Frei#  1-Jahres-Mortalität und Mortalität im Krankenhaus bei Patienten, die eine frühe Operation bei prosthetischer Klappenendokarditis erhalten.

Frühe Herzklappen-Operation während der Erst-Hospitalisation verbesserte im Vergleich zur medikamentösen Therapie nicht die 1-Jahres-Mortalität.

Es gibt eingeschränkte prospektive, kontrollierten Daten, die das Überleben bei Patienten evaluieren, die eine frühe Operation versus eine medikamentöse Therapie für die prosthetische Herzklappenendokarditis (PVE) erhalten. In dieser Studie sollte die Mortalität im Krankenhaus und die 1-Jahres-Mortalität bei Patienten mit PVE, die einen Klappenersatz während des indizierten Krankenhausaufenthaltes erhielten, verglichen werden mit Patienten, die eine alleinig medikamentöse Therapie erhalten haben, nach Kontrolle für Überleben und Behandlung-Selektionsbias.

Die Teilnehmer wurden zwischen Juni 2000 und Dezember 2006 in der International Collaboration on Endocarditis-Prospective Cohort Study (ICE-PCS), einer prospektiven, multinationalen Beobachtungskohorte von Patienten mit einer infektiösen Endokarditis, eingeschrieben. Die eingewiesenen Patienten mit definierter rechts- oder linksseitiger PVE wurden in die Analyse eingeschlossen. Es wurde der Effekt der Behandlungszuweisung auf die Mortalität untersucht, nach Anpassung für Verzerrungen mit Hilfe eines Cox proportionalen Hazardmodels, das inverse Wahrscheinlichkeiten der Behandlungsgewichtung und Operation als eine zeitabhängige Kovariable einschloss. Die Kohorte wurde stratifiziert durch die Wahrscheinlichkeit (Propensity) für eine Operation und die Ergebnisse wurden zwischen den Behandlungsgruppen in jeder Schicht verglichen.

Die Intervention war der Klappenersatz während des indizierten Krankenhausaufenthaltes (frühe Operation) versus einer medikamentösen Therapie. Die Hauptmesspunkte waren die Mortalität im Krankenhaus und die 1-Jahres-Mortalität.

Von den 1025 Patienten mit PVE, erhielten 490 Patienten (47,8%) eine frühe Operation und 535 Patienten (52,2%) erhielten eine medikamentöse Therapie. Verglichen mit der medikamentösen Therapie war die frühe Operation mit einer geringeren Mortalität im Krankenhaus in einer unangepassten Analyse und nach Kontrolle für Behandlungsselektionsbias assoziiert (Mortalität im Krankenhaus: Hazard Ratio [HR] 0,44 [95% KI 0,38 bis 0,52] und eine geringere 1-Jahres Mortalität: HR 0,57 [95% KI 0,49 bis 0,67]). Die geringere Mortalität, die mit der Operation assoziiert war, bestand nicht mehr nach Anpassung für die Überlebensbias (Mortalität im Krankenhaus: HR 0,90 [95% KI 0,76 bis 1,07] und 1-Jahres-Mortalität: HR 1,04 [95% KI 0,89 bis 1,23]). Die Subgruppenanalyse zeigte eine geringere Mortalität im Krankenhaus mit einer frühen Operation in der höchsten operativen Propensity-Quintile (21,2% vs 37,5%; p=0,03). Nach einem Jahr Nachbeobachtungszeit wurde die reduzierte Mortalität mit Operation in der vierten (24,8% vs 42,9%; p=0,007) und in der fünften (27,9% vs 50,0%; p=0,007) Quintile der operativen Propensity beobachtet.

FAZIT: Die prosthetische Klappenendokarditis bleibt mit einer höheren 1-Jahres-Mortalitätsrate assoziiert. Nach der Anpassung für Unterschiede in klinischen Charakteristika und Überlebensbias war der frühe Klappenersatz nicht mit einer geringeren Mortalität assoziiert verglichen mit der medikamentösen Therapie in der Gesamtkohorte. Weitere Studien werden benötigt, um den Effekt und das Timing der Operation bei Patienten mit einer prosthetischen Klappenendokarditis, die Indikationen für eine Operation haben, zu bestimmen.

1-Lalani T et al. In-hospital and 1-year mortality in patients undergoing early surgery for prosthetic valve endocarditis. JAMA Intern Med 2013 Jul 15

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