Frei#  Bei Gastrointestinalen Blutungen werden zu Beginn Gastroskopie/Koloskopie eingesetzt, um die Blutungsquelle zu lokalisieren. Eine aktuelle Studie (1) untersuchte den Stellenwert der frühen Kapsel-Endoskopie bei gastrointestinalen Blutungen unklarer Lokalisation und Genese.

Insgesamt 260 Patienten (144 stationär, 116 ambulant) mit gastrointestinalen Blutungen waren in die Studie involviert, bei denen eine Gastroskopie und Koloskopie keine Klärung bringen konnte. Die stationären Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt, je nachdem ob sie die Kapselendoskopie in den ersten 3 Tagen nach Aufnahme wegen Blutung, oder nach 3 Tagen erhalten hatten.

Akute Blutung und/oder Angiodysplasien wurden bei 44% der Patienten in der Früh-Kapselendoskopie-Gruppe (<3-Tage) und bei 27.8% in der Spät-Kapselendoskopie-Gruppe (<3-Tage) versus bei 25.8% in der ambulanten Patienten-Gruppe festgestellt.

Therapeutische Interventionen erfolgten bei 18.9% der Patienten in der Früh-Kapselendoskopie-Gruppe und bei 7,4% in der Spät-Kapselendoskopie-Gruppe versus bei 10.3 % in der ambulanten Gruppe. Die diagnostische Ausbeute und die Häufigkeit der therapeutischen Eingriffe waren in der Spät-Gruppe und der ambulanten Gruppe ähnlich. Krankenhaus-Verweildauer war für stationäre Patienten in der frühen Kapselendoskopie-Gruppe kürzer (6 vs. 10 Tage).

Fazit: Die Autoren schlussfolgern, dass die frühe Kapselendoskopie bei Patienten mit gastrointestinalen Blutungen, bei denen eine Gastroskopie und Koloskopie keine Klärung bringen konnte, zu einer hohen diagnostischen Ausbeute und häufigeren therapeutischen Eingriffen führt. Also Kapselendoskopie ist bei Patienten mit unklarer gastrointestinaler Blutung dann effektiv, wenn sie frühzeitig (<Tage) eingesetzt wird.

 

  1. Singh A et al. Timing of video capsule endoscopy relative to overt obscure GI bleeding: Implications from a retrospective study. Gastrointest Endosc 2013 May; 77:761.
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