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Neue
Medikamente 2006
Rotigotin
(Neupro®): Dopamin-Agonist als Transdermales Pflaster bei
M. Parkinson
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Schlüsselwörter: Neupro,
Rotigotin, Dopamin-Agonist, Hautpflaster, Transdermales Pflaster, Morbus
Parkinson, Medikament,
Arzneimittel, Therapie und Behandlung,
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Seit April 2006 ist
Rotigotin (Neupro®) vom Pharmaunternehmen Schwarz als Hautpflaster zur
Monotherapie bei Morbus Parkinson zugelassen.
Rotigotin (Neupro®) gehört zu der Gruppe der
Dopaminagonisten.
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Schwarz Pharma hebt hervor, dass durch
die kontinuierliche Freisetzung von Rotigotin,
konstante Plasmaspiegel erreicht werden können.
Darunter soll z.B. die motorische Beweglichkeit der
Patienten frühmorgens geringer beeinträchtigt sein.
Ausserdem soll das Wegfallen der Tabletteneinnahme
Patienten zugute kommen, die unter Schluckstörungen
leiden.
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Anwendung
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Rotigotin (Neupro®) wird als Monotherapie (d.h.
ohne Levodopa) eingesetzt zur symptomatischen Behandlung bei idiopathischer
Parkinson-Erkrankung im Frühstadium (Fachinformation)
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Hintergrundinformationen zur
Parkinson-Therapie
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Es stehen mehrere Medikamente zur
Parkinson-Therapie zur Verfügung. Derzeit wird L-Dopa
(immer in fester Kombination mit einem
Decarboxylase-Inhibitor, z.B. Madopar®) als das
wirksamste Medikament für die Behandlung des
Idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) betrachtet. Ein
möglicher Nachteil vom L-Dopa ist das vermehrte
Auftreten von Dyskinesien darunter.
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Eine weitere Alternative sind die
Dopamin-Agonisten, von denen in Deutschland derzeit 8
Substanzen auf dem Markt sind (8; Apomorphin,
Bromocriptin, Cabergolin, alpha-Dihydroergo-criptin,
Lisurid, Pergolid, Ropinirol). Die Dopamin-Agonisten
sind zwar weniger wirksam als L-Dopa, sie verursachen
jedoch weniger motorische Nebenwirkungen wie
Dyskinesien.
Die optimale Therapie zu Beginn der
Parkinson-Symptomatik ist derzeit noch umstritten.
Eigenschaften von
Rotigotin (Neupro®): Rotigotin ist ein
Dopaminagonist und entfaltet seine Wirkung an den
Dopaminrezeptoren im Gehirn. Als transdermales
Pflaster soll Rotigotin nach 1-2 Tagen einen
konstanten Plasmaspiegel erreichen. In der
Pflaster-Form gebe es keinen First-Pass-Effekt in der
Leber. In Tablettenform würde Rotigotin durch
First-Pass-Effekt in der Leber seine Wirksamkeit
einbüßen.
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Dosierung
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Rotigotin (Neupro®) wird in vier
Wirkstärken (2mg, 4mg, 6mg, 8mg) angeboten. Das
Pflaster wird einmal täglich gewechselt.
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Zu Beginn der Behandlung wird Neupro® 2
mg/24 h täglich angewendet. Die Dosis wird
wöchentlich in Schritten von 2 mg/24 h erhöht, bis
die für den individuellen Bedarf richtige
(Erhaltungs-) Dosis erreicht worden ist. Die
Höchstdosis beträgt 8 mg/24 h und wird innerhalb von
vier Wochen erreicht (Fachinformation).
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Wirkung
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Die
Zulassung basiert auf zwei randomisierte
Phase-III-Studien (1), die noch nicht vollständig
veröffentlicht sind. Diese Zulassungsstudien wurden
bei Patienten durchgeführt, die keine Begleittherapie
mit Dopaminagonisten erhielten und die entweder noch
nicht mit Levodopa behandelt worden waren oder bei
denen eine frühere Levodopa-Behandlung weniger als 6
Monate dauerte.
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In
den Studien wurden die Ergebnisse auf einem
Standardfragebogen (Unified Parkinson’s Disease
Rating Scale, UPDRS) vor und nach der Therapie
gemessen. Die zwei Komponenten des UPDRS, die
Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL-Skala, Teil
II) und die motorische Untersuchung (Teil III) wurden
ausgewertet.
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In
der ersten Studie wurden Patienten für Rotigotin (177
Pat.) oder für Plazebo (96 Pat.) für bis zu 6 Monate
randomisiert. Das durchschnittliche Alter betrug 63
Jahre. In der zweiten Studie wurden 213 Patienten für
Rotigotin, 227 für Ropinirol (Requib®, ebenfalls ein
Dopaminagonist) und 117 für Plazebo jeweils für bis
zu 9 Monate randomisiert. Das durchschnittliche Alter
lag bei 61 Jahre
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Die
Ergebnisse beider Studien zeigten, dass Rotigotin (Neupro®)
signifikant besser als die Placebo war, die
Vergleichssubstanz Ropinirol (Requib®) war jedoch
signifikant wirksamer als Rotigotin (Neupro®). In der
zweiten Studie traten die klinischen Verbesserungen
bei 52% der Patienten in der Rotigotin-Gruppe, bei 68%
in der Ropirinol-Gruppe und bei 30% in der
Plazebo-Gruppe auf.
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Nebenwirkungen
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Sehr häufige Nebenwirkungen (> 10%): Schwindel,
Somnolenz und Reaktionen an der Applikationsstelle
(40,4%; leichte bis mittelschwere Reaktionen wie
Reizung, oder Entzündung der Haut, die bei 7%
zum Abbruch der Therapie führten).
Für
weitergehende Informationen über Nebenwirkungen,
Konraindikationen und Gegenanzeigen siehe
Fachinformation von Schwarz-Pharma.
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Fazit
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Rotigotin
(Neupro®) vom Pharmaunternehmen Schwarz ist das erste
Hautpflaster, das zur Monotherapie bei Morbus
Parkinson in Deutschland zugelassen wurde. Rotigotin (Neupro®)
war in den Zulassungsstudien nicht so wirksam wie der
Dopaminantagonist Ropinirol (Requib), doch signifikant
wirksamer als Plazebo. Unter Rotigotin (Neupro®)
traten keine schweren Nebenwirkungen auf (1).
EMEA
ist der Ansicht, dass die Vorteile von Neupro, vor
allem als Pflaster-Form, bei der Behandlung der
Parkinson-Krankheit im Frühstadium gegenüber den
Risiken überwiegen. Die Dosis muss individuell
angepasst werden.
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Literatur
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EMEA
zu Rotigotin (Neupro®)
-
Miyasaki
JM et al: Practice parameter: initiation of
treatment for Parkinson's disease: an
evidence-based review: report of the Quality
Standards Subcommittee of the American Academy of
Neurology. Neurology. Neurology 2002 Jan
8;58(1):11-7
-
Rascol
et al: A five-year study of the incidence of
dyskinesia in patients with early Parkinson's
disease who were treated with ropinirole or
levodopa. 056 Study Group. N Engl J Med. 2000 May
18;342(20):1484-91.
-
AWMF:
Parkinson-Leitlinie
-
Pflaster
macht Parkinson-Patienten beweglich
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Datum: 27.05.2006
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Nachtrag
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Rotigotin
bei RLS (Unruhige Beine) geprüft, 08.11.2006
"Der
Dopamin-Agonist Rotigotin (Neupro®) ist als Pflaster
auch bei Restless-Legs-Syndrom (RLS) geprüft worden,
teilt das Unternehmen Schwarz Pharma mit..."
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