Frei#  Postthrombotisches Syndrom (PTS) ist eine relativ häufige und für die Patienten belastbare Komplikation der tiefen Beinvenenthrombose (DVT: deep venous thrombosis). Aufgrund früherer Studien werden zur PTS-Prophylaxe Kompressionsstrümpfe empfohlen, obwohl diese Studien lediglich kleine Fallzahlen und Design-Fehler (wie keine Plazebo-Kontrollgruppe)beinhalteten. Eine aktuelle randomisierte grosse Studie (1) in der Fachzeitschrift Lancet ging dieser Fragestellung erneut nach.

Studie aus den USA und Kanada waren insgesamt 806 Patienten, die in den Jahren zwischen 2004 bis 2010 zum ersten Mal eine tiefe proximale Beinvenenthrombose entwickelten, involviert. 410 Patienten wurden für Kompressionstrümpfe (Interventionsgruppe) und 396 für Gruppe) randomisiert.

Der primäre Endpunkt war Postthrombotisches Syndrom (PTS) nach 6 Monaten durch Ginsberg-Kriterien (Beinschmerzen und Schwellung länger als 1 Monat).

Der kumulative Inzidenz von PTS war 14.2% in der Interventionsgruppe mit Kompressionsstrümpfen und 12./% in der Placebo-Gruppe mit Nicht-Kompressionsstrümpfen: Einer nicht signifikanter Unterschied (HR 1.13). Die Ergebnisse waren für regelmäßige Anwender der Strümpfe ebenfalls ähnlich.

Fazit: Kompressionsstrümpfe verhinderten das postthrombotische Syndrom nach einer ersten tiefen proximalen Venenthrombose NICHT. Die Ergebnisse der Studie unterstützen das Tragen der Kompressionsstrümpfe nach Beinvenenthrombose nicht.

Meknowledge-Anmerkung: Noch eine althergebrachte Therapie-Methode, die den harten Realitäten einer randomisierten Studie nicht standhalten kann. Ähnlich wie die Empfehlung, die besagte, dass Patienten mit unterer Beinvenenthrombose sich nicht bewegen, und das Bett hüten sollten. Inzwischen wissen wir, dass das Gegenteil richtig ist.

1-Dr Susan R Kahn et al: Compression stockings to prevent post-thrombotic syndrome: a randomised placebo-controlled trial. The Lancet, Early Online Publication, 6 December 2013doi:10.1016/S0140-6736(13)61902-9

 

 

 

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