Frei#  Ultraschall-geführte Anlage eines venösen Subclavia-ZVK (Zentral-venöser-Katheter) kann bei Kindern supraclaviculär (SC) aber auch infraclaviculär (IC) erfolgen. Eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift British Journal of Anesthesiology verglich die beiden Zugangswege.

Die prospektive Studie involvierte 98 Kindern (< 3 Jahre), die in die SC- und IC-Gruppen randomisiert wurden. Alle Katheterisierungen wurden ultraschall-geführt, von dem gleichen erfahrenen Anästhesiologen ausgeführt. Daten bezüglich Punktions-Zeit, Zahl der Punktions-Versuche, Erfolgreiche Katheter-Anlage und Komplikationen wurden erfasst.

Die mittlere Punktions-Zeit war in der IC-Gruppe länger als in der SC-Gruppe (48 vs. 36s). Mehrfache Versuche (>3) waren in der IC-Gruppe häufiger als in der SC-Gruppe (24.5% vs. 6.1%). Falsche Katheter-Platzierung kam in der IC-Gruppe öfter vor als in der SC-Gruppe (20.4% vs. 0%). ZVK-Anlage war bei allen Patienten erfolgreich, in beiden Gruppen traten keine Pneumothorax oder arterielle Punktionen auf.

Fazit: Die Autoren schreiben, dass der supraklavikuläre Zugangsweg (SC) verglichen mit dem intraklavikulären (IC) zur Ultraschall-geführten Subklavia-ZVK-Anlage mit einer kürzeren Punktionszeit und weniger falschen Katheter-Platzierungen assoziiert war.

Medknowledge-Anmerkung: Die Unterschiede bei den Punktionszeiten waren minimal. Die wichtigeren Unterschiede waren die höhere Anzahl der falschen Katheter-Platzierungen (falsche Lage) und der Fehlversuche unter dem intraklavikulären Zugangsweg. Das ist natürlich ein Argument für den supraklavikulären Zugangsweg. Die Ärzte sollten jedoch an erster Stelle den Zugangsweg nehmen, mit dem Sie persönlich die meiste Erfahrung haben.

1-Byon H-J et al. Comparison between ultrasound-guided supraclavicular and infraclavicular approaches for subclavian venous catheterization in children — A randomized trial. Br J Anaesth 2013 Jun 10

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