Frei#  Eine tiefere Brustkorbkompression bei der Herzdruckmassage nach einem Herzstillstand verbessert möglicherweise die Überlebensrate. Während vorherige Richtlinien 38-51mm vorsahen, empfiehlt die 2010 Richtlinie der American Heart Association eine Drucktiefe von mindestens 51mm. Eine aktuelle Studie (1) untersuchte den Zusammenhang zwischen Brustkorbkompressionstiefe und Überlebensrate basierend auf den Daten zweier an der Studie teilnehmender Rettungsdienste.

Als statistische Maßzahl wurde das Quotenverhältnis (englisch: Odds Ratio [OR]) berechnet. (Anmerkung medknowledge: Das Quotenverhältnis ist eine statistische Maßzahl, welche die Stärke eines Zusammenhangs von zwei Merkmalen ausdrückt.)

Von 593 berücksichtigten Fällen wurde in ca. 23% eine spontane Kreislaufwiderherstellung erreicht, 10.6 % überlebten und 8.4% hatten ein wünschenswertes funktionales Outcome.

Die mittlere Kompressionstiefe betrug 49.8 +-11.0 mm und die mittlere Kompressionsfrequenz betrug 11.9 +- 18.1 Kompressionen die Minute (Hz).

Die mittlere Kompressionstiefe war bei überlebenden Patienten signifikant tiefer (53.6mm, 5%iges Konfidenzintervall 50.5 – 56.7 im Vergleich zu 48.8mm, 95%iges KI 47.6 – 50.0).

Diese zusätzlichen 5mm Kompressionstiefe verbesserten signifikant das Quotenverhältnis zu Gunsten eines Überlebens bzw. wünschenswerten funktionalen Outcomes: Die bereinigte Quotenverhältnis betrugen 1.29 (95%iges KI 1.00 – 1.65) für ein Überleben und bzw. 1.30 (95%iges KI 1.00 -1.70) für ein wünschenswertes funktionales Outcome.

Fazit: Die tiefere Kompressionstiefe ist mit einer höheren Überlebensrate und einem besseren funktionalen Outcome bei der Herzdruckmassage assoziiert. Die vorliegenden Ergebnisse stützten, die durch die 2010 von der American Heart Association in ihren Richtlinien vorgeschriebene Empfehlung, mindestens eine 51mm tiefe Brustkorbkompression durchzuführen.

Medknowledge-Anmerkung: Also wenn dann stark und tief drücken (mindestens 51mm, etwas 3 Querfinger breit). Die Notärzte berichten, sie würden häufiger Patienten mit Rippenbrüchen und inneren Verletzungen bei erfolgreich reanimierten Patienten sehen, seitdem die Empfehlungen für tiefes Drücken bekannt sind: Besser Überleben mit Rippenbrüchen als Tod ohne Rippenbrüche.

1-Vadeboncoeur T et al. Chest compression depth and survival in out-of-hospital cardiac arrest. Resuscitation 2013 Oct 12 

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