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Neue
Medikamente 2006
Infliximab
(Remicade®) bei Colitis ulcerosa
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Schlüsselwörter:
Colitis ulcerosa, CED, chronische entzündliche
Darmkrankheit, Morbus Crohn, Wirkungs, Infliximab,
Remicade, Antikörper, tImmunsuppressivum,
Immuntherapie, Therapie, monoklonaler IgG1
Antikörper, Tumornekrosefaktor alpha, TNF und
Medikament, Medikament,
Arzneimittel, Therapie und Behandlung.
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Infliximab
(Remicade®) ist ein Antikörper, der den
Tumornekrosefaktor (TNF-Blocker) blockt und somit
entzündungshemmend wirkt. Infliximab
(Remicade®) war bisher in Deutschland bei Patienten
mit Rheumatoider Arthritis, Psoriasis oder Morbus
Crohn, die auf die Standardtherapie nicht angesprochen
hatten, zugelassen.
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Nach
dem zwei neue Studien in NEJM (1) die Wirksamkeit von
Infliximab (Remicade®) bei 728 Patienten mit
mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa gezeigt
hatten, wurde in Deutschland seit Anfang 2006 die
Indikation für Infliximab (Remicade®) auch für
Colitis Ulcerosa erweitert.
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Eigenschaften
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Tumornekrosefaktor
(TNF) sind Botenstoffe des Immunsystems, die von
Monozyten, Lymphozyten und Mastzellen freigesetzt
werden. Sie spielen eine wichtige Rolle bei Entzündungsreaktionen
und Immunabwehr sowie bei der Bildung von Blutgefäßen
und Tumoren. Tumornekrosefaktor-Antikörper
wirken somit antientzündlich.
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Anwendung
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Remicade
ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis
schweren aktiven Colitis ulcerosa bei Patienten, die
auf eine konventionelle Therapie, einschließlich
Kortikosteroide und 6-MP oder AZA, unzureichend
angesprochen haben, oder die eine Unverträglichkeit
oder medizinische Gegenanzeige für solche Therapien
haben (Fachinformation)
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Wirkung
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Insgesamt
728 Patienten, die trotz konventionelle Therapie unter
mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa leideten,
nahmen in den doppelblind randomisierten Studien ACT 1
(Active Ulcerative Colitis Trial) und ACT 2 teil (1).
Der
klinische Verlauf wurde anhand von Mayo-Score
ermittelt, die sich aus mehreren Parametern wie
Stuhlfrequenz, rektale Blutung oder Endoskopie-Befund
zusammensetzt.
Die
Patienten wurden entweder für Placebo- oder
Infliximab-Infusionen (5 mg oder 10 mg pro kg/Körpergewicht)
randomisiert. Die Infusionen wurden in Woche 0, 2 und
6 und dann alle 8 Wochen verabreicht. Die Studiendauer
betrug 54 (ACT1) bzw. 30 Wochen (ACT2).
In
beiden Studien war Infliximab signifikant wirksamer
als Placebo. Nach etwa 8 Wochen waren signifikant mehr
Patienten in der Infliximab-Gruppe als in der
Placebo-Gruppe in klinischer Remission.
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Dosierung
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Eine
Dosis von 5 mg/kg wird als intravenöse Infusion über
einen Zeitraum von 2 Stunden verabreicht, gefolgt von
weiteren Infusionen mit 5 mg/kg in Woche 2 und 6 nach
der ersten Infusion, danach alle 8 Wochen. Aus
den vorhandenen Daten geht hervor,
dass ein klinisches Ansprechen auf die Therapie üblicherweise
innerhalb von 14 Wochen, d. h. nach 3 Dosen, erfolgt.
Die Fortführung der Behandlung sollte bei Patienten,
die innerhalb dieser Zeit kein Anzeichen eines
therapeutischen Nutzens aufweisen, sorgfältig überdacht
werden (Fachinformation)
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Nebenwirkungen:
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Häufig:
Virusinfektionen (Influenza, Herpes-Infektionen), Überempfindlichkeitsreaktionen,
Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Flushing
(anfallsartige Rötungen der Haut), Infektionen der
unteren und oberen Atemwege, Durchfall,
Bauchschmerzen, Sodbrennen, Ermüdung, Fieber, Erhöhte
Leberfunktionswerte.
Laut
Fachinformation sind Krebskrankheiten in den
klinischen Studien unter Infliximab (Remicade®)
nicht häufiger aufgetreten, als in der Plazebo-Gruppe. Eine
Meta-Analyse zum gegenwärtigen Tumor-
und Infektionsrisiko unter TNF-Hemmer bei JAMA
2006 hat versucht, die Datenlage zu quantifizieren.
Für
weitergehende Informationen über Nebenwirkungen,
Konraindikationen und Gegenanzeigen siehe
Fachinformation von Essex
Pharma
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Fazit
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Die
Zulassungstudien zeigten signifikante Besserungen
unter Infliximab (Remicade®) bei Patienten mit
mittelschweren bis schweren Colitis Ulcerosa, die
zuvor auf konventionelle Therapie nicht ausreichend
angesprochen hatten. Infliximab (Remicade®) erweitert
somit die therapeutischen Möglichkeiten bei Colitis
Ulcerosa.
Derzeit
ist das Tumor- und
Infektionsrisiko unter TNF-Hemmer ein vieldiskutiertes
Thema (4), da TNF-Hemmer die Immunabwehr hemmen. Daher
sollte der Augenmerk in der
Breitenanwendung vor allem auf das Auftreten und Häufigkeit
der potentiell lebensgefährlichen Infektionen,
allergischen Reaktionen sowie der malignen
Krebskrankheiten gerichtet sein.
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Literatur
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Paul
Rutgeerts et al: Infliximab for Induction and
Maintenance Therapy for Ulcerative Colitis. NEJM
2005 Volume 353:2462-2476
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Remicade®
(Infliximab) bei Psoriasis (Schuppenflechte)
-
Morbus
Crohn - Schneller Wirkungsverlust von Infliximab (Remicade)
-
TNF-Hemmer
Infliximab (Remicade®) und Adalimumab (Humira®)
bei Rheumatoide Arthritis: Infektions- und
Krebsrisiken der Antikörpertherapie
quantifiziert, 17. Mai 2006
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Datum: 30.05.06
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Nachtrag
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Crohn:
Frühe Kombination von Infliximab (Remicade) plus Azathioprin (Imurek),
15.04.2010.Mehr..
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Cystische
Fibrose (Mukoviszidose) und Morbus Crohn erfolgreich
mit Infliximab behandelt, 21.04.2010
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Infliximab
(Remicade®): Antikörper sind ein Ausweg bei Colitis
ulcerosa, 28.06.2006
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