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Rilpivirin
(Edurant®) zur
Therapie von HIV-Infektion, 2011/2012
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Rilpivirin ist ein neuer nicht-nukleosidischer
Reverse-Transkriptasehemmer. In zwei aktuellen
Studien (ECHO- und THRIVE-Studie; 1,2) wurde
Rilpivirin mit anderen antiretroviralen Substanzen
in Kombinationstherapien verglichen. Die Ergebnisse
zeigten, dass Rilpivirin durchaus eine weitere
Therapie-Option bei der HIV-Erkankung ist. Rilpivirin
hatte ein vorteilhaftes Verträglichkeitsprofil, vor
allem mit weniger neurologischen Nebenwirkungen als
die Standard-Therapieregimes. |
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Ausführlichere Daten
der ECHO-Studie (1):
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Rilpivirin versus
Efavirenz mit Tenofovir und Emtricitabin bei
behandlungsnaiven Erwachsenen mit HIV-1 Infektion
(ECHO): eine Phase 3 randomisierte doppel-blinde,
aktiv-kontrollierte Studie
HINTERGRUND:
Efavirenz mit
Tenofovirdisoproxilfumarat und Emtricitabin ist ein
bevorzugtes antiretrovirales Regime für
behandlungsnaive Erwachsene mit HIV-1 Infektion.
Rilpivirin, ein neuer nicht-nukleosidischer
Reverse-Transkriptasehemmer, zeigte eine ähnliche
antivirale Effizienz wie Efavirenz in einer Phase 2b
Studie mit zwei nukleosidischen/nukleotidischen
Reverse-Transkriptase-Inhibitoren.
Die Studie soll die
Effizienz, die Sicherheit und die Verträglichkeit
von Rilpivirin versus Efavirenz beurteilen. Die
beiden Medikamente wurden jeweils mit
Tenofovirdisoproxilfumarat und Emtricitabin
kombiniert.
METHODEN:
Es wurde eine Phase 3,
randomisierte, doppelblinde, Doppel-Dummy,
aktiv-kontrollierte Studie bei Patienten mit einer
HIV-1 Infektion, die behandlungsnaiv waren,
durchgeführt. Die Patienten waren 18 Jahre oder
älter mit einer Plasmaviruslast von 5000 Kopien pro
mL oder mehr beim Screening und wiesen eine virale
Sensitivität für alle Studienmedikamente auf. Die
Studie wurde an 112 Stellen in 21 Ländern
durchgeführt. Die Patienten wurden zufällig durch
ein computergeneriertes interaktives
Webresponse-System eingeteilt. Sie erhielten
entweder einmal täglich 25 mg Rilpivirin oder einmal
täglich 600 mg Efavirenz. Zusätzlich erhielten beide
Gruppen Tenofovirdisoproxilfumarat und Emtricitabin.
Das primäre Ziel war eine Nicht-Unterlegenheit (12%
Bereich) von Rilpivirin gegenüber Efavirenz zu
zeigen, bezogen auf den Prozentsatz der Patienten,
die ein bestätigtes Ansprechen in der 48. Woche
zeigten (Viruslast <50 Kopien pro mL,
intention-to-treat
time-to-loss-of-virological-response [ITT-TLOVR]
Algorithmus). Die primäre Analyse war bei
intention-to-treat. Es wurde auch eine logistische
Regression benutzt, um die Viruslast bei
Studienbeginn anzupassen. Die Studie ist bei
ClinicalTrials.gov mit der Nummer NCT00540449
registriert.
ERGEBNISSE:
Die Patienten wurden
zufällig aufgeteilt, davon erhielten 346 Patienten
Rilpivirin und 344 Patienten erhielten Efavirenz.
Sie erhielten mindestens eine Dosis des
Studienmedikaments. 287 (83%) und 285 (83%)
Patienten in den respektiven Gruppen zeigten ein
bestätigtes Ansprechen in der 48. Woche. Der
Schätzwert durch das logistische Regressionmodell
für die perzentuale Differenz beim Ansprechen war
-0,4 (95% Konfidenzintervall, -5,9 bis 5,2). Das
bestätigte eine Nicht-Unterlegenheit mit einem 12%
Bereich (primärer Endpunkt). Die Inzidenz von
virologischen Versagen war 13% (Rilpivirin) versus
6% (Efavirenz; 11% vs 4% bei ITT-TLOVR).
Unerwünschte Ereignisse des Grades 2-4 (55 [16%] bei
Rilpivirin vs 108 [31%] bei Efavirenz, p<0,0001),
Unterbrechungen auf Grund von unerwünschten
Ereignissen (acht [2%] bei Rilpivirin vs 27 [8%] bei
Efavirenz), Ausschlag, Schwindel und anormale Träume
oder Albträume waren unter Efavirenz häufiger.
Anstiege der Plasmalipide waren unter Rilpivirin
signifikant geringer.
INTERPRETATION:
Rilpivirin zeigte keine
unterlegene Effizienz verglichen mit Efavirenz.
Rilpivirin wies eine höhere virologische
Versagens-Rate auf, aber auch eine vorteilhafte
Sicherheit und ein vorteilhaftes
Verträglichkeitsprofil.
FÖRDERUNG:
Tibotec. (Anmerkung:
Tibotec ist der Hersteller von Rilpivirin.) |
-
Jean-Michel Molina et al: Rilpivirine versus
efavirenz with tenofovir and emtricitabine in
treatment-naive adults infected with HIV-1
(ECHO): a phase 3 randomised double-blind
active-controlled trial. The Lancet, Volume 378,
Issue 9787, Pages 238 - 246
-
Dr Calvin J Cohen et al: Rilpivirine versus
efavirenz with two background nucleoside or
nucleotide reverse transcriptase inhibitors in
treatment-naive adults infected with HIV-1
(THRIVE): a phase 3, randomised, non-inferiority
trial. The Lancet, Volume 378, Issue 9787, Pages
229 - 237
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Datum: 04.11.2011
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Nachtrag
- EU-Zulassung 01/2012 |
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Rilpivirin (Edurant®) gegen HIV in EU
zugelassen, 01/2012
Vorläufige PZ-Bewertung: Analogpräparat
"Seit Januar 2012 sind Präparate mit dem neuen
HIV-Wirkstoff Rilpivirin im deutschen Handel.
Rilpivirin (Edurant® 25 mg Filmtabletten,
Janssen-Cilag) ist in Kombination mit anderen
antiviralen Wirkstoffen für die Behandlung von
HIV-1-Infektionen bei antiretroviral nicht
vorbehandelten Erwachsenen mit einer Viruslast von
maximal 100 000 RNA-Kopien pro Milliliter
vorgesehen. Der neue nicht-nukleosidale Inhibitor (NNRTI)
ist auch in dem ebenfalls seit Mitte Januar
verfügbaren Präparat Eviplera® von Gilead Sciences
enthalten. Dieses Kombinationspräparat enthält 200
mg
Emtricitabin,
25 mg Rilpivirin und 245 mg
Tenofovir.
Damit ist ist nun auch für therapienaive
HIV-Patienten möglich, nur eine Tablette pro Tag
einnehmen zu müssen. Bisher war Atripla® mit den
Wirkstoffen Efavirenz, Emtricitabin und Tenofovir
das einzige Präparat in Deutschland, das ein
sogenanntes Single-Tablet-Regime möglich gemacht
hat. Allerdings ist Atripla, obwohl die
Einzelsubstanzen als erste Wahl empfohlen werden,
nicht für die ersten Monate nach Therapiestart
zugelassen, sondern erst, wenn die Viruslast für
drei Monate unter der Nachweisgrenze liegt..."
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in der Pharmazeutischen Zeitung online... |
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Schlüsselwörter:
Rilpivirin,
Edurant, Eviplera, Therapie, HIV-Infektion, AIDS, efavirenz,
emtricitabin, Tenofovir und Emtricitabin,
dreierkombination, zweierkombination,
antiretrovirale therapie, Medikament,
Arzneimittel, Therapie, Behandlung, medikamente |
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