Bekanntlich wird der partielle Opiatantagonist Buprenorphin (Temgesic®) bei der Entzugsbehandlung von Heroinabhängigen eingesetzt. Trotzdem ist das Rezidivrisiko vor allen unter Stress immer noch vorhanden. Eine aktuelle Studie (1) in „American Journal of Psychiatry" untersuchte, ob Clonidin stress-induziertes Verlangen nach Heroin und Cocain reduziert.

Hintergrundinformation: Clonidin ist ein im Gehirn an alpha-2-Rezeptoren andockendes Sympathomimetikum, und senkt den Blutdruck und die Herzfrequenz. Clonidin wird bei Hypertonie aber auch bei schwerem Alkoholentzug/Alkoholdelir mit überschiessenden Kreislaufreaktionen eingesetzt.

In dieser randomisierten Studie wurden 118 Heroin-abhängige Patienten aus der Ambulanz einer Suchtklinik eingeschlossen, die zur Entwöhnungstherapie Buprenorphin erhielten.

Die Patienten wurden 14 Wochen lang, als Add-On-Therapie zusätzlich zu Clonidin (Dosierung von 0.1 mg beginnend bis zu 0.3 mg täglich) oder Placebo eingeteilt. Urintests als Drogenscreening wurden zweimal wöchentlich durchgeführt. Die Ergebnisse:

Zusätzliche Clonidin-Einnahme führte zu längeren Abstinenzzeiten (34.8 Tage vs. 25.5 Tage). In der Clonidin-Gruppe war der tägliche Stress vom Opiat-Craving entkoppelt.

Fazit: Clonidin ist bei Opiatabhängigkeit ist nicht nur effektiv zur Reduzierung der Entzugssymptome, es ist aber auch als Zusatztherapie zu Buprenorphin in der Entwöhnungstherapie zur Abstinenz-Erhaltung wirksam. Selbst beim Fehlen von Entzugsymptomen entkoppelt Clonidin Stress von Opiat-Craving (Verlangen) am Alltag.

1-Kowalczyk et al.: Clonidine maintenance prolongs opioid abstinence and decouples stress from craving in daily life: A randomized controlled trial with ecological momentary assessment. Am J Psychiatry 2015 Mar 17

 

 

 

 

 

 

 

 

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