Die Effekte der Blutdruckkontrolle auf die Babys sind noch unklar, zumal viele Ärzte sich vor einer scharfen Blutdruckkontrolle bei Schwangeren aufgrund möglicher medikamentös-bedingten Fehlbildungs-Risiken sich zurückhalten. Eine aktuelle Studie in "NEJM" untersuchte die Effekte der intensiven und moderaten Blutdruckkontrolle auf den Verlauf der Schwangerschaft (1).

In die internationale Studie waren 987 Frauen involviert, die sich in der 14 bis 16 Schwangerschafts-Woche befanden.

74.6% der Teilnehmerinnen hatten bekannte Hypertonie ohne Proteinurie, der Rest Schwangerschafts-Hypertonie mit Proteinurie. Die in der Arztpraxis gemessenen diastolischen RR-Werte lagen zwischen 90 bis 105mmHg (85 bis 105mmHg bei Frauen unter Antihypertensiva-Therapie). Alle Föten lebten zu Beginn der Studie.

Die Frauen wurden entweder für eine moderate (Zielwert diast. 100mmHg) oder intensive Blutdruck-Kontrolle (Zielwert diast. 85mmHg) randomisiert.

Die Häufigkeit für Fehlgeburt, Notwendigkeit High-Level-neonatale Versorgung, niedriges Geburtsgewicht und mütterliche Komplikationen waren in beiden Gruppen ähnlich, obwohl die moderate Blutdruckkontrolle häufiger zu schweren mütterlichen hypertensiven Entgleisungen führte.

Anmerkung: Einerseits reduzierte die intensivere Blutdruckkontrolle mit dem Zielwert Diastolisch 85mmHg anscheinend die Komplikatikonen weder bei Kind noch bei Mutter. Andererseits führte eine intensivere Blutdruck-Kontrolle anders als gefürchtet nicht zu einer Erhöhung der neonatalen und mütterlichen Risiken durch die Medikamenten-Nebenwirkungen. Man könnte schlussfolgern, Antihypertensiva sollten bei Schwangeren eher zurückhaltend eingesetzt werden. Als Antihypertensivum wurde am meisten Labetalol (Alpha- und Betablocker) eingesetzt.

1-Magee et al. Less-tight versus tight control of hypertension in pregnancy. N Engl J Med 2015; 372:407-417

 

 

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