Frei#  Eine aktuelle Studie untersuchte, ob Monitoring von pathologischen ovariellen Befunden mit serieller transvaginaler Ultraschalluntersuchung alle 6 Wochen bis 6 Monate nach Diagnose-Stellung die Operation-Häufigkeit reduzieren kann. Die Frauen wurden dann im Verlauf operiert, wenn die Tumoren sich veränderten, an Größe zunahmen, oder wenn neue Schmerzen dazu kamen.

Wissenschaftler untersuchten die Prävalenz, Inzidenz, Persistenz, und Auflösung ovarieller Erkrankungen mittels transvaginalem Ultraschall. Eine Gruppe von 39337 Patientinnen wurde innerhalb des Ovarian Cancer Screenig Program der University of Kentucky mit anfänglich insgesamt 221576 transvaginalen Ultraschalluntersuchungen beobachtet.

Die Untersuchung ergab einen regelrechten Erst-/ und Kontrollbefund für 31834 Patientinnen (80,9%), wobei 6807 Frauen (17,3%) einen pathologischen Befund hatten und ein Monitoring mittels 21588 Ultraschalluntersuchungen erhielten. Ovarialzysten waren häufiger bei prämenopausalen (Prävalenz 34,9%, Inzidenz 15,3%) als bei postmenopausalen Frauen (Prävalenz 17%, Inzidenz 8,2%).

In der Gruppe mit pathologischem Befund, zeigte der Erstbefund in 46,7% der Fälle eine krankhafte Veränderung welche sich zu 63,2% in einen Normalbefund in den Folgeuntersuchungen wandelte. Von den 35314 in der Erstuntersuchung als gesund befundene Patientinnen, entwickelten 9,9% in den jährlich stattgefundenen Folgeuntersuchungen eine krankhafte Veränderung. Die Forscher Klassifizierten die pathologischen Befunde nach unilokulären Zysten (11,5%), septierten Zysten (9,8%), Zysten mit solidem Anteil (7,1%), und soliden Tumore (1,8%). Viele in der transvaginalen Sonographie diagnostizierte krankhafte Befunde wurden bis zur Rückbildung weiter beobachtet. Eine Operation wurde bei 557 Patientinnen mit 85 ovariellen Malignomen bzw. 472 Nicht-Malignomen durchgeführt. Während der Dauer der Studie stieg der positiv prädiktive Wert von 8,1% auf 24,7% an.

Fazit: Die serielle Ultraschalluntersuchung hat gezeigt, dass sich viele pathologische Befunde des Ovars zurückbilden, selbst wenn sie zunächst komplex, solide oder bilateral auftreten. Somit ist es von Vorteil, eine in einmalig im transvaginalen Ultraschall erkannte krankhafte Veränderung nicht als Indikation zur Operation anzusehen, sondern mittels fortlaufender Nachuntersuchungen die Anzahl falsch-positiver Ergebnisse zu senken und den positiv prädiktiven Wert zu steigern.

1-Pavlik EJ et al. Frequency and disposition of ovarian abnormalities followed with serial transvaginal ultrasonography. Obstet Gynecol 2013 Aug; 122:210

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