Frei#  Eine retrospektive Studie (1) in der Fachzeitschrift Pediatrics untersuchte die Daten der Patienten in der pädiatrischen Notaufnahme, bei denen anschließend eine pulmonale Embolie (PE) diagnostiziert wurde.

Dafür wurden die elektronischen Akten von einer tertiären Kinderklinik zwischen 2003-2011 überprüft.

Die untersuchten Patienten waren <21 Jahre alt, und hatten eine Lungenembolie-Diagnose. Patienten mit Lungenembolie-Diagnose bei Ankunft, oder mit bekannter Lungenembolie-Anamnese wurden von der Studie ausgeschlossen. Wells-Score (http://www.medknowledge.de/abstract/med/med2004/11-2004-42-thrombose-doppler.htm) und PERC-Kriterien (Pulmonary Embolism Rule-out Criteria) zur Lungenembolie-Diagnose bzw. –Ausschluss wurden retrospektiv für die Patienten berechnet.

Von 118574 Patienten hatten 105 eine definitive Lungenembolie-Diagnose. Davon trafen insgesamt 25 Patienten (mittleres Alter 25 J) die Studien-Kriterien, sie hatten die üblichen klinischen Symptome für Lungenembolie wie Thoraxschmerzen in verschiedenen Konstellationen. 40% von diesen Patienten hatten Lungenembolie, welche in der Notaufnahme diagnostiziert wurde.

Die meisten Risikofaktoren für Lungenembolie waren: BMI ?25 (50%,), orale Kontrazeptiva-User (38%, 5 von 13 weiblichen Patientinnen), und frühere Thrombose-Anamnese ohne Lungenembolie (28%, 7 of 25).

Weder die Anwendung von Wells-Score noch PERC war zur Diagnose oder zum Ausschluss der Lungenembolie zuverlässig. Bei retrospektiver Anwendung von PERC konnte eine Lungenembolie bei 84% der Patienten nicht ausgeschlossen werden, womit weitere Untersuchungen für Lungenembolie-Diagnostik notwendig gewesen wären.

Fazit: Lungenembolie tritt bei Kindern selten auf. Diese Studie zeigt Risikofaktoren, die im Zusammenhang mit akuten klinischen Symptomen auf eine Lungenembolie hinweisen könnten. Die für Erwachsene relativ zuverlässige Wells-Score und PERC-Kriterien waren bei Kindern zur Diagnose oder zum Ausschluss von Lungenembolie nicht zuverlässig genug. Weitere Studien sind notwendig, um für Kinder spezifische klinische Wahrscheinlichkeits-Scores für Lungenembolie zu entwickeln.

Bis dahin sollte eine Lungenembolie bei Kindern mit Thoraxschmerzen, respiratorischen Symptomen (wie Hypoxie, Tachypnoe) sich in der Praxis/Notaufnahme vorstellen, und keine alternative Diagnosen für ihre Symptome sich zeigen, in Erwägung gezogen werden. Das gilt umso mehr für Kinder mit den beschriebenen Risikofaktoren für Lungenembolie.

Medknowledge-Anmerkung: Es ist anzunehmen, dass es auch bei Kindern zur Lungenembolie-Diagnostik die üblichen Untersuchungen von D-Dimer-Test bis CT-Angiographie (CTA) der Lunge zum Einsatz kommen.

1-Agha BS et al. Pulmonary embolism in the pediatric emergency department. Pediatrics 2013 Sep 2

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