Wirkweise:
Das
Arzneimittel hemmt das Enzym HBV-DNA-Polymerase, das
eine wichtige Rolle bei der Vermehrung vom Hepatitis B
Virus im Körper spielt. Adefovir Dipivoxil senkt das
HBV-DNA-Viruslast bei Patienten mit chronischer
Hepatitis B.
Zwei
Medikamente werden derzeit gegen chronische Hepatits B
eingesetzt: Interferon alpha and Nukleosidanalogon
Lamivudin. Interferon wird aufgrund der Nebenwirkungen
oft nicht toleriert, und gegen Nukleosidanalogon
Lamivudin können nach längerer Therapie Resistenzen
bilden. Adefovir Dipivoxil sei auch bei jenen
Patienten wirksam, die bereits HBV-Stämme mit
Resistenzen gegen Lamivudin oder mit Mutationen im
Precore-Gen (Precore-Mutanten des Hepatitis-B-Virus)
aufweisen und erweitere die Therapieoptionen bei
chronische Hepatitis B.
Wirksamkeit:
In den zwei in NEJM publizierten Phase-III-Studien
(1,2) nach 48wöchiger Therapie zeigten gegenüber der
Plazebo-Gruppe mehr Patienten in der
Adefovir-Gruppe eine histologische Besserung (HbeAg-pos:
53% vs. 25; HbeAg-neg: 64% vs. 33%), und eine
Normalisierung der Transaminasen. Patienten mit
HBeAg-positiver Hepatitis zeigten unter Adefovir
ebenfalls häufiger eine HBeAg-Serokonversion
(12% vs. 6%).
Dosierung:
In den publizierten Studien (1,2) wurde 10 mg
Adefovir (Hepsera®) täglich empfohlen. Die 10 mg Dosis
besitzt im Vergleich zu 30 mg Dosis ein günstiges
Risiko-Nutzen-Profil für die Langzeit-Therapie. Die
optimale Therapiedauer ist noch unbekannt.
Nebenwirkungen:
Adefovir
Dipivoxil wurde von der Aids-Forschung entwickelt,
wurde jedoch bei der HIV-Therapie wegen
Nephrotoxizität als Nebenwirkung nicht angewendet. In
der geringen Dosis 10 mg, die bei den Phase III
Studien gegen Hepatitis B eingesetzt wurde, ist die
Nierenfunktionsstörung nicht aufgetreten. Bei
Patienten mit bekannter Nierenfunktionstörung müssen
die Nierenwerte regelmässig kontrolliert
werden.
Nach
Absetzen von Adefovir kann es wie bei anderen
Hepatitis-Behandlungen
zu
einem schwerem Krankheitsausbruch kommen.