Frei#   Erwachsene Patienten mit isolierter subarachnoidaler Blutung, die keine neurologische Symptomatik haben, und nicht unter oraler Antikoagulation stehen, brauchen vermutlich außer einer Überwachung keine weitere Therapie. Sie brauchen wahrscheinlich keine neurochirurgische Konsultation oder Transfer in ein Traumazentrum mit neurochirurgischer Unterstützung. Anders Patienten mit subduralem Hämatom oder einem Glasgow Coma Scale (GCS) von weniger als 15, die ein höheres Risiko haben, und eine neurochirurgische Abklärung benötigen.

Die aktuelle Standardtherapie für Patienten mit einer traumatischen intrakraniellen Hämorrhagie (TIH, traumatic intracranial hemorrhage) beinhaltet neurochirurgische Beurteilung und/oder Transfer zu einem Traumazentrum mit neurochirurgischer Unterstützung. Forscher untersuchten ob eine Reihe von niedrig-Risiko-Kriterien angewendet werden können um Patienten zu ermitteln, welche keine neurochirurgische Behandlung benötigen.

Angewendet wurde eine fortlaufende Querschnittsstudie mit Patienten aus der Notaufnahme mit einer in der Computertomographie (CT) sichtbaren TIH aufgrund eines stumpfen Schädeltraumas. Ausgewählt wurden Patienten die in einem akademischen, städtischen Trauma Center (Klasse I; Volumen 92,000) vorgestellt wurden, älter als 15 Jahre waren und in der Glasgow Coma Scale (GCS) 13 oder mehr Punkte erreichten. Die Diagramme wurden mit Hilfe standardisierter Datenmasken von zwei Notärzten abstrahiert. Der Hauptendpunkt war die Verschlechterung des Zustands repräsentiert durch die Kombination von neurochirurgischer Intervention, klinischer Verschlechterung oder Verschlimmerung des CT Befundes. Während des Studienzeitraumes wurden 404 Patienten mit einer TIH vorgestellt und von den Forschern in die Studie eingeschlossen, davon verschlechterten sich 48 (11,8%). Patienten mit isolierter Subarachnoidalblutung hatten seltener Zustandsverschlimmerungen (odds ratio [OR], 0,08; 95% Konfidenzintervall [CI], 0,011-0,58). Merkmale die mit einer Verschlechterung einhergingen waren subdurale Hämatome (OR, 2,63; 95% CI 1,1198-5,81) oder eine GCS niedriger als 15 (OR, 2,12; 95% CI, 1,01-4,43). Die Einnahme von Antikoagulantien oder Thrombozytenaggregationshemmern war bei Warfarin, Aspirin und Clopidogrel nicht mit einer Verschlechterung assoziiert, jedoch wurden Blutungsneigungen mit Vitamin K, gefrorenem Frischplasma (FFP) und Thrombozytenkonzentraten ausgeglichen.

Fazit: Patienten mit einer isolierten traumatischen Subarachnoidalblutung haben ein niedriges Risiko für Zustandsverschlechterung. Sie brauchen wahrscheinlich keine neurochirurgische Konsultation oder Transfer in ein Traumazentrum mit neurochirurgischer Unterstützung. Patienten mit subduralem Hämatom oder einem Glasgow Coma Scale (GCS) von weniger als 15 haben ein höheres Risiko und benötigen eine neurochirurgische Abklärung.

1-Borczuk P et al. Patients with traumatic subarachnoid hemorrhage are at low risk for deterioration or neurosurgical intervention. J Trauma Acute Care Surg 2013 Jun; 74:1504

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