#Frei  In den letzten Jahren haben mehrere Studien, insbesondere Women-Health-Studie, gezeigt, dass orale östrogenhaltige Kontrazeptiva mit kardiovaskulären Risiken wie Thromboembolien, Herzinfarkt und Schlaganfall verknüpft sind. Das hat zu einem Umdenken bei der Verordnung der oralen Kontrazeptiva zur Schwangerschaftsverhütung geführt, seitdem enthalten die Pillen immer weniger Östrogene, und die Östrogene werden oft mit Gestagenen kombiniert (2).

Eine aktuelle Meta-Analyse (1) in der Fachzeitschrift BMJ hat jetzt das Thromboembolie-Risiko verschiedener kombinierter oraler Kontrazeptiva untersucht.

Die Mediziner haben insgesamt die Ergebnisse von 26 Studien zum Thema analysiert. Das Inzidenz von venösen Thrombosen bei den Non-Usern lag zwischen 1.9 und 3.7 pro 10.000 Frauen-Jahren. Einnahme von kombinierten oralen Kontrazeptiva erhöhte das relative Risiko für venöse Thromben im Vergleich zu den Non-Usern (RR 3.5).

Das relative Risiko für Thrombosen unter oralen kombinierten Kontrazeptiva war für 30-35 µg Ethinylestradiol und die Gestagene Gestodene, Desogestrel, Cyproterone-acetat, oder Drospirenone ähnlich, und war 50-80% höher als für orale kombinierte Kontrazeptiva mit dem Gestagen Levonorgestrel.

Anders gesagt war das Thromboembolie-Risiko unter Levonorgestrel-Ethinylestradiol-haltige Kombinationspräparate niedriger als unter Kombinationen von Ethinylestradiol mit Gestodene, Desogestrel, oder Drospirenone. Je höher die Ethinylestradiol-Dosis (>50µg), desto höher das Thromboembolie-Risiko .

Fazit: Alle kombinierten oralen Kontrazeptiva waren mit einem erhöhten venösen Thrombose-Risiko assoziiert, wenn auch das absolute Risiko für die Einzelnen eher gering ist. Das Risiko variierte je nachdem welche Ethinylestradiol-Dosis und welches Progesteron und eingesetzt wurden.

Medknowledge-Anmerkung: Den günstigsten Effekt hatten niedrige Ethinylestradiol-Dosierungen in Kombination mit Levonorgestrel.

1-Stegeman et al: Different combined oral contraceptives and the risk of venous thrombosis: systematic review and network meta-analysis. BMJ 2013;347:f5298

2-Hormonale Kontrazeptiva (Pille): Kardiovaskuläres Risiko von Östrogen/Gestagen-Kombinationen, Arzneimittelbrief-Übersicht 2012

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