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A.
Indikation
Harninkontinenz als
Yentreve®
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B.
Indikation
Depression als Cymbalta®:
Die neue Substanz Duloxetin (Cymbalta®)
von Lilly und Boehringer Ingelheim, das auf Serotonin-
und Noradrenalin-System wirkt, wurde jetzt seit Anfang
2005 in Deutschland auf dem Markt eingeführt.
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Anwendungsbereich:
Therapie der Depression.
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Eigenschaften:
Duloxetin (Cymbalta®) ist ein ein kombinierter
Serotonin (5-HT) und Noradrenalin (NA)
Wiederaufnahmehemmer und wirkt sowohl auf das
Noradrenalin- als auch das Serotonin-System im Gehirn
(Noradrenalin und Serotonin sind die wesentlichen
Modulatoren der Gefühlswelt). Lilly hebt als weitere
Vorteile hervor, daß das Medikament nicht allmählich
aufdosiert werden muß und daß es unabhängig von den
Mahlzeiten eingenommen werden. Nach oraler Gabe wird
nach 6 Stunden wird die maximale Konzentration cmax
erreicht. Die absolute orale Bioverfügbarkeit von
Duloxetin liegt zwischen 32 % und 80 % (im Mittel 50
%). Die Eliminationshalbwertszeit von Duloxetin
beträgt sich zwischen 8 und 17 Stunden (im Mittel 12
Stunden).
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Wirkung
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Nach
Angaben der Hersteller wurde Duloxetin (Cymbalta®) in
klinischen Studien mit insgesamt 2951 Patienten, die
die Diagnosekriterien einer Depression nach DSM-IV
erfüllten, untersucht. In den Zulassungstudien zeigte
Duloxetin (Cymbalta®) bei der Depressionsbehandlung
gegenüber Placebo überlegen. Anhand von Hamilton
Depression Rating Scale (HAMD17) wurden die
emotionalen und somatischen Symptome der Depression
unter Duloxetin (Cymbalta®) und Placebo gemessen.
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In
der Studie von Detke (2), veröffentlicht in Journal
of Clinical Psychiatry, wurden 245 Patienten für
Placebo oder Duloxetin (Cymbalta®) für 9 Wochen
randomisiert. Remission unter Duloxetin (Cymbalta®)
war dreimal so häufig wie unter Placebo (44% vs.
16%). Duloxetin (Cymbalta®) reduzierte darüber
hinaus signifikant die körperlichen Beschwerden bzw.
Schmerzen (2,6).
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Ältere
Patienten: In einer weiteren Studie (3)
bei Patienten älter als 55 Jahre war Duloxetin (Cymbalta®)
ebenfalls wirksamer als Plazebo.
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Rezidivpropyhlaxe:
Bei einer Vergleichsstudie vom 2004 (4) wurde
Duloxetin (Cymbalta®) nach einer
8-wöchigen-Initialtherapie 6-Monate lang mit
Paroxetin (Tagonis®) und Placebo verglichen. Die
Wirkung von Duloxetin und Paroxetin war vergleichbar,
die beiden Substanzen waren jedoch dem Plazebo
signifikant überlegen.
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Dosis
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Die
empfohlene Dosis beträgt täglich einmal 60mg. Ein
Ansprechen wird normalerweise nach einer
Behandlungsdauer von 2 – 4 Wochen beobachtet. Im
Fachinformation wird empfohlen, vor dem Absetzen die
Dosis über mindestens 2 Wochen auszuschleichen, um
das Risiko möglicher Absetzphänomene
(Entzugssymptomatik?) zu minimieren.
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Nebenwirkungen
(NW)
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Die
Häufigsten NW: Übelkeit (19.9%), trockener Mund
(14.6%) und Obstipation (11.4%).
Aufgrund
der potentiellen Leberschäden sowie
ZNS-Wechselwirkungen ist bei der Anwendung der
Duloxetin (Cymbalta®) mit Alkohol Vorsicht geboten,
US-Fachinformation rät von der Verordnung vom
Cymbalta bei starkem Alkoholmissbrauch ab.
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Für
weitergehende Informationen über Dosis,
Nebenwirkungen, Kontraindikationen und Gegenanzeigen
siehe Fachinformation von Lilly.
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Fazit:
Die Daten und bisherigen Studienergebnisse sind
vielversprechend. Duloxetin (Cymbalta®) scheint mit
einem geringen Nebenwirkungsprofil und vorteilhaften
pharmakodynamischen Eigenschaften (keine Aufdosierung,
von Mahlzeiten unabhängige Einnahme) bei Depressionen
wirksam zu sein.
Es
kann jedoch nicht genug unterstrichen werden, wie
wichtig gerade bei Antidepressiva die Langzeit-Daten
sind. Auch die SSRI-Hemmer wurden bei ihrer
Einführung zur Therapie von Depressionen mit grosser
Euphorie aufgenommen. Inzwischen hat sich die Euphorie
wieder gelegt, auch angesichts der aktuellen
Diskussionen bzgl. der Zunahme vom Suizidrisiko vor
allem unter der neueren Antidepressiva (7, 8). Laut
Fachinformation wurden auch Fälle von Suizidgedanken
und suizidalem Verhalten während einer
Duloxetin-Therapie oder kurz nach Absetzen der
Therapie berichtet. Daher haben auch die Hersteller
von Duloxetin (Cymbalta®) sich dazu verpflichtet, das
Suizid-Risiko über die Einführungsphase hinaus zu
überwachen.
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Literatur:
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-
EMEA-Infos
zu Cymbalta
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Detke
et al: Duloxetine, 60 mg once daily, for major
depressive disorder: a randomized double-blind
placebo-controlled trial. J Clin Psychiatry. 2002
Apr;63(4):308-15.
-
Nelson
et al: Duloxetine for the treatment of major
depressive disorder in older patients. Am J
Geriatr Psychiatry. 2005 Mar;13(3):227-35.
-
Detke
et al: Duloxetine in the acute and long-term
treatment of major depressive disorder: a placebo-
and paroxetine-controlled trial. Eur
Neuropsychopharmacol. 2004 Dec;14(6):457-70
-
Goldstein
et al: Duloxetine in the treatment of depression:
a double-blind placebo-controlled comparison with
paroxetine. J Clin Psychopharmacol. 2004
Aug;24(4):389-99.
-
Fava
et al: The effect of duloxetine on painful
physical symptoms in depressed patients: do
improvements in these symptoms result in higher
remission rates? J Clin Psychiatry. 2004
Apr;65(4):521-30
-
Suizidrisiko
offenbar unabhängig von verwendeten
Antidepressiva
-
FDA-Warnung
2003: Berichte über die Suizidalität bei
Kindern, die mit Antidepressiva wegen schwerer
Depression behandelt werden
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A. Indikation
Harninkontinenz:
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Die
neue Substanz Duloxetin (Yentreve®) von Lilly ist ein
neuer Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer.
Ursprünglich wurde Duloxetin von Lilly und Boehringer
Ingelheim als Antidepressivum zur Therapie der
Depressionen gemeinsam entwickelt.
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Duloxetin
(Yentreve®) soll auch bei der Pharmakotherapie der
Stressinkontinenz durch erhöhung der Konzentration
der Neurotransmitter (siehe der Unterpunkt „Wirkweise“)
wirksam sein.
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Belastungsinkontinenz:
Bei der Belastungsinkontinenz kommt es zu ungewolltem
Harnabgang bei Druckerhöhung auf die Blase durch
Niesen, Husten, Lachen, schnelles Laufen,
Treppensteigen, Springen oder Sport.
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Die
Erschlaffung der Muskulatur des Beckenbodens, des
Bindegewebes und der Schließmechanismus der Blase
sind die wesentlichen Ursachen. Die häufigsten
Risikofaktoren sind familiäre Vorbelastung,
Übergewicht mit mehreren Geburten, vaginale Geburten
und Menopause. Belastungsinkontinenz macht ca. die
Hälfte der Harninkontinenzen bei Frauen aus.
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Die
Mischform Drang-Belastungs-Inkontinenz ist
zweithäufigste Ursache der Harninkontinenz bei
Frauen, die zusätzlich häufigen, plötzlichen,
starken und nicht beherrschbaren Harndrang verspüren.
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Zulassung:
Lilly hat im August 2004 von den zuständigen
europäischen Gesundheitsbehörden die Zulassung für
zur Behandlung stressbedingter Inkontinenz bei Frauen
mit mittelschwerer bis schwerer Belastungsinkontinenz
erhalten..
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Indikation:
Therapie von Frauen mit mittelschwerer bis schwerer
Belastungsharninkontinenz. Wenn die Standard-Therapien
für Belastungsinkontinenz, -wie Beckenbodentraining,
lokale Östrogenisierung und die Pessartherapie- nicht
zur Erfolg führen, könne eine Therapie mit Duloxetin
(Yentreve®) in Erwägung gezogen werden.
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Es
wird empfohlen, die Therapie mit Duloxetin (Yentreve®)
mit einem Beckenbodentrainings-Programm zu
kombinieren, die wirksamer sein kann, als jede
einzelne Behandlungsmethode alleine.
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Wirkweise:
Duloxetin (Yentreve®) führt durch erhöhung der
Konzentration der Neurotransmitter zu einer Erhöhung
der neuronalen Aktivität und der Kontraktilität des
urethralen Schließmuskels während der
Urinspeicherphase. Die Wirkung basiert auf die
Annahme, dass sich der Schließmuskel der Harnröhre
stärker zusammenziehen kann und mehr Druck von der
Blase aushält, ohne dass Urin abgeht.
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In
den Zulassungstudien, die teilweise noch nicht
vollständig veröffentlicht sind, führte die
Therapie mit Duloxetin (Yentreve®) in der
Duloxetin-Gruppe zu einer 50%ige Abnahme der IEF (Inkontinenz-Episoden)
im Vergleich zu 33 % in der mit Placebo behandelten
Gruppe. Lebensqualität: Die Bewertungen des
Fragebogens Incontinence Quality of Life (I-QOL)
zeigte eine Verbesserung der Lebensqualität bei
Belastungsinkontinenz in der Duloxetin-Gruppe im
Vergleich zu den mit Placebo behandelten Patientinnen.
In der Regel wurde wurde ein Ansprechen auf die
Behandlung mit Duloxetin (Yentreve®) innerhalb von 2
Wochen erreicht.
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Die
Wirksamkeit von Duloxetin (Yentreve®) wurde in den
placebokontrollierten Studien nicht länger als 3
Monate untersucht. Es fehlen noch Langzeitdaten zur
Wirksamkeit und Sicherheit der neuen Substanz.
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Dosis:
Zweimal 40mg täglich. Nach 2 – 4 Wochen muss die
Behandlung der Patientinnen bezüglich Nutzen und
Verträglichkeit überprüft werden.
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Nebenwirkungen:
Die häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren
Übelkeit, trockener Mund, Müdigkeit, Schlaflosigkeit
und Obstipation.
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Für
nähere Informationen über Nebenwirkungen,
Gegenanzeigen und Komplikationen siehe die
Fachinformation von Lilly (www.yentreve.de)
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Quelle:
Lilly-Fachinformation
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Datum: 12.09.04
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Duloxetin
(Ariclaim®) bei diabetischer Polyneuropathie
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Seit Juli 2005 ist
Duloxetin (Ariclaim®) neben der Behandlung von
depressiven Episoden, auch zur Therapie von Schmerzen
bei diabetischer Polyneuropathie bei Erwachsenen
zugelassen.
Diabetische Polyneuropathie
zeigt sich bei Erwachsenen vor allem als kribbelnder,
brennender, stechender Schmerz in den Beinen.
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Dosis:
Die Startdosis sowie die empfohlene Erhaltungsdosis
betragen 60 mg einmal täglich, unabhängig von den
Mahlzeiten.
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Mögliche
Wirkmechanismus: Da die Neurotransmitter
Noradrenalin und Serotonin auch an der Verringerung
der Schmerzempfindung beteiligt sind, kann die
Blockade ihrer Wiederaufnahme in die Nervenzellen die
Symptome der neuropathischen Schmerzen lindern.
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Literatur zu Duloxetin
(Ariclaim®) bei DPNP
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-
EMEA-Bericht
über Duloxetin (Ariclaim)
-
Fachinformation
Duloxetin (Ariclaim)
-
Wu
et al: Cost-effectiveness of duloxetine versus
routine treatment for U.S. patients with diabetic
peripheral neuropathic pain. J Pain. 2006
Jun;7(6):399-407.
-
Goldstein
et al: Duloxetine vs. placebo in patients with
painful diabetic neuropathy. Pain. 2005
Jul;116(1-2):109-18
-
Fava
et al: The effect of duloxetine on painful
physical symptoms in depressed patients: do
improvements in these symptoms result in higher
remission rates?
J Clin Psychiatry. 2004 Apr;65(4):521-30
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Nachtrag
Duloxetin
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FDA: Duloxetin überzeugt als Schmerzmittel nur
teilweise, 08/10
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EMEA
gegen Duloxetin beim Fibromyalgiesyndrom, 27. Oktober
2008
„Das
Antidepressivum Duloxetin (Cymbalta®) wird in Europa
nicht zur Behandlung des Fibromyalgiesyndroms
zugelassen. Die Europäische Arzneimittelagentur
(European Medicines Agency, EMEA) erteilte dem
Hersteller einen entsprechenden Negativbescheid...“
(Quelle: Ärzteblatt)
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