Frei#  Viele Patienten ohne umfangreiche Ischämie in der Baseline-CT profitierten von einer offensiven Therapie mit Thrombolyse.

Ziel der Forscher war es in einer Studie zu untersuchen, in welchem Ausmaß große Veränderungen der Ischämie zu Beginn das funktionelle Outcome der Patienten mit Basilarterienverschluss (BAO) und anschließender Thrombolyse beeinflusst und welche Rolle die Zeit bis zur Diagnosestellung und Therapieeinleitung dabei spielt.

Die Wissenschaftler untersuchten dafür 184 Patienten mit einer angiographisch festgestellten BAO. Die Mehrheit der Patienten erhielten intravenös Alteplase und begleitend hochdosiert Heparin. Eine höhergradige Ischämie im Ausgangbefund wurde im pc-ASPECT Score als <8 definiert (posterior circulation acute/Alberta stroke prognosis early CT score; Anmerkung: ein zehn Punkte umfassender Score welcher CT-Scans quantitativ bewertet). Die Zeit bis zum Beginn der Behandlung (Onset-to-treatment-time; OTT) wurde sowohl als kontinuierliche wie auch als kategorische Variable Bewertet (0-6 Stunden, 6-12 Stunden, 12-24 Stunden, 24-48 Stunden).

Die erfolgreiche Wiedereröffnung wurde entsprechend des TIMI Scores (thrombolysis in myocardial infarction; Thrombolyse bei Myokardinfarkt) mit 2 bis 3 bewertet. Eine symptomatische intrakranielle Hämorrhagie (sICH) wurde bewertet mittels der Richtlinien des National Institute of Neurological Disorders and Stroke, European Cooperative Avute Stroke Study II und der SITS (safe implementation of thrombolysis in stroke). Ein schlechtes Outcome nach drei Monaten erhielt auf der modifizierten Rankin Skala eine Punktzahl von 3 bis 6.

Die Mehrzahl der Patienten (96%) mit einem initialen pc-ASPECT Score <8 hatten ein schlechtes Outcome nach drei Monaten und eine vergleichbar große Zahl an Patienten (94%) wurde fortlaufend beobachtet, 51,5% davon mit bestätigter Rekanalisation der Gefäße. Dagegen hatten die Hälfte der Patienten mit einem pc-ASPECT Score ?? 8 und erfolgreicher Wiedereröffnung (73,2%) ein gutes Outcome erreicht. Bei diesen Patienten war die Zeit bis zum Beginn der Behandlung (OTT) weder als kontinuierliche noch als kategorische Variable mit dem schlechten Outcome assoziiert. Die Faktoren welche unabhängig mit einem schlechten Outcome assoziiert waren stellten hohes Alter, der Ausgangswert im National Institutes of Health Stroke Scale, nicht erfolgreiche Rekanalisation, bekanntes Vorhofflimmern, und die symptomatische intrakranielle Hämorrhagie dar. In der Darstellung mit dem Einschluss aller Patienten (unabhängig von pc-ASPECTS), war ein pc-ASPECTS <8 unabhängig assoziiert mit einem schlechten Outcome (odds ratio =5,83, 95% Konfidenzintervall =1,09-31,07).

Fazit: Beim anfänglichen Fehlen einer umfangreichen Ischämie ist die Wiedereröffnung eines Basilararterienverschlusses (BAO) innerhalb von 48 Stunden nur häufig sinnvoll, und sorgt für ein gutes Outcome bei 50% der Patienten, unabhängig von der Zeit bis zur Behandlung.

1-Strbian D et al. Thrombolysis of basilar artery occlusion: Impact of baseline ischemia and time. Ann Neurol 2013 Jul 8;

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