Anmerkung: Es sind erschütternde Ergebnisse, weil die Bevölkerung in Kuba teilweise hungern musste, und sich ständig in Bewegung befand, nahm deren Diabetes- und Herzinfarkt-Risiko ab. Das Kunststück ist, die Bevölkerung von den Vorteilen einer gesunden Ernährung und Bewegung zu überzeugen, ohne eine wirtschaftlich erzwungene Lebensmittel-Rationierung einführen zu müssen.

Wenn uns die Ergebnisse aus Kuba weit weg vorkommen, so weit weg ist Europa von solchen wirtschaftlichen Krisen mit Auswirkungen auf den Gesundheitszustand nicht. Im Rahmen der derzeitigen Eurokrise stieg in Griechenland die Anzahl der Menschen in großer Armut rapide an, die tagtäglich an Müllcontainern nach Essensresten suchen.

 

  1. Franco M et al. Population-wide weight loss and regain in relation to diabetes burden and cardiovascular mortality in Cuba 1980-2010: Repeated cross sectional surveys and ecological comparison of secular trends. BMJ 2013 Apr 9; 346:f1515.
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