Cannabis
(Haschisch)
Aus „Cannabis sativa" (Indischer Hanf) werden Haschisch und
Marihuana gewonnen. Cannabis ist eine der ältesten bekannten
Drogen-Pflanzen der Menschheit und neben Alkohol die am weitesten
verbreitet Rauschdroge überhaupt. Die Anbau und Produktionsgebiete
reichen von den USA über Mexiko und Zentralamerika, Südamerika und
Afrika bis nach Südostasien.
Als Marihuana oder „Gras“ wird das Gemisch aus den getrockneten Blättern,
Blüten und Stengeln der Pflanze bezeichnet, Haschisch wird aus dem Harz
der in Blüte stehenden weiblichen Cannabis-Pflanze gewonnen. Das Harz
wird geknetet und zu biegsamen Platten gepresst, deren Farben von grün über
rot bis braun und schwarz reichen können.
- Konsumform: Üblicherweise wird Haschisch in Zigarettenform - der
sogenannte „Joint“ - oder aus speziellen Pfeifen geraucht, seltener
wird es mit unterschiedlichen Speisen verarbeitet oder in Getränken wie
Tee oder Kakao getrunken. Der berauschende Wirkstoff des Hanfs heißt
Tetrahydrocannabinol - kurz THC. Der THC-Gehalt liegt bei 1 -16 %.
- Wirkung: Das Rauchen von Marihuana ruft ein euphorisches Gefühl hervor,
man hält sich für intelligenter, brillanter, tiefsinniger. Die
kognitiven Prozesse sind jedoch in Wahrheit stark eingeschränkt: es kommt
zu Denkstörungen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen. Das
Erinnerungsvermögen wird schlechter. als körperliche Beeinträchtigungen
fallen insbesondere Veränderungen in Mimik und Gestik, Bewegungsauffälligkeiten,
Blutdruckabfall, Herzrasen, erweiterte Pupillen und Mundtrockenheit auf.
Langzeitgebrauch kann zu psychischer Abhängigkeit führen. Man beobachtet
Passivität und Interessenlosigkeit, die Fähigkeit und Motivation zum
Lernen ist stark eingeschränkt. Es besteht erhöhtes Krebsrisiko.
Ecstasy
Ausführliche
Informationen über Ecstasy (XTC)
Ecstasy ist eine illegale, synthetische Droge und wird in Form von Pillen,
Tabletten oder Kapseln verkauft, die dann geschluckt werden. In den
letzten Jahren ist es zu einer - vor allem bei Jugendlichen - weit
verbreiteten Partydroge geworden.
- Wirkung: Zunächst nehmen Konzentrationsfähigkeit und
Leistungsbereitschaft zu. Man fühlt sich wach und angeregt, fühlt eine
größere Sympathie für sich und andere, man ist extrovertierter,
ausgelassener und offener. Körperliche Symptome sind eine Erhöhung der Körpertemperatur,
das Blutdrucks und des Pulses sowie eine Vergrößerung der Pupillen. Übelkeit,
Mundtrockenheit, Verkrampfung der Kiefermuskulatur können Nebenwirkungen
von Ecstasy sein. Gleichzeitig werden Schmerz, Hunger, Durst und Erschöpfung
nicht mehr wahrgenommen.
In der Vergangenheit ist es in verschiedenen Ländern zu Todesfällen im
Zusammenhang mit Ecstasy gekommen. Experten gehen davon aus, dass dabei
verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: Überhitzung des Körpers - auch
gefördert durch das lange und intensive Tanzen -, extremer Flüssigkeitsverlust,
Einnahme einer Überhöhten Dosis und gleichzeitige Kombination mit
anderen Drogen.
Die Wirkungsdauer beträgt gewöhnlich 2 bis 6 Stunden.
Unmittelbare Nachwirkungen des Ecstasy-Gebrauchs sind mit einem
„Kater“ zu vergleichen: Müdigkeit, Motivationslosigkeit,
Unkonzentriertheit, Appetitverlust, Depressionen, Angstzustände, Schlafstörungen.
Häufiger und hochdosierter Konsum kann wahrscheinlich zu bleibenden
Hirnschäden führen.
Folgende Verhaltensweisen können auf einen erhöhten Ecstasy-Konsum
hinweisen:
- Appetitlosigkeit: bekannteste Nebenwirkung von Ecstasy, kann zu
langsamen Gewichtsverlust führen.
- Einschlaf- und Durchschlafstörungen: diese Störungen machen sich meist
am nächsten Morgen und auch noch Tage nach einem durchfeierten Wochenende
bemerkbar.
- Stimmungsschwankungen und Gefühlskälte: Oft fallen Ecstasy-Konsumenten
nach einem Wochenende in ein depressives Loch
- Wechsel der Freundeskreises: Die alten nicht-konsumierenden Freunde
kennt man von einem auf den anderen Tag nicht mehr.
- Fixiert auf Weggehen und Partyfeiern: Der Alltag erscheint grau, monoton
und langweilig. Das Wochenende beginnt meist schon am Donnerstag. Der
Jugendliche ist nur noch selten zu Hause.
- Vernachlässigung der Arbeit bzw. Schule: Der Jugendliche ist bedingt
durch das exzessive Partyfeiern bis frühmorgens oft nicht in der Lage
regelmäßig zur Schule bzw. zur Arbeit zu gehen.
- Hyperaktivität und Trancezustand: Der Konsument hat starken
Bewegungsdrang, die Droge macht gesprächig. Oft aber kann auch das
Gegenteil beobachtet werden: Ecstasy-Konsumenten können auch stundenlang
auf einem Stuhl sitzen und wie in Trance das wilde Treiben um sich herum
beobachten.
ERSTE HILFE
Zittern, Schweißausbrüche, Zähne mahlen, Übelkeit und Angstgefühle können
Anzeichen einer Überdosierung sein. Es ist sofort ärztliche Hilfe zu
holen. Es empfiehlt sich unbedingt auf Frischluftzufuhr zu achten. Lassen
Sie die betroffene Person nicht allein: Streicheln, Zureden, Handhalten
und Körperkontakt können hier viel bewirken. Bei Kreislaufproblemen:
Beine hochlagern, Kopf zur Seite und Frischluft zuführen: auf jeden Fall
einer Erstickungsgefahr durch stabile Seitenlage vorbeugen.
LSD
LSD (= Lysergsäurediethylamid), halbsynthetisches Derivat der
Lysergsäure,
eines Bestandteils des "Mutterkorns"; dieser Pilz aus der Klasse
der Askomyzeten befällt bevorzugt bestimmte Getreideähren (z. b. Roggen
und Mais).
- Konsumform: Als Rauschgift gibt es Wirkstoff in Tablettenform oder in
Gelatine gelöst, die dann nach dem Aushärten in Stücke gestanzt wird.
Er kann aber auch in Flüssigkeit gelöst und auf ein saugfähiges
Material (z. B. Zuckerstückchen, Löschpapier, Filzstücke,
Papierbildchen. Die Formen und Symbole der sog. „Trips" wechseln ständig
und sind bis zum Puzzle getarnt.
LSD wir über den Mund eingenommen und geschluckt („Trip
einwerfen").
- Wirkungen: Im LSD-Rausch kommt es zu massiven Wahrnehmungsstörungen und
Wahnerlebnissen. Dazu gehören Halluzinationen, Persönlichkeitsverlust,
Sinnestäuschungen, Auflösung der Raum-Zeit-Beziehung und das Gefühl,
vom Körper losgelöst zu sein. Positive wie auch negative Gefühle und
Empfindungen werden verstärkt, Tone werden „gefühlt“, Farben
„geschmeckt". Besonders gefährlich sind die Halluzinationen und
die Krankhafte Selbstüberschätzung (z. B. Fenstersturz in dem Irrglauben
„fliegen zu können"). Die Wirkdauer beträgt 8 bis 12 Stunden.
Chronischer LSD-Konsum führt zu starker psychischer Abhängigkeit und
wirkt sich in der Regel persönlichkeitsverändernd aus und kann u. U.
Schizophrenie und andere psychische Krankheiten auslösen.
Heroin
Heroin wird in mehreren Schritten aus Opium gewonnen (Opium ist der
eingetrocknete Milchsaft der unreifen Schlafmohnkapsel).
- Konsumform: Heroin wird in die Vene gespritzt, es wird geraucht oder auf
erhitzter Alu-Folie inhaliert, seltener wird es geschnupft. Zum Injizieren
wird es zuvor in einem geradegebogenen Löffel mit Ascorbinsäure oder
Zitronensaft erhitzt und durch ein Stückchen Zellstoff (zumeist
Zigarettenfilter oder ausgezupfte Tampons) gefiltert aufgezogen.
Injektionsstellen sind in Arm, Handrücken, Füße, Hals. Der Konsument
kann seinen Konsum 3 bis 6 Monate soweit einschränken, dass nicht täglich
"geschossen werden muss. Maximal 1 Jahr gelingt es ihm, mit täglich
einer Injektion auszukommen. Danach braucht er 3 - 4 Päckchen am Tag.
- Wirkungen: Heroin hat eine stark betäubende und beruhigende Wirkung. Sämtliche
Empfindungen wir Schmerz, Leeregefühl, Sorgen, Unwille, Angstgefühle
werden kurzfristig blockiert und zugedeckt. Anfänglich beobachtet man
eine starke Euphorie, das Selbstbewusstsein ist gesteigert.
Sehr schnell kann Heroin körperliche und seelische Abhängigkeit
erzeugen. Wird kein „Stoff" zugeführt treten Entzugserscheinungen
auf. Akute Gefahren sind Bewusstlosigkeit (Ersticken an Erbrochenem),
Atemlähmung, Herzschwäche mit Todesfolge insbesondere bei Überdosierung
oder giftigen Beimengungen. Besondere Risiken sind Infektionen (Geschwüre
AIDS, Hepatitis u. a. ) durch nicht sterile von mehreren Personen benutzte
Spritzen, Leberschäden, Magen- und Darmstörungen. Bei Dauergebrauch ist
ein Persönlichkeitsabbau feststellbar. Der Konsument wir reizbar,
aggressiv, egozentrisch. Gehirnschäden können auftreten, ein
Abmagerungsprozess bis hin zum körperlichen Verfall setzt ein.
Entzugserscheinungen sind innere Unruhe, Schwitzen, Schlafstörungen, Schüttelfrost,
Krämpfe, Fieber, Erbrechen, Durchfall.
Folgende Indizien weisen auf Heroinkonsum hin:
- überschminkte und auffällig verdeckte Einstichstellen nicht nur am
Arm, Vernarbungen
- abgerissene Zigarettenfilter, ausgefranste Tampons
- Mitführen von Gürtel oder Kopftuch
- Ruß vom Abwischen des Löffels
- bläuliche Verfärbung an der Unterseite des Löffels von der Erhitzung
- Hüllen von Injektionsnadeln, angerußte Alufolie, Rollen aus starkem
Papier
- nachlassende Merkfähigkeit
Kokain
Kokain wird aus den Blättern des in Südamerika wachsenden Kokastrauches
gewonnen. Die Blätter werden viermal im Jahr geerntet. Sie enthalten
verschiedene Inhaltsstoffe, von denen das Kokain als Hauptwirkstoff
extrahiert wird. Es ist als weises Pulver auf dem Markt.
- Konsumform: Kokain kann geraucht, inhaliert oder geschnupft werden. Beim
"schnupfen wird es über sog. Linien durch kleine Röhrchen in die
Nase eingezogen. Es wird in seltenen Fällen auch gespritzt.
- Wirkungen: Kokain wirkt auf das zentrale Nervensystem, es betäubt die
Nervenzellen, macht sie gegen Reize unempfindlich. Zunächst wirkt es
aktivitätssteigernd, euphorisch und enthemmend. Kälte-, Hunger-, Durst-
und Müdigkeitsgefühle werden betäubt. Ein erhöhtes Kontakt- und
Redebedürfnis wird hervorgerufen. Nach dem „Hoch", einem etwa
einstündigen Kokainrausch, folgt in der Regel ein unangenehmes
„Tief", man ist angespannt, müde und missmutig. das führt zu ständiger
Steigerung der Tagesdosis.
Die aufputschende Wirkung des Kokains kann in ein Kokaindelirium münden
mit Bewusstseinsstörungen, ausgeprägter Aggressionsneigung und
Halluzinationen. Im weiteren Verlauf stellen sich häufig Magenschmerzen,
Muskelschmerzen, Reizbarkeit, Depressionen, Angst- und Panikzustände
sowie Kreislaufstörungen ein.
Kokain hat ein sehr hohes psychisches Abhängigkeitspotential. Dauernd
hohe Dosierungen führen zu tiefen Depressionen, Verfolgungswahn,
Halluzinationen, Gehirnschäden, Abmagerung. Bei Überdosierung besteht
die Gefahr einer tödlichen Atemlähmung und/oder Herzschwäche. Durch das
Kokain-Schnupfen kann die Nasenscheidewand angegriffen werden.
Schnüffelstoffe und Lösungsmittel
Grundlage der Schnüffelstoffe sind in der Regel lösungsmittelhaltige
Artikel aus dem Haushalts- und Bastelbereich, angefangen von Sprays und
Nagellacken über Filzschreiber, Klebstoffe und Lacke bis hin zu
Entfrostern, Insektenvertilgungsmitteln und Benzin. Diese Lösungsmittel
bestehen aus leicht flüchtigen Kohlenwasserstoffen oder Alkoholen. Die
meisten verdunsten bei normaler Zimmertemperatur.
Da die Artikel überall erhältlich und relativ billig sind, besteht die
Gefahr, dass sie gerade von Jugendlichen als Rauschmittel missbraucht
werden.
- Konsumform: Schnüffelstoffe werden inhaliert, dazu werden die lösungsmittelhaltigen
Substanzen entweder in Plastiktüten gefüllt und eingeatmet oder über
getränkte Tücher aufgenommen.
- Wirkungen: Beim Inhalieren setzt ein kurzer Rausch ein, der durch
erneutes Einatmen wiederholt werden kann. Zunächst zeigt der Körper
Abwehrreaktionen wie Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Erst danach
erfolgt der eigentliche Rausch mit gesteigerten Sinneswahrnehmungen und
Hochstimmung.
Akute Risiken des Missbrauchs sind Atemstörungen, die Gefahr der
Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle und Herzrhythmusstörungen. Regelmäßiges
Schnüffeln kann zu erheblich psychischer Abhängigkeit und schweren körperlichen
und seelischen Schäden führen: Verbrennungen und Verätzungen der
Atemwege, spastische Lähmungen, Organschäden; längerer Konsum führt
zur Demenz (Verblödung). Bei zu hoher Dosis kann Bewusstlosigkeit und
Atemlähmung mit Todesfolge auftreten.
(Quelle: Broschüren der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)
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