Frei#  Eine aktuelle Studie (1) verglich die Effektivität von Schlauchmagen-Operation mit Magen-Bypass und regulierbarem Magenband bei der Behandlung der krankhaften Adipositas (Medknowledge-Anmerkung: Mit krankhafter Adipositas ist in der Studie vermutlich sogenannte morbide Superadipositas mit BMI über 50 gemeint).

Die Ergebnisse zeigten, dass Schlauchmagen-Operation eine Zwischenstellung zwischen Magenbypass und Magenband einnimmt: weniger Komplikationen aber auch weniger wirksam als Magenbypass; deutlich wirksamer als Magenband aber dafür mit mehr Komplikationen. Die Autoren plädieren für mehr Schlauchmagen-Operationen bei dieser Patientenpopulation.

Ausführliche Daten zur aktuellen Studie (1)

Ziel der Untersuchung ist es die Effektivität der Schlauchmagen-Operation (sleeve gastrectomy; SG), der laparoskopischen Anlage eines Magen-Bypass (Roux-Y-gastric -bypass; RYGB) und des laparoskopisch angelegten regulierbaren Magenbandes (laparoscopic adjustable gastric banding; LAGB) zu vergleichen.

Die Schlauchmagenbildung erfolgt minimalinvasiv, wobei der Magen bis hin zum Oesophagus vom Omentum majus und den Verbindungen zur Milz getrennt wird. Anschließend wird entlang der kleinen Magenkurvatur durch eine longitudinale Magenresektion das Magenvolumen um bis zu 90% reduziert.

Unter Berufung auf publizierte Studien hatten sich Kostenträger zurückhaltend gegenüber der routinemäßigen Übernahme der Kosten bei der Schlauchmagenoperation zur Behandlung der krankhaften Adipositas verhalten.

Unter Verwendung von extern geprüften, landesweit erhobenen Klinischen Daten wurden 2949 Patienten, welche eine SG erhalten hatten mit ebenso vielen Patienten welche eine RYGB bzw. LAGB anhand 23 Baseline-Charakteristika verglichen. Die bewerteten Ergebnisse stellten Komplikationen innerhalb von 30 Tagen, Gewichtsverlust, Lebensqualität und Besserung der Komorbidität ein, zwei und drei Jahre nach dem Eingriff dar. Die Patienten wurden entsprechend der Art des Eingriffs in drei Gruppen eingeteilt, welche ausgewogen in den Ausgangscharakteristika waren. Die Rate der Komplikationen der SG (6,3%) war niedriger als die des RYGB (10%; p<0,0001) aber höher als bei der LAGB (2,4%; p<0,0001). Die Rate schwerer Komplikationen war bei SG (2,4%) und RYGB (2,5%; p=0,736) gleich hoch, jedoch höher als bei der LAGB (1%; p<0,0001). Der Verlust an Körpergewicht nach einem Jahr war bei der SG 13% niedriger (60%) als bei der RYGB (69%, p<0,0001), jedoch für die SG 77% höher als für die LAGB (34%, p<0,0001). Auch in Bezug auf die Reduzierung der Adipositas-assoziierten Nebenerkrankungen war die SG eher vergleichbar der RYGB als der LAGB.

Fazit: Mit mehr Gewichtsverlust als bei der Magenband-Operation (LABP) und weniger Komplikationen als bei der Magen-Bypass Operation (RYGB) ist die Schlauchmagen-Operation (SG) eine angemessene Methode zur Behandlung der krankhaften Adipositas und sollte sowohl von gesetzlichen als auch privaten Kostenträgern gedeckt werden.

1-Carlin AM et al. The comparative effectiveness of sleeve gastrectomy, gastric bypass, and adjustable gastric banding procedures for the treatment of morbid obesity. Ann Surg 2013 May; 257:791.

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