Hintergrundinformation: Der Thrombin-Rezeptor-Antagonist und Thrombozytenaggregationshemmer) Vorapaxar verringert bei Patienten mit vorausgegangenem Myokardinfakt (MI) die Inzidenz von kardiovaskulärem Tod (CVD), Reinfarkt und Schlaganfall, steigert allerdings das Risiko schwerer Blutungskomplikationen. Patienten mit Diabetes mellitus haben auch unter Standardtherapie ein hohes Risiko für rezidivierende thrombotische Ereignisse und könnten deshalb besonders von einer antithrombotischen Therapie profitieren. Die randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie TRA 2°P-TIMI 50 testete Vorapaxar bei stabilen Postherzinfarkt-Patienten.

Die Studie vergleicht die Wirksamkeit von Vorapaxar bei Patienten mit und ohne Diabetes mellitus, die in ihrer Vorgeschichte einen Herzinfarkt erlitten hatten. Weil Vorapaxar bei Patienten mit vorausgegangenem Schlaganfall oder transienter ischämischer Attacke kontraindiziert ist, wurden entsprechende Patienten von der Analyse (n=16896) ausgeschlossen.

Primärendpunkt der Studie waren CVD, MI oder Schlaganfall, was bei Patienten mit Diabetes mellitus häufiger auftrat als bei Patienten ohne Diabetes (Rate in der Placebogruppe: 14,3 % bei Patienten mit Diabetes und 7,6 % bei Patienten ohne Diabetes; adaptiertes Hazard Ratio 1,47; p<0,001).

Bei Diabetes-Patienten (n=3623) verringerte Vorapaxar den Primärendpunkt signifikant (11,4 % versus 14,3 %, HR 0,73; p=0,002) mit einer NNT (number needed to treat) von 29 zur Verhinderung von einem schweren kardiovaskulären Ereignis. Allerdings traten unter Vorapaxar-Behandlung bei den Patienten mit Diabetes mellitus häufiger mäßige/schwere Blutungen gemäß GUSTO-Kriterien auf (4,4 % versus 2,6 %; HR 1,6). Der klinische Gesamtoutcome war bei Kombination der zwei Endpunkte Wirksamkeit und Sicherheit unter Vorapaxar aber insgesamt verbessert (HR 0,79).

Fazit: Bei Patienten mit Diabetes mellitus und Vorgeschichte mit Herzinfarkt verringerte die Kombination von Standardtherapie mit Vorapaxar signifikant das Risiko für schwere vaskuläre Ereignisse. Dabei zeigte Vorapaxar besonders bei Patienten mit hohem Risiko ischämischer Ereignisse sein Potenzial in der Sekundärprävention.

Anmerkung: Weitere Studien sollten Vorapaxar mit den antithrombotischen Medikamenten (wie Clodigoprel, Ticagrelor), die häufig bei Postinfarkt-Patienten als duale Therapie mit ASS eingesetzt werden, vergleichen.   

1- Cavender et al. : Vorapaxar in patients with diabetes and prior MI: Findings from the TRA 2°P-TIMI 50 trial. Circulation 2015 Feb 13.

2-Siehe auch: Vorapaxar zur Sekundärprävention der vaskulären Krankheiten: von Herzinfarkt bis Schlaganfall, 2012

 

 

 

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