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Neue
Medikamente in Pipeline 2008
Terlipressin
(Glycylpressin®, Haemopressin®) beim hepatorenalen Syndrom
- Zwei Studien 2008
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Hintergrundwissen:
Bei Leberzirrhose kommt es zu einer Blutrückstau im
Pfortader- und Magen-Darm-Bereich. Dadurch kommt es zu
einem verminderten Blutvolumen im
Herz-Lungen-Kreislaufsystem. Der Körper wirkt
gegenregulatorisch, und schüttet gefäßengstellende
Hormone (Renin, Aldosteron, Adrenalin). Diese Hormone
verengen die Arterien (Schlagadern) des
Herz-Kreislauf-Systems, aber auch der Niere. Die Folge
ist eine Nierendurchblutungsminderung mit einer
Funktionsstörung der Niere (Hepato-renales Syndrom).
Es kommt zu einem Teufelskreislauf mit
fortschreitender Verschlechterung der Leber- und
Nierenfunktion.
Terlipressin
ist ein Vasopressin-Analog (Vasopressin:
antidiuretisches Hormon; ADH) und wirkt
vasokonstriktiv (Gefäßengstellend). In Europa wird
das neue Medikament in Studien auch beim hepatorenalen
Syndrom (HRS) eingesetzt. Terlipressin wirkt der durch
Zirrhose bedingte Weitstellung der Magen-Darm-Venen
entgegen, und erhöht das Volumen in den Arterien und
somit die Nierendurchblutung.
Terlipression
wird aufgrund seiner vasokonstriktiven Eigenschaften
auch bei Ösophagusvarizenblutungen eingesetzt, für
diese Indikation ist Terlipression in Deutschland
unter den Handelsnamen Glycylpressin® und
Haemopressin® zugelassen.
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Aktuelle
Studien (1,2)
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Die
bisherigen Arbeiten, die die Wirkung von Terlipressin
beim hepatorenalen Syndrom untersuchten,
waren Studien mit kleinen Fallzahlen. In der
Fachzeitschrift Gastroenterology sind aktuell zwei
Studien mit höheren Fallzahlen publiziert.
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Die
erste Studie (1) erfasste 112 Patienten mit HRS
Typ-1 (rapide Verschlechterung der Nierenfunktion) mit
einem mittleren Kreatinin-Spiegel von 3,9mg/dL.
Patienten erhielten intravenös Albumin plus
Terlipressin, oder Albumin plus Placebo für maximal 2
Wochen.
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Als
Behandlungserfolg und klinische Endpunkte wurden die
Besserung der Nierenfunktion (Kreatinin <1,5dL
anhaltend, ohne Dialyse) ohne einen Rückfall während
14 Tage bewertet.
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Die
festgesetzten Endpunkte wurden bei 25% der Patienten
in der Terlipressin-Gruppe, und bei 13% der Patienten
in der Placebo-Gruppe erreicht. Überlebensrate war
nach 6 Monaten in beiden Gruppen ähnlich.
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In
einer ähnlichen Studie aus Spanien (2) war die
Therapieansprechrate (Kreatinin <1,5mg/dL) in der
Terlipressin-Gruppe signifikant höher als
Placebo-Gruppe (39% vs. 4%). Jedoch, auch hier
unterschieden sich die Überlebensraten in beiden
Gruppen nach 3 Monaten nicht. In der
Terlipressin-Gruppe kam es häufiger zu kardiovaskulären
Komplikationen.
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Fazit:
Terlipressin bewirkte zwar eine Besserung des
hepatorenalen Syndroms, jedoch nicht der
Kurzzeit-Mortalität. Möglicherweise könnte
Terlipressin für die Überbrückung der Zeit zwischen
einem fortschreitendem hepatorenalen Syndrom und
Lebertransplantation eingesetzt werden.
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Terlipressin
ist für Hepatorenales Syndrom bisher weder in
Deutschland noch in den USA zugelassen. In den USA
wird für diese Indikation häufig eine
Kombinationstherapie aus Octreoide und Midodrin
verwendet.
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Sanyal
AJ et al. A randomized, retrospective,
double-blind, placebo-controlled trial of
terlipressin for type 1 hepatorenal syndrome.
Gastroenterology 2008 May; 134:1360.
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Martín-Llahí
M et al. Terlipressin and albumin vs albumin in
patients with cirrhosis and hepatorenal syndrome:
A randomized study. Gastroenterology 2008 May;
134:1352.
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Wir
werden über die Wirkung und Nebenwirkungen des neuen
Präparates nach einer Zulassung in Deutschland für
diese Indikation ausführlicher informieren.
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Datum: 10.07.08
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Nachtrag
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Schlüsselwörter:
Glycylpressin, Haemopressin,
Ösophagusvarizenblutungen, Nierenversagen,
Leberzirrhose, Terlipression, hepatorenales Syndrom,
HRS, , Nierendurchblutung, Ösophagusvarizenblutung,
Zirrhose, Leber, Niere, Durchblutung, Hepatorenal, Medikament,
Arzneimittel, Therapie, Behandlung,
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