Anhand der Endostroke-Studie untersuchten Wissenschaftler die klinischen und verfahrenstechnischen Faktoren, die mit dem Outcome, sowie dem Erfolg einer Gefäßöffnung durch eine endovaskuläre Therapie bei Verschluss der Arteria Basilaris assoziiert sind (1).

Das Ziel der endovaskulären Therapie bei einem Schlaganfall ist es, den Blutfluss im verschlossenen Gefäß schnellstmöglich wiederherzustellen, um das Ausmaß der Gewebeschädigung einzugrenzen. Die endovaskuläre Intervention beinhaltet mechanische Embolektomie, intraarterielle Thrombolyse und Angioplastie mit oder ohne Stenting.

Endostroke ist ein, durch Forscher initiiertes multizentrisches Register für Patienten, die eine endovaskuläre Schlaganfallbehandlung erhalten. 148 Patienten mit einem Basilararterienverschluss wurden in die Endostroke-Studie eingeschlossen. 59% dieser Patienten erhielten vor der endovaskulären Intervention eine intravenöse Trombolyse. Der Rekanalisierungserfolg wurde durch den Thrombolysis in Cerebral Infarction Score (TICI) mit 2b-3 definiert. Ein Punktwert von 0 heißt keine Durchblutung, 1 heißt Lösung des Gefäßverschlusses, aber keine Füllung distaler Gefäße, 2a bedeutet <50% Füllung in distalen Gefäßen, 2b >50% und 3 bedeutet komplette Durchblutung mit Füllung aller distalen Gefäße. Der Kollateralenstatus (Ersatzstrombahn) wurde durch die American Society of Interventional and Therapeutic Neuroradiology/Society of Interventional Radiology collateral grading system festgelegt. Sowohl die Rekanalisierung, als auch der Kollateralenstatus wurden durch ein verblindetes Kernlabor beurteilt. Ein mäßiges bis gutes Outcome wurde definiert als Punktwert von 0-2 auf der modifizierten Ranking Skala nach mindestens 3 Monaten (im Schnitt 120 Tage Follow-up). Die modifizierte Ranking Skala beschreibt das Ausmaß der Behinderung nach einem Schlaganfall. Die Skala geht von 0 (keine Beschwerden) bis 6 (Tod).

34% hatten ein gutes und 42% ein mäßiges klinisches Outcome.

Die Sterblichkeit betrug 35%.

TICI 2b-3 Rekanalisierung wurde bei 79% erreicht.

Das Alter, Bluthochdruck, die Punktezahl auf der National Institutes of Health Stroke Skala (2; Verlaufsbeobachtung eines Schlaganfalls), der Kollateralenstatus und der MRT-Einsatz vor einer endovaskulären Gefäßöffnung bestimmten das klinische Outcome. Die letzten 3 Punkte blieben unabhängige Vorhersagewerte in multivariaten Analysen. Unabhängige Faktoren für den Erfolg der Rekanalisierung waren ein besserer Kollateralenstatus und der Gebrauch eines Stent-Retrievers. Ein Stent-Retriever ist ein spezieller Mikrokatheter mit einem Gittergeflecht an der Spitze. Hiermit kann der Thrombus eingefangen und anschließend unter Sog entfernt werden. Jedoch konnte der Erfolg der Rekanalisierung das klinische Outcome nicht signifikant vorhersagen.

Fazit der Studie: Neben der initialen Schlaganfallschwere, ist sowohl das Outcome, als auch der Erfolg der Rekanalisierung bei Basilararterienverschluss abhängig vom Kollateralenstatus. Die erhobenen Daten bestärken die Annahme, dass der Einsatz eines Stent-Retrievers mit erfolgreichen Rekanalisierungsraten assoziiert ist. Jedoch sagt die Rekanalisierung selbst nichts über das Outcome aus. Um die Rollen anderer modifizierbarer Faktoren, wie bildgebende Verfahren vor der Behandlung oder Zeitfaktoren zu analysieren, werden weitere Untersuchungen benötigt. 

1- Singer et al.: Mechanical recanalization in basilar artery occlusion: The ENDOSTROKE study. Ann Neurol. 2015 Mar;77(3):415-24

2-National Institutes of Health Stroke Scale 

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