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Neue
Medikamente 2007
Entecavir
(Baraclude®) selektives Deoxyguanosin bei Hepatitis-B
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Schlüsselwörter: Baraclude,
Entecavir,
selektives Deoxyguanosin, chronische Hepatitis-B,
Interferon-a, Lamivudin
und HBV.
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Entecavir
(Baraclude®) ist ein antiviral wirksames Medikament
und enthält den Wirkstoff Entecavir. Am 26. Juni 2006
erteilte die Europäische Kommission dem Unternehmen
BRISTOL-MYERS SQUIBB PHARMA EEIG die
Zulassungs-Genehmigung für das Inverkehrbringen in
der gesamten Europäischen Union. USA (30/09/2004).
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Anwendung
(Indikation)
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Entecavir
(Baraclude®) wird
zur Behandlung Erwachsener angewendet, die an
chronischer (langfristiger) Hepatitis B
(Lebererkrankung infolge einer Infektion mit dem
Hepatitis-B-Virus) leiden. Es wird bei Patienten mit
kompensierter Lebererkrankung (d. h. mit geschädigter,
aber normal arbeitender Leber) eingesetzt, die darüber
hinaus Anzeichen einer weiteren Vermehrung des Virus
sowie einer Leberschädigung (erhöhtes Leberenzym,
Anzeichen einer Schädigung bei Untersuchung des
Lebergewebes unter einem Mikroskop) zeigen. Das
Arzneimittel bedarf einer ärztlichen Verschreibung.
Gegenanzeigen sind Allergien und bei Patienten, die
gleichzeitig mit HIV und dem Hepatitis-B-Virus
infiziert sind, und bei denen keine HAART (hochaktive
antiretrovirale Therapie) durchgeführt wird.
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Eigenschaften
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Der
Wirkstoff in Baraclude®, Entecavir, ist eine
antivirale (gegen Viren gerichtete) Substanz und gehört
zur Klasse der Nukleosidanaloga. Nukleoside sind
Bausteine der Virus-DNA (Erbsubstanz) und werden im
Hepatitis-B-Virus durch das Enzym DNA-Polymerase zu
spiralförmigen langen Ketten aneinandergereiht.
Dieses Enzym spielt eine entscheidende Rolle bei der
Bildung und Vermehrung der vollständigen Virus-DNA.
Die Aneinanderreihung der natürlichen Nukleoside
bildet die für die Vermehrung wichtige Erbsubstanz.
Nukleosidanaloga sind falsche DNA-Bausteine (Teile der
Erbsubstanz) und werden in Vorstufen der Virus-DNA
(Erbsubstanz des Virus) eingebaut. Entecavir wird
anstelle eines natürlichen Bausteins in die DNA des
Virus eingebaut, was zum vorzeitigen Abbruch des
Aufbaus der Virus-DNA-Kette führt, das Enzym
DNA-Polymerase wird gehemmt. Dadurch wird auch die
Vermehrung der Hepatitis-B-Viren gehemmt oder sogar
verhindert. Durch den Einbau falscher DNA-Bausteine
beeinträchtigt Baraclude® die Bildung und Vermehrung
der kompletten Erbsubstanz der Viren. Baraclude®
hemmt bzw. stoppt die DNA-Produktion durch das
Hepatitis-B-Virus und hindert es so daran, sich weiter
zu vermehren und zu verbreiten. Baraclude® hemmt auch
das HI-Virus (HIV). Bisher war bekannt, dass Baraclude®
nicht auf HIV wirksam ist.
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Dosierung
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Patienten
mit normaler Nierenfunktion
Entecavir
(Baraclude®) ist in Form von Tabletten (weiß: 0,5
mg, rosa: 1 mg) oder als Lösung zum Einnehmen (0,05
mg/ml) erhältlich. Die Behandlung mit Baraclude®
sollte von einem Arzt eingeleitet werden, der erfahren
ist in der Behandlung der chronischen Hepatitis B
(Lebererkrankung infolge einer Infektion mit dem
Hepatitis-B-Virus). Entecavir (Baraclude®) wird
einmal täglich eingenommen. Die Dosis richtet sich
danach, ob der Patient im Vorfeld bereits wegen
chronischer Hepatitis B mit einem Arzneimittel aus der
gleichen Arzneimittelgruppe (einem anderen
Nukleosidanalogon wie z. B. Lamivudin) behandelt
worden ist. Patienten, die zuvor noch nicht mit einem
Nukleosidanalogon behandelt wurden, erhalten eine
Dosis von 0,5 mg, während die Dosierung von 1 mg bei
solchen Patienten angewendet wird, die zuvor bereits
Lamivudin erhalten haben, nun aber Lamivudin-„refraktär“
sind (nicht mehr auf die Behandlung ansprechen).
Baraclude®-Einnahme
und Mahlzeiten
Die
0,5-mg-Dosis kann zum Essen oder unabhängig von den
Mahlzeiten eingenommen werden. Die 1-mg-Dosis muss
hingegen mindestens 2 Stunden vor oder 2 Stunden nach
einer Mahlzeit eingenommen werden.
Patienten
mit eingeschränkter Nierenfunktion
Bei
Patienten mit stärker eingeschränkter Nierenfunktion
muß die Dosierung
reduziert werden. Die Ausscheidung von Entecavir (Baraclude®)
sinkt mit abfallender Ausscheidungsleistung der
Nieren. Eine Dosisanpassung wird für Patienten mit
einer Nierenleistung (Kreatinin-Clearance) <50
Milliliter pro Minute empfohlen, einschließlich
dialysepflichtiger Patienten (Blutwäsche). Je
niedriger die Nierenleistung beim jeweiligen
Patienten, um so niedriger wird die Baraclude®-Dosierung
gewählt (Reduktion von 0,5 mg auf bis zu ein
Zehntel =0,05 mg bei einer Kreatinin-Clearance
von unter 10 ml/min, bei Dialyse. Hierfür steht
Entecavir (Baraclude®) als Lösung zum Einnehmen zur
Verfügung und kann leicht individuell dosiert werden.
An Hämodialyse-Tagen erfolgt die Gabe von Entecavir (Baraclude®)
nach der Hämodialyse.
Dauer
der Behandlung
Die
optimale Behandlungsdauer mit Entecavir (Baraclude®)
ist nicht bekannt, hängt jedoch davon ab, wie der
Patient auf die Behandlung anspricht. Ist die
Behandlung erfolgreich, kann ein Beenden/Unterbrechen
der Behandlung erwogen werden. Bei Patienten mit
Nachweis des Hepatitis-B-Antigens (markanter Teil des
krankmachenden Hepatitis-B-Virus) im Blut sollte die
Behandlung mindestens bis zum festgestellten Verlust
des Hepatitis-B-Antigens, bis zur Serokonversion
(Antikörpernachweis) oder bis zum Verlust der
Wirksamkeit von Baraclude® weitergeführt werden. Der
Verlust des Hepatitis-B-Antigens gilt als
nachgewiesen, wenn in zwei aufeinanderfolgenden
Blut-Analysen innerhalb von mindestens 3-6 Monaten
Tests auf Hepatitis-B-Antigen negativ waren. Bei
Hepatitis-B-Antigen-e-negativen Patienten sollte die
Behandlung mindestens bis zur Serokonversion (Antikörpernachweis)
oder bis zum Verlust der Wirksamkeit von Baraclude®
weitergeführt werden.
Mit
fortgesetzter Behandlungsdauer von über 2 Jahren
werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen,
um sicherzustellen, dass die Weiterführung der
Behandlung für den Patienten weiterhin angezeigt ist.
Kann die Behandlung abgebrochen werden, dann sollte
die Leberfunktion wiederholt, in regelmäßigen Abständen
sowohl klinisch als auch anhand von Laboranalysen,
mindestens 6 Monate lang nach Abbruch der Hepatitis
B-Therapie/Baraclude®-Therapie überwacht werden.
Gegebenenfalls kann eine Wiederaufnahme der Hepatitis
B-Therapie erforderlich sein.
Wechselwirkungen
Entecavir,
der arzneilich wirksame Bestandteil von Baraclude®,
wird vorwiegend über die Niere ausgeschieden. Die
gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die wie
Baraclude® ebenfalls über die Nieren ausgeschieden
werden oder die Nierenfunktion herabsetzen, kann die
Blut-Konzentrationen jedes der zusammen angewendeten
Arzneimittel erhöhen. Patienten, die neben Baraclude®
zusätzlich die Arzneistoffe Lamivudin,
Adefovir-Dipivoxil oder Tenofovir-Disoproxilfumarat
einnehmen, sollten engmaschig auf Nebenwirkungen überwacht
werden.
Baraclude®
wird nicht über in der Leber vorkommende Abbauwege
des Cytochrom P450-System abgebaut, auch verstärkt es
nicht dessen Aktivität. Daher ist das Auftreten von
Arzneimittelwechselwirkungen am Cytochrom P450-System
unwahrscheinlich.
Schwangerschaft
und Stillzeit
Es
liegen keine hinreichenden Daten für die Verwendung
von Entecavir (Baraclude®) bei Schwangeren vor.
Tierexperimentelle Studien haben eine fruchtschädigende
Wirkungen bei hohen Dosierungen gezeigt. Entecavir (Baraclude®)
darf nicht während der Schwangerschaft angewendet
werden, es sei denn, dies ist zwingend nötig. Frauen
im gebärfähigen Alter sollten zuverlässige Methoden
zur Empfängnisverhütung anwenden.
Es
ist nicht bekannt, ob Entecavir (Baraclude®) beim
Menschen in die Muttermilch übergeht. Tierstudien
zeigten, dass Entecavir (Baraclude®) in die
Muttermilch übergeht. Während der Behandlung mit
Entecavir (Baraclude®) wird empfohlen, nicht zu
stillen. (Quelle: Fachinformation)
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Nebenwirkungen
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Die
häufigsten Nebenwirkungen, die im Rahmen von
klinischen Studien auftraten, waren Kopfschmerzen (bei
9 % der Patienten beobachtet), Müdigkeit (6%),
Schwindel (4%) und Übelkeit (3%).
Eine
Resistenz gegenüber Entecavir (d. h. ein Virus
entwickelt eine Unempfindlichkeit gegenüber dem
antiviralen Wirkstoff) wurde bei Lamivudin-refraktären
Patienten beobachtet. Da sich eine Resistenz auf die
Wirksamkeit auswirken kann, wird der Patient während
der Langzeitbeobachtung streng überwacht.
Baraclude®
kann zu einer Kreuzresistenz gegenüber anderen
antiviralen Wirkstoffen, z.B. Lamivudin, auch
Emtricitabin führen, die bei der Behandlung von
HIV-infizierten Patienten eingesetzt werden. Das heißt,
Lamivudin, auch Emtricitabin verlieren ihre
Wirksamkeit gegen HIV. Das betrifft besonders
HIV-positive Patienten mit Hepatitis-B, die mit
Baraclude® behandelt werden aber noch keine
Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion erhalten.
Die
US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA warnt vor dem
Einsatz des Virustatikums
Baraclude® bei Patienten, die mit dem HI-Virus
koinfiziert sind, diese Infektion aber nicht
behandeln. Bei einem Patienten führte Entecavir zur
Selektion von resistenten HI-Viren, die eine spätere
Behandlung der HIV-Infektion erschweren könnten. Der
Hersteller hat einen „Dear Health Care
Provider“-Brief versandt. Auch HI-Viren vermehren
sich mithilfe einer Polymerase. Diese unterscheidet
sich zwar von der HIV-Polymerase, das Prinzip ist aber
ähnlich. Wie es scheint, kann Entecavir auch die
HIV-Polymerase hemmen. Dies hat die Forscher überrascht,
denn in bisherigen Studien hatte es keine Hinweise
gegeben, dass Entecavir gegen HIV wirksam ist.
Anlass
für die FDA-Meldung ist ein Patient, dessen Fall auf
der diesjährigen Conference on Retroviruses and
Opportunistic Infections (CROI) in Los Angeles
vorgestellt wurde. Der 31 Jahre alte gleichzeitig mit
HIV und HBC infizierte Mann entschied sich dazu, zunächst
seine HBV-Infektion zu behandeln und die HIV-Therapie
zurückzustellen, was die guten CD4-Werte (>500
Zellen/mm3) und die geringe Viruslast von 35.000
Kopien/ml erlaubten.
Die
Therapie der HBV-Erkrankung mit Entecavir schlug gut
an. Die HB-Viruslast ging deutlich zurück. Doch zur
Überraschung der Ärzte der Johns Hopkins Medical
Institutions in Baltimore ging auch die HIV-Viruslast
um etwa 2.000 Kopien/ml zurück. Dies wäre sicherlich
ein günstiger Nebeneffekt gewesen, wenn nicht nach
sechs Monaten eine HIV-Resistenztestung zur Entdeckung
der M184V-Substition geführt hätte. Diese Mutation führt
zu einer Resistenz auf Lamivudin. Dieses Medikament,
auch als 3TC bekannt, ist einer der Feiler der HAART,
der hochaktiven antiretroviralen Therapie.
Es
bestand deshalb die Gefahr, dass die HBV-Therapie den
Erfolg einer späteren HIV-Therapie gefährdet, die
aufgrund der zunehmenden Immunschwäche bei dem
Patienten früher oder später notwendig wird. In Los
Angeles berichteten die Mediziner der Johns Hopkins
Medical Institutions, dass sie bei zwei weiteren
Patienten eine Kreuzresistenz entdeckt hätten.
Der
Hersteller teilt mit, dass in den klinischen Studien
keine antiretrovirale Wirkung von Entecavir
aufgetreten war. Dies lag vermutlich daran, dass die
Patienten in den Studien gleichzeitig eine HAART
durchführten, welche die geringe antiretrovirale
Wirkung von Entecavir überdeckten.
Der
Hersteller hat in der zu diesem Zweck revidierten
Fachinformation eine Kontraindikation für Patienten
eingefügt, die gleichzeitig mit HIV und HBV infiziert
sind, und bei denen keine HAART durchgeführt wird.
Die
gute Nachricht ist nach Ansicht der Johns
Hopkins-Mediziner, dass koinfizierte Patienten weiter
mit Entecavir behandelt werden können, wenn sich
gleichzeitig eine HAART durchführen. Wenn sie
allerdings den Wunsch haben, zuerst die HBV-Infektion
zu therapieren, seien sie in Zukunft um eine wichtige
Therapieoption ärmer.
Exazerbationen
(Wiederaufflammen) der Lebererkrankung nach Ende der
Behandlung gehen üblicherweise einher mit einem
Anstieg der HBV-DNA, und scheinen überwiegend selbst
limitierend zu sein. Dennoch wurden schwere
Exazerbationen, auch mit Todesfolge, berichtet. Bei
Nukleosid-naiven Patienten wurden unter Baraclude®
Exazerbationen nach Behandlungsende mit einem medianen
Zeitraum bis zum Auftreten von 23 - 24 Wochen
berichtet, am häufigsten bei HBeAg-negativen
Patienten. Die Leberfunktion sollte wiederholt, in
regelmäßigen Abständen sowohl klinisch als auch
anhand von Laboranalysen, mindestens 6 Monate lang
nach Abbruch der Hepatitis B-Therapie überwacht
werden. Gegebenenfalls kann eine Wiederaufnahme der
Hepatitis B-Therapie erforderlich sein.
Bei
Patienten mit dekompensierter Zirrhose wurde eine höhere
Rate von schwerwiegenden Nebenwirkungen an der Leber
gegenüber den Raten von Patienten mit kompensierter
Leberfunktion beobachtet. Diese Beobachtung basiert
auf der begrenzten Erfahrung bei 45 Patienten mit
Child-Pugh Scores ≥ 7 zu Beginn der Behandlung
mit Baraclude®. Diese Patienten sollten regelmäßig
hinsichtlich klinischer, virologischer und
serologischer Parameter, die mit Hepatitis B, Leber-
und Nierenfunktion und dem antiviralen Ansprechen während
der Behandlung assoziiert sind, noch für mindestens
weitere 6 Monate danach engmaschig überwacht werden.
Patienten, bei denen Anzeichen einer Leberinsuffizienz
während oder nach der Behandlung auftreten, sollten
gegebenenfalls noch häufiger überwacht werden.
Bei
der Anwendung von Nukleosidanaloga wurde über das
Auftreten von Laktatazidosen (Übersäuerung mit
Milchsäure) berichtet, die in einigen Fällen tödlich
verliefen und in der Regel mit schwerer Hepatomegalie
(Lebervergrößerung) und Hepatosteatose
(Fetteinlagerung) einher gingen. Da Baraclude® ein
Nukleosidanalogon ist, kann dieses Risiko nicht
ausgeschlossen werden. Die Behandlung mit
Nukleosidanaloga sollte bei Auftreten von schnell
ansteigenden Transaminasespiegeln, progressiver
Hepatomegalie oder metabolischer Azidose/Laktatazidose
unklarer Genese abgebrochen werden. Leichte
Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und
Bauchschmerzen können auf eine beginnende
Laktatazidose hinweisen. Schwere Fälle, davon einige
mit tödlichem Ausgang, gingen einher mit Pankreatitis
(Entzündung der Bauchspeicheldrüse), Leberversagen
und Nierenversagen. Um zwischen erhöhten
Transaminasen als Reaktion auf die Behandlung und
ansteigenden Werten, die möglicherweise im
Zusammenhang mit einer Laktatazidose auftreten, zu
unterscheiden, sollten Ärzte sicherstellen, dass Veränderungen
der ALT-Werte mit Verbesserungen anderer Laborwerte
der chronischen Hepatitis B einhergehen.
Für
weitergehende Informationen über Nebenwirkungen,
Konraindikationen und Gegenanzeigen siehe
Fachinformation vom Hersteller B-MS.
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Wirkung,
Ergebnisse
der Zulassungsstudien in Kurzform
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Bei
der Therapie der chronischen Hepatitis B werden
derzeit vor allem Interferon-alpha und Lamivudin (antiretrovirales
Virustatikum) eingesetzt. Weitere Nukleosidanaloga wie
Adefovir werden in klinischen Studien überprüft.
Wirksamkeit
und Verträglichkeit von Entecavir (Baraclude®) bei
chronischer Hepatitis B wurden bis zu ein Jahr lang im
Rahmen von 3 Hauptstudien mit der von Lamivudin (3,4)
verglichen.
In
der weltweiten BEHoLD-Studie wurden 715 HBeAg-positive
Patienten und 648 HBeAg-negative Patienten behandelt. Das
Akronym steht für Benefits of Entecavir for Hepatitis
B Liver Disease.
Die
Patienten erhielten nach dem Zufallsprinzip über 48
Wochen täglich 0,5 mg Entecavir (Baraclude®) oder 100 mg Lamivudin (Ting-Tsung Chang und seine Kollegen, NEJM 354,
2006, 1001 und 1011).
Die
Patienten waren überwiegend männlich, zwischen 35
und 44 Jahre alt und unterzogen sich mindestens ein
Jahr lang einer Behandlung mit Baraclude® oder
Lamivudin. Zwei Studien (1 363 Patienten) wurden mit
Nukleosid-naiven Patienten durchgeführt (Patienten,
die zuvor noch nicht mit Nukleosidanaloga behandelt
worden waren). An der dritten Studie (293 Patienten)
nahmen Patienten teil, die auf die Behandlung mit
Lamivudin nicht mehr ansprachen. Bei den Studien wurde
die Wirksamkeit der Behandlung gemessen, indem
untersucht wurde, wie sich die Leberschädigung nach
48 Behandlungswochen entwickelt hatte (anhand einer
Leberbiopsie, bei der eine Lebergewebeprobe genommen
und unter dem Mikroskop untersucht wird). Außerdem
wurden weitere Symptome der Krankheit, z. B. die Werte
eines Leberenzyms (ALT) oder die im Blut der Patienten
zirkulierende Virus-DNA, gemessen.
Baraclude®
war bei Nukleosid-naiven Patienten wirksamer als
Lamivudin: eine Verbesserung des Leberzustands wurde
bei 72% der mit Baraclude® behandelten Patienten
gegenüber 62 % der mit Lamivudin behandelten
Patienten beobachtet. Diese Ergebnisse zeigten sich
sowohl bei „HBeAntigen-positiven“ (mit dem
verbreiteten Hepatitis-B-Virus infizierten) Patienten
sowie bei „HBeAntigen-negativen“ Patienten.
Letztere sind mit einem mutierten Virustyp infiziert,
der eine Form der chronischen Hepatitis B verursacht,
die schwieriger zu behandeln ist. Darüber hinaus war
Baraclude® auch bei Lamivudin-refraktären Patienten
wirksamer als Lamivudin: Bei 55% der mit Baraclude®
behandelten Patienten im Vergleich zu 28% der
Patienten unter Lamivudin kam es zu einer Verbesserung
des Leberzustands. Bei Abschluss der Studie wiesen 55%
der mit Baraclude® behandelten Patienten einen
normalen ALT-Wert auf, und Virus-DNA war in ihrem Blut
nicht nachweisbar. Hingegen zeigten nur 4% der mit
Lamivudin behandelten Patienten dieselben
Ergebnisse.
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Fazit
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Die
Nutzen-Risiko-Evaluation für Entecavir (Baraclude®)
ist positiv in Patienten mit kompensierter chronischer
Hepatitis B ohne bisherige Behandlung sowie in
Patienten, die nicht auf Lamivudin ansprechen und
damit schwer zu therapieren sind. Somit ist Entecavir
(Baraclude®) eine weitere Therapieoption zur Therapie
der chronischen Hepatitis B. Da Studiendaten über
einen begrenzten Zeitraum von einem Jahr vorliegen,
ist eine bessere Kenntnis von
Langzeitwirksamkeit und -verträglichkeit notwendig,
denn die Therapie
der chronischen Hepatitis B erfordert
Behandlungszeiten mit Entecavir (Baraclude®) über
Jahre. Auch ist eine bessere Kenntnis von
Wirkungen und Nebenwirkungen in speziellen
Patientengruppen nötig, z.B. bei dekompensierter
Lebererkrankung.
Der
pharmazeutische Unternehmer untersucht diese und
andere Fragen in einem speziellen
Risiko-Management-Plan, einem Paket von umfassenden
Sicherheitsmaßnahmen. Gemessen an der Schwere der mit
Entecavir (Baraclude®) behandelten Krankheit (Hepatitis
B kann zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen)
erscheinen mögliche Nebenwirkungen vertretbar.
Ob
die in tierexperimentellen Studien gefundenen
erbgutschädigenden und krebsauslösenden Wirkungen
auch beim Menschen auftreten, ist unbekannt. Daher
laufen derzeit langfristige Sicherheitsstudien an mit
Entecavir (Baraclude®) behandelten Patienten.
Nichtwirksamkeit ist auch eine Nebenwirkung und birgt
bei Antiinfektiva Risiken. Daher sollten in laufenden
Studien und Beobachtungen und wenn möglich in der
Praxis auftretende Resistenzen rechtzeitig erkannt
werden, um Entecavir (Baraclude®) gezielt einsetzen
zu können.
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Literatur:
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EMEA
zu Entecavir (Baraclude®)
-
FDA
zu Entecavir (Baraclude®)
-
Ting-Tsung Chang et al: A Comparison of
Entecavir and Lamivudine for HBeAg-Positive Chronic
Hepatitis B. NEJM 2006, Volume 354:1001-1010
-
Ching-Lung
Lai et al: Entecavir versus Lamivudine for
Patients with HBeAg-Negative Chronic Hepatitis B.
NEJM 2006, Volume 354:1011-1020
-
Pressemitteilung
der Johns Hopkins Medical Institutions
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Nachtrag
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Hepatitis-B-Medikament
Entecavir kann HIV-Resistenzen induzieren, 21.
Juni 2007
---Moira
A. McMahon et al: The HBV Drug Entecavir — Effects
on HIV-1 Replication and Resistance. NEJM 2007; 356:
2614-2621
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