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Neue
Medikamente
Tipranavir
(Aptivus®) :
Protease-Hemmstoff gegen HIV/AIDS
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Schlüsselwörter: Medikament,
Arzneimittel, Therapie, Behandlung, Tipranavir,
HIV, AIDS, Protease-Hemmstoff, antiretrovirale
Therapie.
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Tipranavir
(Aptivus® von Boehringer Ingelheim) wurde Ende 2005
zur Kombinationstherapie bei HIV-Patienten von EMEA
zugelassen.
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Eigenschaften:
Tipranavir (Aptivus®) ist ein nicht peptidischer
Proteasehemmer, der
die Virusreplikation, hemmt, indem es die Reifung der
viralen Partikel verhindert.
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Boehringer
Ingelheim hebt insbesondere hervor: Bei Patienten, bei
denen HIV-Menge im Blut durch eine herkömmliche
Proteasehemmerhaltigen Kombinationstherapie nicht mehr
ausreichend verringert
werden kann, kommt mit Tipranavir (Aptivus®) ein
neues Präparat auf den Markt, das die Virusmenge bei
dieser Patientengruppe mit Resistenzen gegen Protease-Hemmer
wieder
unter die Nachweisgrenze drücken kann.
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Indikation:
Tipranavir (Aptivus®) in
Kombination mit niedrig dosiertem Ritonavir
ist angezeigt zur antiretroviralen
Kombinationsbehandlung der HIV-1-Infektion bei
mehrfach vorbehandelten erwachsenen Patienten mit
Viren, die gegen mehrere Protease-Hemmer resistent
sind.
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Wirkung:
Tipranavir
(Aptivus®) wurde in
Kombination mit niedrig dosiertem Ritonavir zur
Boosterung in
klinischen Prüfungen als Kombinationstherapie an
HIV-positiven Erwachsenen untersucht.
Bei
den zulassungswichtigen Phase-III-Studien RESIST-1 und
RESIST-2 wurden 385 Patienten
mindestens 24 Wochen lang behandelt worden.
Einschlusskriterien
in diese Studien waren eine
Virusmenge über 1000 HIV-RNA-Kopien/ml sowie eine
Vorbehandlung mit drei Klassen von antiretroviralen
Medikamenten und mindestens zwei PI-haltigen
Behandlungsregimen.
In
den Studien RESIST-1
und RESIST-2 (1,2) kam es nach
24 Wochen in der Tipranavir-Gruppe zu einer höheren
Ansprechrate als in der Protease-Hemmer/Ritonavir-Gruppe
(41% vs. 19%).
Das
Ansprechen auf die Therapie wurde unter anderem als
Abnahme der Virusmenge von weniger als 400
HIV-Kopien/ml (oder weniger als 50 Kopien/ml)
definiert.
Während
der 24-wöchigen Behandlung lag im Tipranavir
/Ritonavir-Gruppe der Anteil der Patienten mit einer
HIV-1-RNA von 400
Kopien/ml bei 34 %, verglichen mit 16 % in der
Kontrollgruppe. Bezüglich der Patienten mit einer
HIV-1-RNA von weniger als 50 Kopien/ml lag der
Prozentsatz bei 23 % in Tipranavir
/Ritonavir-Gruppe bzw. 9 % in der
Kontrollgruppe.
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Dosierung:
Tipranavir
(Aptivus®) muss
immer zusammen mit niedrig dosiertem Ritonavir als
pharmakokinetischem Verstärker angewendet werden,
zudem in Kombination mit anderen antiretroviralen
Arzneimitteln. Die empfohlene Dosis beträgt täglich
zweimal 500 mg.
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Nebenwirkungen:
Die häufigsten Nebenwirkungen sind Durchfall, Übelkeit,
Müdigkeit
und Kopfschmerzen Unter
Tipranavir
(Aptivus®) kann es zu Leberfunktionsstörungen und Triglycerid-Erhöhungen
kommen.
Eine
antiretrovirale Kombinationstherapie, die auch
Behandlungsregime mit einem Protease-Hemmer einschließt,
ist bei einigen Patienten mit einer Umverteilung des Körperfetts
verbunden.
Erhöhte
CPK, Myalgie, Myositis und in seltenen Fällen
Rhabdomyolyse wurden im Zusammenhang mit
Protease-Hemmern beobachtet (Fachinformation).
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Für
weitergehende Informationen über Nebenwirkungen,
Konraindikationen und Gegenanzeigen siehe
Fachinformation von Boehringer
Ingelheim.
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EMEA:
Daten für Tipranavir (Aptivus®)
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Resist-1/2:
Protease-Inhibitor Tipranavir: Option für
Patienten mit resistenten HI-Viren
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Mit
Tipranavir lassen sich HIV-Resistenzen überwinden
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Datum:
17.02.2006
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Nachtrag
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Erhöhte
Blutungsrisiko unter Tipranavir (Aptivus®):
Aufgrund
von Hirnblutungen unter Tipranavir (Aptivus®) bei
HIV-Patienten, die häufiger als die
Alternativ-Proteasehemmer vorkommen, warnt die
amerikanische FDA vor erhöhtem Risiko für Blutungen
bei Einnahme von Tipranavir (Aptivus®).
Da
die betroffenen Patienten weitere Risikofaktoren für
Blutungen aufweisen, ist es noch nicht abschliessend
geklärt, welcher Anteil Tipranavir (Aptivus®) an den
Blutungskomplikationen hat.
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