Frei#  Eine aktuelle Studie (1) aus Heidelberg analysierte den Stellenwert einer neuen Vorgehensweise bei Patienten mit schwerer Pulmonaler Hypertonie und Rechtsherzinsuffienz, um deren Sterberisiko abschätzen zu können.

Die Wissenschaftler haben dafür mit Stress-Doppler-Echokardiographie die kontraktile Belastungsreserve des rechten Ventrikels gemessen. Dahinter stand die Annahme, dass die Patienten mit zusätzlicher Reserve-Pumpleistung des rechten Ventrikels auf die Belastung mit einem Druckanstieg in der Pulmonalarterie reagieren würden, und somit eine bessere Prognose haben müssten.

In diese prospektive Studie waren insgesamt 124 Patienten mit schwerer Pulmonaler Hypertonie und Rechtsherzinsuffienz involviert. Patienten belasteten sich mit Fahrrad-Ergometer, währenddessen haben die Ärzte echokardiographisch den induzierten Druckanstieg in der Pulmoalarterie (PASP: induced pulmonary artery systolic pressure) gemessen.

Unter der Annahme, dass der belastungsbedingte Druckanstieg in der Pulmonalarterie (PASP) die kontraktile Reserve des rechten Ventrikels zeigt, wurden die Patienten je nach erzielten PASP-Wert in zwei Gruppen geteilt.

Von 124 Patienten hatten 66 Patienten PASP-Werte unter 30mmHg niedriger PASP), das heißt, diese Patienten hatten nicht geschafft, den Pulmonalarteriendruck unter Belastung durch Rechtsherz-Kontraktionen über den mittleren Wert von 30mmHg zu steigern. 58 Patienten hatten PASP-Druck > 30mmHG, und hatten damit kontraktile Rechtsherz-Reserven unter körperlicher Anstrengung. Patienten wurden 3.0±1.8 Jahre beobachtet. Niedrige PASP-Werte waren des Weiteren mit einem signifikant niedriger 6-Minuten-Laufstrecke und deutlich schlechterer Vierjahres-Überlebensrate (48% vs. 89%) assoziiert.

Fazit: Belastungsinduzierter Anstieg des Pulmonalarteriendruckes (PASP) ist ein genauer Marker zur Abschätzung der Belastbarkeit und Prognose der Patienten mit schwerer pulmonaler Hypertonie und Rechtsherzinsuffienz. Management dieser Patientengruppe liefern.

Medknowledge-Anmerkung: Die Erfassung der kardialen Reserven über Messung des Lungenarteriendruck-Anstiegs im Stress-Echo ist sicherlich eine gute Idee, und mag spezifische Daten über die Belastbarkeit und das Sterberisiko ausgewählter Patienten liefern. Als Routine-Untersuchung ist es jedoch relativ aufwendig. Für die Praxis eignen sich eher einfachere Methoden wie 6-Minuten-Gehstrecke zur Messung der Belastbarkeit.

1-Ekkehard Grünig et al: Heart Failure, Assessment and Prognostic Relevance of Right Ventricular Contractile Reserve in Patients With Severe Pulmonary Hypertension. Circulation 2013; 128: 2005-2015

 

 

 

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