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Neue
Medikamente 2010
Tadalafil
(Adcirca®) bei Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertonie), 2010
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Der Phosphodiesterasehemmer Tadalafil (Adcirca® von
Lilly Pharma) ist zur Behandlung des Lungenhochdrucks
(Pulmonale Arterielle Hypertonie) in Deutschland seit
Anfang 2010 zugelassen.
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Anwendung:
Tadalafil (Adcirca®) wird
zur Behandlung von Erwachsenen mit pulmonaler
arterieller Hypertonie (PAH) zur Verbesserung der körperlichen
Leistungsfähigkeit zugelassen. Bei PAH handelt
es sich um einen abnormal hohen Blutdruck in den
Lungenarterien.
Tadalafil (Adcirca®) wird
bei Patienten mit PAH der Klasse II oder III
eingesetzt.
Die „Klasse“ bezieht
sich auf den Schweregrad der Erkrankung. "Klasse
I" bedeutet keine Einschränkung der körperlichen
Belastbarkeit, „Klasse II“ eine leichte Beeinträchtigung
der körperlichen Leistungsfähigkeit, „Klasse
III“ eine erhebliche Beeinträchtigung der körperlichen
Leistungsfähigkeit, und "Klasse IV"
bedeutet kaum Belastbarkeit.
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Hintergrundinformationen:
Lungenhochdruck (Pulmonale
Hypertonie) ist eine konstante Mitteldruckerhöhung im
Lungenarteriensystem durch verschiedene Ursachen. Nach
einer langen Zeit des Stillstandes werden zur Zeit
rasant mehrere Medikamente für die pulmonale
Hypertonie entwickelt. In Deutschland wurde im Juni
2002 das neue Endothelin-Rezeptorantagonist Bosentan
(Tracleer®)
und 2006 Sildanafil
(Revatio®) zur Behandlung von
Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie
zugelassen.
Tadalafil (Adcirca®)
gehört wie Sildanafil (Revatio®) zu der
Substanzgruppe der selektiven Phosphodiesterasehemmer.
Ursprünglich wurde Sildenafil für Patienten mit
Herzkrankheiten entwickelt. Bei den Testpatienten
wurde zufällig die "Nebenwirkung" von
Sildenafil, nämlich eine verlängerte Erektion
festgestellt. Pfizer vermarktete anschliessend sehr
erfolgreich das neue Arzneimittel unter dem Namen
Viagra®
zur Behandlung der Erektionstörung des Mannes.
Aufgrund von seiner gefässerweiternden Wirkung wurde
Sildenafil unter dem Markennamen Revatio seit 2006
auch bei Patienten mit Lungenhochdruck zugelassen.
Einen ähnlichen Verlauf hat jetzt auch die
Substanz Tadalafil, die ebenfalls ein selektiver Phosphodiesterasehemmer ist. Tadalafil wurde unter dem Markennamen Cialis®
in Deutschland seit 2003 zur Behandlung von
Patienten mit erektiler Dysfunktion (ED) auf dem
Markt. Tadalafil (Cialis®)
unterscheidet sich vom Sidanafil durch eine längere
Wirkdauer bis zu 24 Stunden (Halbwertszeit: 18
Stunden).
Aufgrund ähnlicher Eigenschaften wie Sildanafil
bei Lungenhochdruck wurde auch Tadalafil
jetzt als Adcirca®
zur Therapie von Lungenhochdruck (Pulmonale
Hypertonie) ebenfalls zugelassen.
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Nebenwirkungen
Die häufigsten
Nebenwirkungen von Adcirca (beobachtet bei mehr als 1
von 10 Patienten) sind Kopfschmerzen, Hautrötung,
Epipharyngitis (Entzündung der Nase und des Rachens)
einschließlich einer verstopften oder laufenden Nase
und verstopften Nasennebenhöhlen, Übelkeit,
Dyspepsie (Sodbrennen) einschließlich Magenschmerzen,
Muskelschmerzen, Rückenschmerzen und Schmerzen in den
Extremitäten (Armen, Händen, Beinen und Füßen).
(Quelle: EMEA, 3)
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Kontraindikationen:
Kontraindikationen wie Instabile Angina pectoris oder
schwere Herzinsuffizienz, die für Sidalafil-Therapie
gelten, gelten auch für Tadalafil. Tadalafil verstärkt
die blutdrucksenkende Wirkung von Nitraten, daher ist
die Anwendung von Tadalafil bei Patienten
kontraindiziert, die Nitrate in jeglicher Form
einnehmen.
Weitere KI sind:
-
Unkontrollierte
Arrythmien
-
Hypotonie
(niedriger Blutdruck <90/50mmHg)
-
Patienten
mit Herzinfarkt in der vorangangenen 90 Tage.
-
Patienten mit
Schlaganfall in der vorangangenen 6 Monate.
-
Patienten
mit einer Störung des Blutflusses zum Sehnerv im
Auge
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Für vollständige
Auflistung der Nebenwirkungen,
Konraindikationen und Gegenanzeigen siehe
Beipackzettel und
Fachinformation des Herstellers.
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Dosierung:
Die
empfohlene Dosis beträgt einmal täglich 40 mg
unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Patienten
mit leichten bis mittelschweren Nieren- oder
Leberproblemen sollten mit einer niedrigeren Dosis
beginnen, die jedoch bei Bedarf je nach Ansprechen des
Patienten erhöht werden kann. Adcirca wird nicht für
Patienten mit schweren Nieren- oder Leberproblemen
empfohlen. (Quelle: EMEA, 3)
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Wirkung:
In der Hauptstudie
PHIRST-I-Studie (1) mit 405 Patienten mit
symptomatischer Lungenhochdruck (die meisten mit PAH
der Klasse II oder III mit unbekannter Ursache oder
verursacht durch eine Bindegewebskrankheit) wurde
Tadalafil (Adcirca®) in verschiedenen Dosierungen mit
Placebo verglichen. Die Hauptindikator war die Verlängerung
der sechsminutigen Gehstrecke innerhalb von 16 Wochen.
Alle Patienten erhielten das
Endothelin-Rezeptorantagonist Bosentan
(Tracleer®) sozusagen als "Basismedikation",
Tadalafil (Adcirca®) oder
Placebo wurden dann randomisiert dazu gegeben.
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Die Ergebnisse der
PHIRST-I-Studie (1) zeigten, dass Tadalafil (Adcirca)
hinsichtlich der Verlängerung der Gehstrecke
wirksamer als Placebo war, und von Patienten gut
vertragen wurde.
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Vor der Therapie konnten die
Patienten in sechs Minuten durchschnittlich 343 Meter
gehen. Nach 16 Wochen verlängerte 40mg Tadalafil (Adcirca®)
täglich bei Patienten, die bereits Bosentan
einnehmen, diese Strecke gegenüber Placebo um
26 Meter. Das ist zwar nicht viel aber
statistisch signifikant. Sildenafil hatte in der
Zulassungsstudie (2) Gehstrecke gegenüber Placebo ca.
45 bis 50m verlängert. Die beiden Studien sind aber
nicht direkt vergleichbar, da es in der Sildenafil-Studie
keine „Bosentan-Basistherapie“ gab. Daher wären
direkte randomisierte Vergleichsstudien zwischen
beiden Substanzen wünschenswert, um den Stellenwert
der Tadalafil (Adcirca®) bei Lungenhochdruck-Therapie
besser beurteilen zu können.
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Insgesamt kann man
festhalten, dass Tadalafil (Adcirca®)
das
Spektrum der verfügbaren Medikamenten bei pulmonaler
Hypertonie erweitert.
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Literatur
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Galiè
N et al - Pulmonary Arterial Hypertension and
Response to Tadalafil (PHIRST) Study
Group.Tadalafil therapy for pulmonary arterial
hypertension. Circulation. 2009 Ju
9;119(22):2894-903. Epub 2009 May 26
-
Galie
et al: Sildenafil citrate therapy for pulmonary
arterial hypertension. N Engl J Med. 2005 Nov
17;353(20):2148-57
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EMEA:
Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit
für Adcirca
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Datum: 24.05.2010
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Nachtrag
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Schlüsselwörter: Medikament,
Sildenafil, Viagra, Zulassung, Lungenhochdruck, Pulmonale
Hypertonie, PAH, Revatio, Behandlung, Lungenhochdruck,
Epoprostenol, Pulmonale Hypertonie, Lungenfibrose, COPD,
COLD, chronische Bronchitis, Empysem, Asthma, Sildenafil,
Viagra, Iloprost, Vemtavis, Bosentan Tracleer und
Lungengefässwiderstand, Medikament,
Arzneimittel, Therapie, Behandlung,
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