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Dexmedetomidine
vs Midazolam zur Sedation von schwerstkranken
Patienten: eine randomisierte Studie
HINTERGRUND: Gamma-Aminobuttersäure (GABA)
Rezeptoragonisten sind die am meisten verbreiteten
Sedativa für Intensivpatienten, vorläufige
Ergebnisse zeigen, dass der Alpha(2)-Agonist
Dexmedetomidin Vorteile haben könnte. ZIELSTELLUNG:
Ziel war es, Wirksamkeit und Sicherheit der verlängerten
Sedation mit Dexmedetomidin im Vergleich zu Midazolam
in mechanisch beatmeten Patienten zu prüfen.
DESIGN,
SETTING, PATIENTEN: In diese prospektive
doppel-blinde, randomisierte Studie wurden in 68
Zentren in 5 Ländern im Zeitraum März 2005 bis
August 2007 375 Intensivpatienten mit mechanischer
Beatmung (für mehr als 24 Stunden erwartet)
eingeschlossen. Der Sedationsgrad und Delirium wurden
mittels der “Richmond Agitation-Sedation Scale”
(RASS) sowie der „Confusion Assessment Method“ für
Intensivpatienten bestimmt.
INTERVENTIONEN:
Dexmedetomidin (0,2-1,4 microg/kg pro Stunde [n =
244]) oder Midazolam (0,02-0,1 mg/kg pro Stunde [n =
122]) wurden titriert, um eine leichte Sedierung (RASS
scores zwischen -2 und +1) vom Einschluß bis zur
Extubation bzw. über 30 Tage zu erreichen.
HAUPTENDPUNKTE: Hauptendpunkt war die Zeit (in %)
innerhalb des Ziel-RASS. Sekundäre Endpunkte waren Prävalenz
und Dauer von Delirium, der Verbrauch an Fentanyl und
an Midazolam sowie die Beurteilung des Pflegezustands.
Zusätzliche Endpunkte waren die Beatmungszeit,
Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation und unerwünschte
Ereignisse.
ERGEBNISSE:
Bezüglich der Zeit (in %) innerhalb des Ziel-RASS gab
es keine Unterschiede (77,3% für
Dexmedetomidin-Gruppe vs 75,1% in der Midazolam-Gruppe;
Unterschied 2,2% [95% Konfidenzintervall {KI}, -3,2%
bis 7,5%]; P = 0,18). Die Prävalenz von Delirien während
der Behandlung betrug 54% (n = 132/244) in
Dexmedetomidin-behandelten Patienten vs 76,6% (n =
93/122) in Midazolam-behandelten Patienten
(Unterschied 22,6% [95% KI, 14% bis 33%]; P <
0,001). Die mediane Zeit bis zur Extubation betrug 1,9
Tage weniger in Dexmedetomidin-behandelten Patienten
(3,7 Tage [95% KI, 3,1 bis 4,0] vs 5,6 Tage [95% KI,
4,6 bis 5,9]; P = 0,01). Die Aufenthaltsdauer auf der
Intensivstation war in beiden Gruppen ähnlich (5,9
Tage [95% KI, 5,7 bis 7,0] vs 7,6 Tage [95% KI, 6,7
bis 8,6]; P = 0,24). Dexmedetomidin-behandelte
Patienten entwickelten mit höherer Wahrscheinlichkeit
eine Bradycardie (42,2% [103/244] vs 18,9% [23/122]; P
< 0,001), mit einem nichtsignifikanten Anstieg der
behandlungsbedürftigen Patienetn, (4,9% [12/244] vs
0,8% [1/122]; P = 0,07) und hatten gleichzeitig eine
kleinere Wahrscheinlichkeit einer Tachycardie (25,4%
[62/244] vs 44,3% [54/122]; P < 0,001) oder einer
behandlungsbedürftigen Hypertonie (18,9% [46/244] vs
29,5% [36/122]; P = 0,02).
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Es bestand kein Unterschied zwischen Dexmedetomidin
und Midazolam hinsichtlich der Beatmungszeit beim
beabsichtigten Grad der Sedierung in mechanisch
beatmeten Intensivpatienten. Bei vergleichbarem Grad
der Sedierung waren Dexmedetomidin-behandelte
Patienten für kürzere Zeit an der Beatmung, erlitten
seltener ein Delirium und entwickelten weniger
Tachycardien und Hypertonie. Die häufigste
Nebenwirkung von Dexmedetomidin war Bradycardie.
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