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Das neue Inhalative Insulin
Exubera® ist seit Anfang 2006 in Deutschland
zugelassen.
Die Entwicklung des
neuen Inhalativen Insulins
Exubera® wurde von der
Fachwelt mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt. Auch die Markteinführung von
Exubera® wurde von Anfang an mit kontroversen Diskussionen
begleitet. Wir haben diesen Entwicklungsprozess in einzelnen
Stadien dokumentiert, die Sie auf unserer Webseite Exubera-in-Progress
lesen können. Im folgenden
wird eine Gesamtübersicht gegeben.
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Eigenschaften
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Exubera® ist ein schnell
wirkendes Humaninsulin zur Behandlung des Typ-1- und
Typ-2- Diabetes.
Das inhalative Insulin
wird mit Hilfe eines Inhalators eingeatmet. Über die
Lungenalveolen kommt es relativ schnell ins Blut.
Laut
den FDA-Daten werden die höchste Konzentrationen vom
inhalativen Insulin Exubera® nach 49 Minuten (30 bis 90
Minuten) erreicht, bei subkutaner Gabe.vom schnell
wirkenden Humaninsulin nach 105 Minuten (60 bis
240 Minuten).
Das Inhalative
Insulin ist dadurch schneller wirksam als
subkutan injiziertes schnell wirkendes Humaninsulin.
Aufgrund des raschen Wirkungseintrittes sollte Exubera®
innerhalb von 10 Minuten vor Beginn einer Mahlzeit
gegeben werden.
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Pfizer hebt
insbesondere hervor, dass viele Patienten Hemmungen
davor haben, Insulin subkutan zu spritzen. Dadurch
würde wertvolle Zeit bei der Diabetes-Therapie
verloren gehen. Das inhalative Insulin Exubera
könne dazu beitragen, die Hemmschwelle vor einer
notwendigen Insulintherapie zu senken. (Medknowledge-Anmerkung:
Es ist jedoch zu vermerken, dass bei Diabetes-Typ-II
die Umstellung zur Insulintherapie in der Regel zuerst
mit verzögert wirkenden Insulinen begonnen wird, die
weiterhin subkutan gespritzt werden müssen)
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Anwendung:
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Das
inhalative Insulin Exubera sollen die
schnellwirksamen Subkutaninsuline vor den Mahlzeiten
ersetzen. Verzögerungsinsuline müssen weiterhin
gespritzt werden.
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Wir haben Pfizer bzgl.
der
Handhabung der Exubera in der Praxis kontaktiert
und folgende
Antwort erhalten:
"Exubera kann bei der Behandlung von Diabetes-Patienten
die kurz wirkenden subkutanen. Insuline ersetzen. Bei
erwachsenen Patienten mit Typ-1-Diabetes ist Exubera
nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung zusätzlich
zu lang wirkendem oder verzögert wirkendem subkutanem
Insulin bestimmt.
Exubera ist für die Behandlung von erwachsenen
Patienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen, die mit
oralen Antidiabetika nicht zufriedenstellend
eingestellt sind und eine Insulintherapie benötigen.
Zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle kann
inhalatives Insulin allein oder in Kombination mit
oralen Antidiabetika und/oder lang oder verzögert
wirkenden, subkutan injizierbaren Insulin eingesetzt
werden."
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Wirksamkeit
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Der
Wirkungseintritt bei Exubera ist schneller als die
subkutane Humaninsulin. Zwei aktuelle Studien (1)
zeigten jedoch im Vergleich zum konventionellem Insulin
kein erhöhtes Hypoglykämie-Risiko unter Exubera. (Medkowledge-Anmerkung:
Es sind Vergleichsdaten. Hypoglykämien sind jedoch im
allgemeinen die häufigste Nebenwirkung einer
Insulintherapie, einschließlich des Exubera).
Die erwähnten Studien haben
weiterhin ergeben, dass unter Exubera im Vergleich zum
subkutanen Insulin zu einer geringeren Gewichtszunahme
kommt (in 2 Jahren unter Exubera 1,7kg, unter dem
konventionellen Insulin 2kg). Woher dieser Unterschied
kommt, ist derzeit noch unklar.
Die HbA1c-Wert-Einstellung im
Rahmen der intensivierten Insulintherapie wird durch
das inhalative Insulin im Vergleich zu subkutanem
Insulin nicht signifikant verbessert: Nach zwei Jahren
lagen die HbA1c-Werte in beiden Therapie-Gruppen bei
den Typ-2-Diabetikern in einem ähnlichem Bereich
(7,3%). HbA1c-Senkung ist also unter Exubera ähnlich
wie bei gespritztem Insulin.
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Derzeit sehen die deutsche IQWiG
(2) und die englische NICE
(3) durch die Vorgestellten Daten keine signifikanten Vorteile des
inhalativen Insulins Exubera® gegenüber subkutanem
Insulin bei der Blutzuckereinstellung. IQWIG weist
ausserdem darauf hin, dass es Hinweise für mögliche
Nachteile wie beispielsweise häufigere Hypoglykämien
(Unterzuckerungen) gibt.
Ob die deutsche IQWiG oder die
englische NICE durch die vorgestellten Daten (1) auf der
Jahrestagung der American Diabetes Association in
Washington 2006 ihre bisherige negative
Bewertungen bezüglich Exubera® ändern, ist
abzuwarten
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Dosis
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Exubera®
ist als 1-mg- und 3-mg-Einzeldosis-Blisterpackungen
erhältlich. Diese werden zur oralen Inhalation über die Lunge
angewendet und dürfen nur mit dem
Insulin-Inhalationsgerät angewendet werden.
Die
Anfangsdosis und weitere Gaben (Dosis und Zeitpunkte)
sollten durch den Arzt individuell festgelegt und
entsprechend dem Ansprechen und den Anforderungen des
Patienten angepasst werden (z. B. Ernährung, körperliche
Aktivität und Lebensweise).
Eine
Tabelle im Beipackzettel macht ungefähre Angaben für
die initiale, präprandiale Exubera-Dosierung (abhängig
vom Körpergewicht des Patienten)
Für
weitere Informationen wie die tägliche Dosis sowie
Zeitpunkt der Anwendung siehe Fachinformation
von Pfizer..
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Nebenwirkungen
und Gegenanzeigen:
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Zwei aktuellen Studien (1) auf
der Jahrestagung der American Diabetes Association in
Washington 2006 zeigten, dass Exubera im
Allgemeinen nicht schlechter verträglich sei als
subkutanes Insulin. Die einzige Nebenwirkung, die öfter
unter Exubera vorkam, war leichter Husten, der
wiederum bei den meisten Patienten vorübergehend war
und mild verlief.
Im
Fachinformation werden Husten und Hypoglykämien
als sehr häufig angegeben.
Wichtigste
Kontraindikationen sind Lungenkrankheiten wie Asthma,
COPD (Chronisch obstruktive Lungenkrankheit),
Bronchitis und Emphysem. Raucher müssen mindestens 6
Monate abstinent sein.
Für
weitere Informationen über Nebenwirkungen und Komplikationen
siehe Fachinformation
von Pfizer.
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Fazit
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Das inhalative
Insulin Exubera® ist ein großer Fortschritt bei der
Therapie der Diabetes-Patienten. Es eröffnet auch
perspektivisch gesehen ganz neue Möglichkeiten der
Insulin-Handhabung. Trotz der kritischen
Haltung der deutschen QIWG wird das inhalative Insulin
-wenn keine katastrophalen Nebenwirkungen in der
Breitenanwendung bekannt werden- sich sicherlich
etablieren.
Das
neue Präparat kann zu einer Besserung der
Lebensqualität der Diabetes-Patienten führen. Denn es ist schon ein qualitativer
Unterschied, ob die Patienten mehrmals am Tag Insulin
aufziehen und subkutan injizieren oder das Insulin
ohne grosse Vorbereitung oder Pflege inhalieren
können. Zwar werden Verzögerungsinsuline
bei vielen Patienten weiterhin gespritzt werden
müssen, diese werden jedoch in der Regel einmal oder
zweimal am Tag (morgens und/oder abends)
verabreicht.
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Literatur
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Exubera®
bei Diabetes: Weniger Gewichtszunahme durch
inhalatives Insulin - aber langfristig keine günstigeren
HbA1c-Werte, 2006
-
Diabetes:
Inhalierbares Insulin Exubera® vs. Metformin und
Glibenclamid (Euglucon®) , 2006
-
Das
IQWiG sieht keinen Vorteil von Insulin-Inhalation,
15.05.2006
-
Exubera: NICE in
England spricht sich (vorerst) gegen inhalative
Insuline aus, 19. April 2006
-
Diabetes:
Inhalierbares Insulin (INH) vs. Rosiglitazon, 2005
-
Exubera:
Studien- und Artikel-Übersicht
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Datum: 20.06.2006
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Nachtrag
zu
Exubera®
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Exubera-Anwender
an Lungenkrebs erkrankt, 10. April 2008
"Sechs
Lungenkrebserkrankungen bei Anwendern von Exubera®
bedeuten das endgültige Ende der Idee einer
inhalativen Insulintherapie. Nachdem der Hersteller
Pfizer im letzten Jahr die Vermarktung eingestellt
hatte, gab jetzt auch die Firma Nektar Therapeutics
alle weiteren Pläne auf...
Neben
Pfizer hat auch Eli Lilly die Ambitionen auf die
Entwicklung eines inhalativen Insulins aufgegeben.
Nach Meldungen aus der Wirtschaftspresse wurde ein
entsprechendes Projekt im letzten Monat beendet. Nur
noch MannKind Corp aus Valencia in Kalifornien soll
weiterhin an einem inhalativen Insulin forschen..."
Pfizer
Statement on Exubera Labeling Update in the United
States
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Pfizer
stellt Produktion des inhalativen Insulins Exubera in
Frankfurt-Hoechst ein, 19.10.2007
"Der
weltgrößte Pharmakonzern muss einen Gewinneinbruch
beklagen. Grund ist der Flop des Diabetesmittels
Exubera. Im Werk Frankfurt-Hoechst sollen deshalb
Stellen wegfallen..Weil es von Patienten kaum
nachgefragt wird, will Pfizer die Investitionen
einstellen und 2,8 Milliarden Dollar
abschreiben.."
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Das
inhalative Insulin Exubera®: Lungenfunktion-Veränderungen
und Langzeit-Sicherheit, 2007
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Exubera:
Wirkung von Inhalier-Insulin beginnt schon nach 10
Minuten, 07.02.07
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Exubera®
gibt es weiter auf Kassenrezept, 23.10.2006
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Inhaliertes
Insulin wirkt trotz leichter Atemwegsinfektionen,
26.09.2006: "Präprandial inhaliertes Insulin
ist auch dann zuverlässig und effizient wirksam, wenn
während der Behandlung eine Atemwegsinfektion
auftritt. Dies schließt Professor Philippe Camus vom
Universitätsklinikum Dijon aus einer retrospektiven
Metaanalyse von 14 kontrollierten Studien mit dem
inhalierten Trockeninsulinpulver..."
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Exubera:
Inhalierbares Insulin belastet die Lunge offenbar nur
wenig, 05.09.2006
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