Frei#  ktuelle Studie (1): Komorbiditäten beeinflussen das Risiko für nichtvarizische obere gastrointestinale Blutungen. Mit Komorbiditäten meint man schwere Begleitkrankheiten wie Herzinfarkt, Herzinsuffienz, Schlaganfall, Krebskrankheiten, Nieren- und Leber-Funktionsstörungen usw. In der Studie wurde die bekannte Charlson-Komorbidäts-Index zur Messung der Komorbiditäten:

Die Inzidenz einer oberen gastrointenstinalen Blutung (OGB) konnte nicht reduziert werden, trotz der abnehmenden Inzidenz der peptischen Ulzera, der Strategien, um Helicobacter Pylori Infektionen zu eradizieren und trotz der Prophylaxe gegen Ulzerationen durch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Andere Faktoren könnten deshalb in die Pathogenese der oberen gastrointestinalen Blutung involviert sein. Die Patienten mit OGB hatten vermehrte nicht-gastrointestinale Komorbiditäten, so dass in dieser Studie untersucht werden sollte, ob die Komorbidität selbst das Risiko für eine OGB erhöht.

Es wurde eine gematchte Fall-Kontrollstudie durchgeführt. Es wurden dazu verknüpfte primäre und sekundäre Pflegedaten, die zwischen dem 1. April 1997 und dem 31. August 2010 gesammelt wurden, verwendet. Die Patienten, die älter als 15 Jahre waren und keine OGB durch Varizen hatten (n=16 355), wurden auf fünf Kontrollen gematcht für Alter, Geschlecht, Jahr und Praxis (n=81 636). Alle vorhandenen Risikofaktoren für eine OGB wurden herausgenommen und mit Hilfe einer konditionalen logistischen Regression angepasst. Angepasste Assoziationen mit nichtgastrointestinalen Komorbiditäten, die mit dem Charlson Index definiert wurden, wurden dann getestet und die sequentiellen anteiligen Populationsfraktionen berechnet.

Die Komorbiditäten hatten eine stark gestaffelte Assoziation mit einer OGB; das angepasste Odds Ratio für eine einzelne Komorbidität war 1,43 (95% Konfidenzintervall [KI]: 1,35 bis 1,52) und für multiple oder schwere Komorbiditäten war es 2,26 (95% KI: 2,14% bis 2,38%). Die zusätzliche anteilige Populationsfraktion für die Komorbidität (19,8%; 95% KI: 18,4% bis 21,2%) war erheblich größer als die für jeglichen anderen gemessenen Risikofaktor, Aspririn- oder NSAR-Gebrauch (respektive 3,0% und 3,1%) eingeschlossen.

FAZIT: Eine nichtgastrointestinale Komorbidität ist ein unabhängiger Risikofaktor für eine obere gastrointestinale Blutung und führt zu einem größeren Anteil von Patienten mit Blutung in der Bevölkerung als irgendein anderer der bekannten Risikofaktoren. Diese Ergebnisse könnten bei der Beurteilung der möglichen Gründe für eine obere gastrointestinalen Blutung helfen und könnten auch erklären, warum die Inzidenz der gastrointestinalen Blutung in einer alternden Bevölkerung weiter hoch bleibt. Komorbiditäten beeinflussen das Risiko für nichtvarizische obere gastrointestinale Blutungen.

1-Crooks CJ et al. Comorbidities affect risk of nonvariceal upper gastrointestinal bleeding. Gastroenterology 2013 Jun; 144:1384

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