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Lumiracoxib
(Prexige®): Neuer Cox-2-Hemmer bei Arthrose, 2007
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Lumiracoxib
(Prexige®) ist ein neuer Cox-2-Hemmer mit einem einem kurzen
Plasmahalbwertszeit von ca. 4 Stunden. Das neue
Arzneimittel Lumiracoxib (Prexige®), das
chemische Ähnlichkeiten zu dem NSAID Diclofenac
aufweist, soll sich in der
Synovia anreichern, und für Schmerztherapie bei
Arthrose (Gelenkverschleiß) aneignen.
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Der Hersteller
Novartis hebt insbesondere hervor, dass Lumiracoxib
weniger Nebenwirkungen als die konventionellen NSAID
an dem Magen-Darm-Trakt hervorrufen soll.
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Lumiracoxib
ist seit Januar 2007 in Deutschland zugelassen. In
Großbritannien war das Medikament bereits zugelassen. Die Berichte über das Herzversagen-Risiko
unter der Substanzgruppe Cox-2-Hemmer hatte bisher
das Zulassungsverfahren verzögert. In den USA
ist das neue Coxib noch nicht auf dem Markt.
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Wir
haben diesen Entwicklungsprozess in einzelnen Stadien
dokumentiert, die Sie auf unserer Webseite "Prexige-in-Progress"
lesen können. Im folgenden wird eine Gesamtübersicht
gegeben.
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Anwendung:
Behandlung von Symptomen bei aktivierter Arthrose des
Knie- und Hüftgelenks.
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Dosis:
Empfohlen wird eine Dosis von 100 mg einmal pro Tag.
Patienten sollten diese Dosis nicht überschreiten.
Klinische Daten zur Sicherheit liegen nur für einen
Zeitraum von 12 Monaten vor (Fachinformation)
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Nebenwirkungen
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Häufige
Nebenwirkungen sind: Grippeähnliche Symptome,
Infektionen der Atemwege und Harnwege. Benommenheit,
Kopfschmerzen, Husten, Halschmerzen, Bauchschmerzen,
Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Ödeme (z. B. untere
Extremitäten). Für weitergehende Informationen über
Nebenwirkungen, Konraindikationen und Gegenanzeigen
siehe Fachinformation
von Novartis.
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Wirkung:
In den zwei Zulassungsstudien (1,2) war Lumiracoxib (Prexige®)
bei Patienten mit Kniearthrose zur Schmerzlinderung
wirksam.
In der TARGET-Studie
(3) in Lancet wurde Lumiracoxib
(Prexige®) bei 18 000 Arthrose-Patienten mit den
NSARs Naproxen und Ibuprofen verglichen. Nach einem
Jahr gab es in der Lumiracoxib-Gruppe weniger
Magengeschwür-Komplikationen wie Blutung, Perforation
oder Obstruktion im oberen Magen-Darm-Trakt als in der
NSAR-Gruppe (0,32% vs. 0,9%). Im Hinblick auf die
Kardiotoxizität gab es zwischen den beiden Gruppen
keine Unterschiede.
Gleichzeitig jedoch hatten Eric
Topol and Gary Falk (Cleveland Clinic Foundation, USA)
beim Begleitkommentar zur TARGET-Studie (3) in Lancet
über Lumiracoxib (Prexige®) kritische Anmerkungen
gebracht: Patienten mit kardiovaskulären Risiken
seien von der Studie ausgeschlossen worden; sie wiesen
auf die Lebertoxizität von Lumiracoxib und auf die
potentiellen Zunahme der Häufigkeit von Herzanfällen
unter Lumiracoxib,
wenn Lumiracoxib mit Naproxen allein verglichen
wird. Somit würden sich die Vorteile von
Lumiracoxib im Bezug auf Reduktion der
Magenulkus-Komplikationen wieder relativieren.
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Fazit:
Lumiracoxib (Prexige®) ist zur Symptom- und
Schmerzlinderung bei aktivierten Hüft- und
Kniegelenks-Arthrosen wirksam. Möglicherweise kommt
seine Wirkung auch dadurch zustande, daß es sich in der
Gelenkflüssigkeit anreichert und dadurch länger
wirkt.
Bei
Arthrosen sind die konventionellen NSARs wie
Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen ebenfalls wirksam.
Naproxen soll darüber hinaus ein relativ günstiges
Sicherheitsprofil hinsichtlich der Kardiotoxizität
haben. Die NSAR haben insgesamt jedoch die relativ häufige
Nebenwirkung Magengeschwür-Komplikationen, die ihren
Einsatz wiederum bei bestimmten Patientengruppen
einschränkt. Daher ist es besonders wichtig, ob Lumiracoxib
(Prexige®) bzgl. der Ulkus-Komplikationen im
Vergleich zu NSAR Vorteile bietet.
Bei
der TARGET-Studie gab es in der Lumiracoxib-Gruppe
weniger Ulkus-Komplikationen als in der NSAR-Gruppe.
Dieser Vorteil wurde jedoch durch Zunahme der
Hepatotoxizität und das Herzinfarkt-Risiko in der Lumiracoxib-Gruppe
im Vergleich zu Naproxen-Gruppe wieder
relativiert.
Die
Grundlage, auf der die Cox-2-Hemmer sich befinden,
wird immer dünner. Auch nach dem
Vioxx-Marktrücknahme gibt es immer mehr Studien, die
über die Kardiotoxizität
unter Cox-2-Hemmer berichten. Selbst das bessere
Magenverträglichkeit von Cox-2-Hemmer wird inzwischen
in Zweifel (4) gezogen.
Auf
diesem Hintergrund ist es einerseits erfreulich, dass
es eine neue medikamentöse Option bei Arthrosen auf
den Markt kommt. Andererseits kommt man bei dieser
Datenlage nicht umhin, weitere Studien, die
Unbedenklichkeit von Lumiracoxib (Prexige®)
überprüfen sollten, zu fordern. Zumal klinische Daten
zur Sicherheit nur für einen Zeitraum von 12 Monaten
vorliegen.
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Literatur
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- Sheldon
et al: Efficacy and tolerability of lumiracoxib in
the treatment of osteoarthritis of the knee: a
13-week, randomized, double-blind comparison with
celecoxib and placebo. Clin. Ther. 2005
Jan;27(1):64-77
- Lehmann
et al: Efficacy and tolerability of lumiracoxib
100 mg once daily in knee osteoarthritis: a
13-week, randomized, double-blind study vs.
placebo and celecoxib.
Curr Med Res Opin. 2005 Apr;21(4):517-26.
- TARGET-Studie:
Cox2-Inhibitor könnte Vorteile bei der Behandlung
von Osteoarthritis bieten (Eric J Topol, Gary W
Falk . A coxib a day won't keep the doctor away .
Lancet 2004; 364: 639)
- Lanas
et al: Peptic ulcer and bleeding events associated
with rofecoxib in a 3-year colorectal adenoma
chemoprevention trial.
Gastroenterology. 2007 Feb;132(2):490-7.
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Datum: 25.04.2007
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Nachtrag
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Ruhen
der Zulassung für Cox-2-Inhibitor Prexige® wegen
Leberschaden, 20. November 2007
„Das
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)
hat ebenso wie die Arzneibehörden in Großbritannien
und Österreich das Ruhen der Zulassung für das
lumiracoxibhaltige Arzneimittel Prexige angeordnet....“
--Lumiracoxib
(Prexige®): Das BfArM ordnet das Ruhen der Zulassung
an
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Prexige®
auch in Kanada vom Markt genommen, Freitag, 5. Oktober
2007
"Die
kanadische Aufsichtsbehörde Health Canada hat den
Verkauf des umstrittenen COX-2-Inhibitors Prexige
(Wirkstoff: Lumiracoxib) gestoppt. Grund sind
Hepatotoxizitäten, die bei mehreren Patienten auch
bei der 100 mg-Dosis aufgetreten sein sollen..."
--Withdrawal
of Market Authorization for Prexige
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Keine
US-Zulassung für Prexige®, 28. September 2007
---Novartis:
Prexige® receives ''not approvable'' letter in the US
despite being one of the most studied COX-2 inhibitors
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Hepatotoxizität:
Rücknahme von Prexige® in Australien, 13. August
2007
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Schlüsselwörter:
Lumiracoxib, Prexige, Neuer Cox-2-Hemmer,
Osteoarthritis, Arthrose, Coxib, Medikament,
Arzneimittel, Therapie, Behandlung,
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