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Schwere
Krankheiten können eine systemisch-entzündliche
Reaktion, Gefäßschädigung, Aktivierung des
Gerinnungssystems und somit eine disseminierte
intravaskuläre Koagulapathie (DIC) auslösen. Bei
diesen Patienten ist der Serumspiegel von
Antithrombin-III häufig niedrig. Wiederum besitzt
Antithrombin-III anti-entzündliche und
anti-koagulatorische Eigenschaften. Daher könnte
theoretisch die Gabe von Antithrombin-III bei kritisch
kranken Patienten Vorteile bringen. Auf der anderen
Seite ist Antithrombin-III, das von Humanplasma
gewonnen wird, relativ teuer, und die Datenlage zur
klinischen Wirksamkeit relativ dünn.
Mediziner aus Dänemark
haben in einer Meta-Analyse 20 randomisierte Studien
zum Thema analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass
Einsatz von Antithrombin III weder die Mortalität
noch andere Risikofaktoren reduzierte. Stattdessen erhöhte
Antithrombin-III-Gabe das Blutungsrisiko.
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Antithrombin
III bei kritisch kranken Patienten: Systematische Übersicht
mit Metaanalyse randomisierter Studien im BMJ
Zwei
Gutachter wählten unabhängig voneinander
randomisierte klinische Studien aus, die Antithrombin
mit einem Placebo oder mit fehlender Intervention bei
Parallelgruppen verglichen und extrahierten Daten, die
sich auf Studienmethoden, Interventionen, Zielgrößen,
Risiko der systematischen Verzerrung und unerwünschte
Nebeneffekte bezogen. Studien jeglicher Art über
kritisch kranke Patienten in Intensivbehandlung waren
teilnahmeberechtigt. Alle Studien, die sich mit dem
Vergleich von Antithrombin III und einem Placebo bzw.
Antithrombin III und fehlender Intervention befassten,
wurden aufgenommen. Die Studien, die adäquate
Randomisierungen vornahmen, Blindstudien waren und
nach dem „intention-to-treat“-Prinzip ausgewertet
wurden, wurden als solche mit geringem systematischen
Verzerrungsrisiko eingestuft.
Primäre
Zielparameter waren Mortalität, Aufenthaltsdauer auf
der Intensivstation oder stationäre Aufenthaltsdauer,
Lebensqualität, Schwere der Sepsis, respiratorisches
Versagen, Dauer der künstlichen Beatmung, Inzidenz
chirurgischer Interventionen, Interventionseffekt bei
verschiedenen Populationen und unerwünschte
Nebeneffekte wie Blutungen.
Ergebnisse:
20
Studien die 3458 Patienten randomisiert hatten, erfüllten
die Kriterien. Acht Studien enthielten ein geringes
Risiko für eine systematische Verzerrung, Verglichen
mit einem Placebo oder fehlender Intervention
reduzierte Antithrombin III die Gesamtmortalität
nicht. Keine Untergruppenanalyse über das Risiko
einer systematischen Verzerrung, Patientenpopulationen
sowie mit oder ohne zusätzliche Verabreichung von
Heparin ergab signifikante Ergebnisse. Antithrombin
III erhöhte das Risiko für Blutungen.
Fazit:
Antithrombin
III kann für kritisch kranke Patienten aufgrund der
vorhandenen Hinweise nicht empfohlen werden.
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