Frei#  Eine aktuelle Studie (1) überprüfte, ob Notrufassistierte Herz-Lungen-Wiederbelebung durch speziell geschulte Mitarbeiter der Rettungsleitstelle, die von Laien direkt am Ort durchgeführt wurden, das Überleben und Outcome der reanimierten Patienten verbessert. Die Studie erstellte einen populationsbasierten Vorher-Nachher-Vergleich.

Anmerkung Medkowledge: Dispatcher Assisted Cardiopulmunary Resuscitation (DA-CPR) bezeichnet das Assistieren von Laien über das Telefon bei der Ausführung einer effizienten und schnell erfolgenden Herz-Lungen Reanimation. Im Gegensatz zu zuvor verwendeten Protokollen zeichnen sich das aktuell von der American Heart Association (AHA) empfohlene DA-CPR Protokoll durch seine Einfachheit und daher besondere Praxistauglichkeit aus. Laien werden über das Telefon zu einer korrekten Reanimation instruiert, wobei zunächst zwei Fragen den Sinn einer Reanimation beantworten sollen: 1) Ist die Patientin bei Bewusstsein, und 2) atmet diese normal? Letztere Frage lässt Laien durch die Assistenz des geschulten Mitarbeiters am Telefon auch eine Verdachtsdiagnose der bei Herzstillstand auftretenden Schnappatmung stellen und entsprechende Reanimationsmaßnahmen unmittelbar einleiten. Das von der AHA herausgegebene Protokoll zudem aus einer reinen Herz-Lungen Kompression und verzichtet auf eine Mund-zu-Mund Beatmung, um den Prozess zu vereinfachen bzw. zu beschleunigen und einige Studien eine gleichwertige Effizienz zeigen konnten.

Hintergrund der Studie

Ziel der Studie war es, die Ergebnisse einer Notrufassistierten und durch Laien durchgeführten Herz-Lungen-Reanimation (DA-CPR) bei Patienten zu beurteilen, welche außerhalb des Krankenhauses einen Herzstillstand erlitten hatten.

Im vorliegenden Fall handelte es sich um eine Metropole mit 10 Millionen Einwohnern, in welcher medizinische Notfälle zentral von einer Hauptstelle aus koordiniert und geregelt werden. Daten von Patienten, welche einen Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses erlitten hatten, wurden zentral gesammelt und für den Zeitraum 2009 - 2011 beurteilt. Ein standardisiertes DA-CPR Protokoll (orientiert an den 2010 Richtlinien der AHA) war für entsprechende Notfälle seit Januar 2011 Grundlage für entsprechende Interventionen. Die primären Endpunkte der Studie bestanden aus Überleben und Krankenhausentlassung, gute neurologische Ergebnisse, und die Rate mit welcher Laien eine Herz-Lungen-Reanimation H-L-R durchgeführt haben (CPR rate). Es wurde eine multivariante statistische Analyse durchgeführt um die genannte Interventionsgruppe (2011) mit der historischen Kontrollgruppe (2009 – 2010) hinsichtlich der genannten Messzahlen zu vergleichen.

Bei 8144 Fällen von Herzstillstand wurde eine H-L-R in 5.7% (2009) und 6.7% (2010), im Vergleich zu 12.4% (2011) der Fälle durch Laien durchgeführt (p-Wert < 0.001). Der Anteil an Patienten, welche überlebt hatten und später wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten, betrug 7.1% (2009) und 7.1% (2010), im Vergleich zu 9.4% (2011) (p-Wert = 0.001). Ein gutes neurologisches Ergebnis wurde in 2.1 % (2009) und 2.0% (2010), im Vergleich zu 3.6% (2011) erzielt (p-Wert < 0.001).

Die korrigierte Odds Ratio (OR) betrug 1.33 (1.07 – 1.66 95%iges Konfidenzintervall (KI)) für das Jahr 2011 und 1.12 (KI 0.89 – 1.44) für 2010. Die korrigierte OR für ein gutes neurologisches Ergebnis betrug 2011 1.67 (KI 1.13 – 2.45) im Vergleich zu 1.13 im Jahr 2010.

Fazit: Notfallmedizinische Eingriffe, welche eine Notrufassistierte Herz-Lungen-Reanimation (DA-CPR Protokoll) verwenden, haben eine höhere Rate an Laien welche eine Herz-Lungen-Reanimation durchführen. Zudem erreichen sie eine signifikant höhere Überlebensrate und ein besseres neurologisches Ergebnis bei Patienten, welche einen Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses erlitten haben.

1-Song KJ et al. Dispatcher-assisted bystander cardiopulmonary resuscitation in a metropolitan city: A before–after population-based study. Resuscitation 2013 Jun 19

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