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Neue
Medikamente 2004
Solifenacin
(Vesicur®) : Anticholinergikum gegen Dranginkontinenz
(überaktive Blase)
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Schlüsselwörter: Solifenacin,
Vesicur, Anticholinergikum, Harnblase, Dranginkontinenz,
Inkontinenz, Blase, Nässen, Tröpfeln,
Belastungsinkontinenz, Duloxetin, Inkontinenz,
Harninkontinenz, Harn, Muscarin-Rezeptor, Wasserlassen,
Harndrang, Medikament,
Arzneimittel, Therapie und Behandlung.
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Dranginkontinenz:
häufiger, plötzlich und stark auftretender, nicht zu
unterdrückender Harndrang, der zu unwillkürlicher
Entleerung von Urin führt.
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In
Deutschland ist das neue Anticholinergikum Solifenacin
(Vesicur® vom Unternehmen von Yamanouchi) gegen
Dranginkontinenz seit Anfang 2005 zugelassen.
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Eigenschaften:
Solifenacin (Vesicur®) ist ein
Muskarin-Rezeptor-Antagonist. Der Hersteller
Yamanouchi hebt hervor, dass Solifenacin (Vesicur®)
im Vergleich zu anderen Anticholinergika selektiv an
den M3-Acetylcholinrezeptoren der Blase wirkt, und
dadurch besser verträglicher ist und mit weniger
Nebenwirkungen einhergeht.
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Solifenacin
(Vesicur®) wurde fast zeitgleich mit Darifenacin (Emselex®)
von Bayer, der auch ein Muskarin-Rezeptor-Antagonist
ist, für die gleiche Indikation zugelassen.
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Indikation:
Symptomatische Therapie der Dranginkontinenz und/oder
der Pollakisurie (häufiger Wasserlassen) und des
imperativen (verstärktem) Harndrangs, wie sie bei
Patienten mit dem Syndrom der überaktiven Blase
auftreten können (Fachinformation).
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Wirkung:
Der Hersteller Yamanouchi stellt Ergebnisse aus vier
kontrollierten Studien der Phase 3 (gepoolte Daten)
nach einer Therapiedauer von 12 Wochen im
Fachinformation vor.
Bei
den Studien wurde Solifenacin (Vesicur®) in den
Dosierungen 5 mg und 10mg gegen Placebo 12 Wochen lang
verglichen. Danach werden die Zahl der
Inkontinenz-Episoden in der Vesicur-Gruppe etwa um 20%
gegenüber der Placebo und ca. 10% gegenüber dem
Alternativ-Präparat Tolterodine (Detrusitol®,
Studien-Dosis: 2mg zweimal täglich) verringert.
Daten
für Mittlere Reduktion der Inkontinenz-Episoden
gegenüber Baseline betrugen: Placebo: 38%,
Vesikur-5mg-Gruppe: 58%, Vesikur-10mg-Gruppe: 62%,
Tolterodine-Gruppe: 48%.
Die
Therapie der Symptome der überaktiven Blase erbrachte
in der Vesikur-Gruppe auch einen Nutzen bei einigen
Messparametern der Lebensqualität. (Quelle:
Fachinformation)
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Dosis:
Die empfohlene Dosis ist 5 mg einmal täglich. Bei
Bedarf kann die Dosierung auf 10 mg einmal täglich
erhöht werden.
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Nebenwirkungen:
Die Nebenwirkungen sind häufig durch die Wirkung auf
das anticholinerge System zu erklären.
Die
folgenden Nebenwirkungen wurden im Fachinformation als
häufigste Nebenwirkungen genannt: Mundtrockenheit (11
% bei der 5-mg-Dosis und 22 % bei der 10-mg-Dosis, im
Vergleich 4 % unter Placebo).
Häufige
Nebenwirkungen waren: Verstopfung, Übelkeit,
Bauchschmerzen, Sodbrennen und verschwommenes Sehen.
Die
Langzeit-Daten zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen
fehlen noch
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Für
weitergehende Informationen über Nebenwirkungen,
Konraindikationen und Gegenanzeigen siehe
Fachinformation von Yamanouchi
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Fazit:
Solifenacin (Vesicur®) erweitert erfreulicherweise
das Therapie-Spektrum bei Dranginkontinenz.
Die
klinische Relevanz der zwar statistisch signifikanten
jedoch geringen Besserungen bei der
Dranginkontinenz-Therapie durch Solifenacin (Vesicur®)
gegenüber Plazebo und anderen Dranginkontinenz-Mittel
müssen noch durch Langzeit-Daten untermauert werden.
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Literatur:
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1-Kelleher
CJ et al: Improved quality of life in patients with
overactive bladder symptoms treated with solifenacin.
BJU Int. 2005 Jan;95(1):81-5.
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2-Chapple
CR et al: Randomized, double-blind placebo- and
tolterodine-controlled trial of the once-daily
antimuscarinic agent solifenacin in patients with
symptomatic overactive bladder. BJU Int. 2004
Feb;93(3):303-10.
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3-Chapple
CR et al: Solifenacin appears effective and well
tolerated in patients with symptomatic idiopathic
detrusor overactivity in a placebo- and
tolterodine-controlled phase 2 dose-finding study. BJU
Int. 2004 Jan;93(1):71-7. Erratum in: BJU Int. 2004
May;93(7):1135.
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Datum: 22.02.2005
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