Frei#  Arteriosklerotische Nierenarterienstenose ist ein häufiges Problem bei älteren Patienten. Obwohl zwei randomisierte Studien bereits gezeigt haben, dass Stenting von Nierenarterienstenosen keine Vorteile im Hinblick auf Nierenfunktion bringen, ist der Nutzen von Stenting Risiko hinsichtlich renaler und kardiovaskulärer Komplikaitonen und Folgekrankheiten noch unklar. Eine aktuelle Studie (1) in der Fachzeitschrift untersuchte diese Fragestellung.

Die Wissenschaftler randomisierten 947 Patienten mit schwerer arteriosklerotischer Nierenarterienstenose, die an einer systolischen Hypertonie (>155 mm Hg) trotz mehrfacher Antihyperteniva oder einer chronischen Niereninsuffienz (GFR <60ml/min) leideten, entweder für Medikamente plus Nierenarterienstenose-Stent (Stent-Gruppe) oder nur für medikamentöse Therapie (Medikament-Gruppe). Die Teilnehmer wurden im Verlauf für das Auftreten kardiovaskulärer und renaler Komplikationen bzw. Folgekrankheiten beobachtet. Der kombinierte Endpunkt bestand aus Tod durch renale oder kardiovaskuläre Ursachen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Hospitalisation wegen Herzinsuffienz, fortschreitender Niereninsuffienz, oder Dialyse/Nierentransplantation (Nierenersatzverfahren).

Schwere Nierenarterienstenose wurde in der Studie angiographisch wie folgt definiert: Stenose mindestens 80% aber weniger als 100% des Gefäßlumens, oder Stenose mindestens 60% aber weniger als 80% des Gefäßlumens mit einer systolischen Druckgradient von mindestens 20mmHg.

Die mittlere Beobachtungszeit betrug 43 Monate. Zwischen der Stenting-Gruppe und Medikamente-Gruppe gab es hinsichtlich der Rate des primären Endpunktes keine signifikante Unterschiede (35.1% vs. 35.(%). Auch in Bezug auf Gesamt-Mortalität hat es sich zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede ergeben. In der Follow-Up-Phase gab es in der Stenting-Gruppe eine leichte Besserung des systolischen Blutdruckes (-2.3mmHg).

Fazit: In der Studie waren Patienten mit schwer einstellbarer Hypertonie oder Niereninsuffienz, bei denen angiographisch eine schwere Nierenarterienstenose diagnostiziert wurde, involviert. In dieser Patientengruppe zeigte die Nierenarterienstenose-Stenting im Vergleich zur medikamentösen Therapie keine signifikanten Vorteile zur Prävention von kardiovaskulären und renalen Komplikationen oder Folgekrankheiten.

Medknowledge-Anmerkung: Anscheinend ist Stenting bei den meisten Patienten mit arteriosklerotischer Nierenarterienstenose nicht empfehlenswert, zumal Stenting ein invasives und teures Verfahren ist. Die bestehenden und die Folge-Krankheiten durch Nierenarterienstenose sollten an erste Stelle medikamentös behandelt werden.

1-Christopher J. Cooper et al: Stenting and Medical Therapy for Atherosclerotic Renal-Artery Stenosis. CORAL Investigators November 18, 2013DOI: 10.1056/NEJMoa1310753

 

 

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