Frei#  Der direkte oraler Faktor-Xa-Hemmer Edoxaban in Niedrig-Dosierung (30mg per os tgl.) ähnlich wirksam (Schlaganfall-Rate 1,61% vs. 1.50%) und dabei signifikant sicherer als Warfarin mit weniger schweren Blutungen, und in Hoch-Dosierung (60mg tgl.) bezüglich Schlaganfall-Prävention effektiver (Schlaganfall-Rate 1.18%) und etwas sicherer als Warfarin.

Hintergrund: Edoxaban ist ein direkter oraler Faktor-Xa-Inhibitor mit bewährter antithrombotischer Wirkung. Die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit von Edoxaban verglichen mit Warfarin (in Deutschland wird als Vitamin-K-Antagonist oft Marcumar eingesetzt) bei Patienten mit Vorhofflimmern ist nicht bekannt.

Methoden: Wir führten eine randomisierte, doppelblinde, Double-Dummy-Studie durch und verglichen zwei Medikamentationsschemata mit einmal täglicher Einnahme von Edoxaban mit Warfarin bei 21.105 Patienten mit mittelschwerem bis Hochrisiko-Vorhofflimmern (medianer Follow-up 2,8 Jahre). Der primäre Endpunkt der Wirksamkeit war Schlaganfall oder systemische Embolie. Jedes Endoxaban-Schemata wurde für die Nichtunterlegenheit zu Warfarin während der Behandlungszeit getestet. Der hauptsächliche, sichere Endpunkt war schwere Blutung.

Ergebnisse: Die Jahresrate des primären Endpunkts war während der Behandlung mit Warfarin 1,50% (mediane Zeit im therapeutischen Bereich, 68,4 %), verglichen mit 1,18% mit Hochdosis-Edoxaban (Hazard Ratio, 0,79; 97,5% Konfidenzintervall, 0,63 bis 0,99, P < 0,001 für Nichtunterlegenheit) und 1,61% mit niedrig dosiertem Edoxaban (Hazard Ratio 1,07; 97,5 % Konfidenzintervall, 0,87 bis 1,31, P = 0,005 für Nichtunterlegenheit).

In der Intention-to-treat-Analyse, gab es einen Trend zugunsten Hochdosis-Edoxaban versus Warfarin (Hazard Ratio 0,87; 97,5 % Konfidenzintervall, 0,73 bis 1,04, P = 0,08) und eine ungünstige Entwicklung mit niedrig dosiertem Edoxaban gegenüber Warfarin (Hazard Ratio 1,13; 97,5 % Konfidenzintervall, 0,96 bis 1,34, P = 0,10). Die jährliche Rate schwerer Blutungen war 3,43% mit Warfarin versus 2,75% mit Hochdosis-Edoxaban (Hazard Ratio 0,80, 95% Konfidenzintervall, 0,71 bis 0,91, P < 0,001) und 1,61 % mit niedrig dosiertem Edoxaban (Hazard-Ratio 0,47, 95% Konfidenzintervall, 0,41 bis 0,55, P < 0,001).

Die entsprechenden Jahresraten von Tod durch Herz-Kreislauf-Ursachen waren 3,17 % gegenüber 2,74% (Hazard Ratio 0,86, 95% Konfidenzintervall, 0,77 bis 0,97, P = 0,01) und 2,71% (Hazard Ratio 0,85, 95% Konfidenzintervall, 0,76 bis 0,96, P = 0,008).

Die entsprechenden Raten des wichtigsten sekundären Endpunkts (ein Verbund aus Schlaganfall, systemische Embolie, oder Tod durch Herz-Kreislauf-Ursachen) waren 4,43% gegenüber 3,85% (Hazard Ratio 0,87, 95% Konfidenzintervall, 0,78 bis 0,96, P = 0,005) und 4,23% (Hazard Ratio 0,95, 95% Konfidenzintervall, 0,86-1,05, P = 0,32).

Fazit: Beide einmal-täglich Schemata von Edoxaban waren Warfarin hinsichtlich der Prävention von Schlaganfällen und systemischen Embolien nicht unterlegen und waren mit deutlich niedrigeren Raten von Blutungen und Tod durch Herz-Kreislauf Ursachen verbunden.

Medknowledge-Anmerkung: In Deutschland sind die neuen Antikoagulanzien Faktor-Xa-Hemmer Dabigatran (Pradaxa) und Rivaroxaban (Xarelto) inzwischen zur Schlaganfall-Prophylaxe bei Vorhofflimmern zugelassen. Edoxaban befindet sich noch in der Zulassungsphase. Es wäre sicherlich interessant, Vergleichsstudien von Edoxaban mit den anderen neuen Antikoagulanzien durchzuführen, um den Stellenwert von Edoxabans innerhalb der Arzneimittelgruppe Faktor-Xa-Hemmer besser zu definieren.

1-Giugliano RP et al. Edoxaban versus warfarin in patients with atrial fibrillation. N Engl J Med 2013 Nov 19;

2-Siehe auch: Edoxaban: Noch ein oraler Faktor Xa-Hemmer zur Gerinnungshemmung, 2011

 

 

 

 

 

 

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