|
Im
August 2002 wurde in Europa ein weiteres
Präparat, Memantin (Axura® von Merz
Pharmaceuticals)
zur Therapie von mittelschweren bis schweren
Alzheimer-Erkrankung zugelassen. Als Therapieoption
zur Behandlung der leichten bis mittelschweren
Alzheimer-Demenz waren bisher Acetylcholinesterase-Inhibitoren wie Donepezil (Aricept®
von Pfizer) zugelassen.
Memantine
(Axura®) soll durch Blockade an den NMDA-Rezeptoren,
schädliche
Auswirkungen von Glutamat an NMDA-Rezeptoren im Gehirn
verhindern (Neuroprotektion).
In
einer klinischen Studie (Reisberg) mit Patienten, die an
mittelschwerer Alzheimer-Krankheit leiden zeigte die
Behandlung mit Memantine (Axura®) über einen
Behandlungszeitraum von sechs Monaten im Vergleich zu
Plazebo eine günstige Wirkung. Dieser Nutzen zeigte
sich bei den funktionalen Fähigkeiten (Tätigkeiten
des täglichen Lebens), im klinischen Gesamtstatus
sowie im kognitivem Bereich. Die häufigsten Nebenwirkungen
waren Halluzinationen, Verwirrung, Schwindel,
Kopfschmerz und Müdigkeit (Quelle: EMEA)
Memantine
ist dem anderen NMDA Antagonist Amantadin chemisch
ähnlich. Die gleichzeitige Einnahme von
NMDA-Antagonisten sind aufgrund möglicher psychischen
Nebenwirkungen kontraindiziert.
Dosis:
Die empfohlene Dosis
liegt bei zweimal 10 mg am Tag (20 mg/Tag).
Memantin
wurde bis vor kurzem als Akatinol® von Merz Pharmaceuticals zur Behandlung bei leichten
bis mittelschweren Hirnleistungsstörungen sowie bei
Erkrankungen, bei denen eine Steigerung der
Aufmerksamkeit und Wachheit erforderlich ist, wie z.B.
parkinsonähnliche Erkrankungen, angeboten. Nach der
Indikationserweiterung auf Alzheimer-Demenz
wurde der Markenname Akatinol® auf Axura®
umgeändert.
Langzeit
Studien und vor allem Vergleichsstudien mit
Acetylcholinesterase-Inhibitoren müssten noch die
Wirksamkeit von Memantin untermauern.
|