Frei#  Hintergrund: Die Symptomatik von Patienten mit nicht-zöliakalischer Glutenempfindlichkeit verbessert sich in der Regel nach einer Umstellung zu einer glutenfreien Ernährung. In der vorliegenden Studie (1) wurde die spezifische Wirksamkeit einer entsprechenden Diät bei einem Teilnehmerkollektiv mit nicht-zöliakalischer Glutenempfindlichkeit untersucht.

Die Ernährung bestand aus einer Reduktion von fermentierten und schwer verdaubaren Lebensmitteln, sowie einer Reduktion von kurzkettigen Kohlenhydraten (FODMAPs-Diät).

Das Studiendesign war doppel-blind und cross-over konzipiert, es nahmen 37 Studienteilnehmer (24-61 Jahre, drunter 6 Männer) teil. Studienteilnehmer wurden per Zufall einer von drei Behandlungsgruppen zugeordnet. Zunächst erhielten alle eine zweiwöchige Glutendiät. Anschließend erhielten Studienteilnehmer entweder eine Ernährung mit einem hohen Glutenanteil (16g Gluten/Tag), niedrigem Glutenanteil (2g Gluten/Tag and 14g Molke-Protein/Tag). Die Kontrollgruppe erhielt 16g Molke-Protein /Tag. Es folgte eine Washout-Phase von zwei Wochen. Untersucht wurden Serums- und Fäkalmarker nach intestinalen Entzündungsprozessen, Verletzungen und Immunantworten, symptomatisch wurden Anzeichen von Ermüdung protokolliert. 22 Teilnehmer wechselten anschließend die Behandlungsgruppe einer der anderen beiden für weitere 3 Tage. Symptome wurden mittels einer visuellen Analogskala evaluiert.

Im Ergebnis verbesserte sich die gastrointestinale Symptomatik bei allen Patienten unter einer FODMAPs-Diät. Die anschließende Verschlimmerung nach einer Umstellung zu einer Gluten- bzw. Molke-Protein-haltige Ernährung verschlimmerte Symptome jedoch gleichermaßen. Gluten-spezifische Auswirkungen wurden lediglich in 8% der Teilnehmer beobachtet, hinsichtlich der untersuchten Biomarker wurden keine Unterschiede festgestellt. Während der dreitägigen „rechallenge" bestand zwischen den Gruppen ebenfalls kein Unterschied.

Fazit: In der vorliegenden plazebo-kontrollierten, cross-over „rechallenge"-Studie konnte kein Hinweis auf Gluten-spezifische bzw. dosisabhängige Auswirkungen auf gastrointestinale Beschwerden bei Patienten mit einer nicht durch Zöliakie bedingten Glutensensitivität nach einer FODMAPs Diät gefunden werden.

1-Biesiekierski JR et al. No effects of gluten in patients with self-reported non-celiac gluten sensitivity after dietary reduction of fermentable, poorly absorbed, short-chain carbohydrates. Gastroenterology 2013 Aug; 145:320

 

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