Frei#  Der Larynx-Tubus LT-D (Laryngeal tube disposable), als eine Mischung aus Larynxmaske und Combitubus, wird supraglottisch und ohne Laryngoskop eingesetzt. In der vorangegangenen und der aktuellen Leitlinie des European Resuscitation Council (ERC) wurde die endotracheale Intubation (ETI), durch dafür untrainierte Rettungsassistenten, als Beatmungsmöglichkeit bei der Reanimation als nicht bedeutend eingeschätzt. Die ERC Leitlinien empfehlen dagegen den Einsatz des Larynxtubus für dieses Personal zur supraglottischen Atemwegssicherung. In der aktuellen prospektiven Studie (1) untersuchten Forscher den Einsatz des LT-D durch Rettungsassistenten in prähospitalen Notfällen.

Innerhalb einer 42 Monate dauernden Beobachtungsphase (September 2008 bis Februar 2012) registrierten die Forscher alle Daten eines deutschen Rettungsdienstes über außerklinische Versorgungen von Herzstillständen, bei denen der LT-D zum Einsatz kam.

Während des definierten Zeitraumes erfolgten 133, auf standardisierten Datenblättern registrierte Einsätze, welche in die Studie einbezogen wurden.

So ergab sich für die Nutzung des LT-D ein Verhältnis von 98% für die Reanimation und 2% für die Versorgung anderer Notfälle (z. B. Trauma) Drei Versuche, den LT-D einzusetzen wurden von der Untersuchung ausgeschlossen, da es sich um eine Traumaversorgung handelte. Daher wurden die Daten von 130 Patienten in dieser Studie bewertet. Bei der Reanimation wurde in 83% der Fälle eine zufriedenstellende Ventilation bzw. Oxygenierung erreicht. Bei 66% der Patienten wurde nicht über Probleme beim einführen des LT-D durch das Rettungspersonal berichtet. In 93% der Fälle wurde über keine signifikanten Probleme berichtet. Bei 7% (n=9) der Patienten ließ sich der LT-D nicht einführen. Anstelle der Maskenbeatmung mit Reservoir wurde die primäre Beatmung mittels LT-D bei etwa 66% der Patienten durchgeführt.

Zwischen den beiden Gruppen wurde kein signifikanter Unterschied ermittelt (p>0,05).

Fazit: Einen alternativen, schnellen und entsprechend der Datenlage effektiven Atemwegszugang während der Reanimation stellt der Laryngeal Tubus disposable (LT-D, Larynxtubus) dar, welcher durch die Leitlinie des European Resuscitation Council (ERC) von 2005 und 2010 empfohlen wird.

Zusätzlich ergibt sich durch den Einsatz des Larynxtubus während der Reanimation eine verkürzte Unterbrechungszeit (hands-off-time) und somit auch die Möglichkeit für eine hohe Rate an Thoraxkompressionen. Wissenschaftler zeigten durch die Untersuchung, dass der Larynxtubus häufig als Alternative zur Maskenbeatmung und zur endotrachealen Intubation eingesetzt wurde.

Jedoch wurde in dieser Studie häufiger Probleme beim Einsatz aufgezeigt als in früheren Untersuchungen (Nicht ausreichende Ventilation bei etwa 20% der Fälle). Es scheinen also noch weitere Studien zur Nutzung alternativer Systeme zur Sicherung des Atemweges neben der endotrachealen Intubation oder der Video-Laryngoskopie nötig zu sein.

1-Müller J-U et al. The use of the laryngeal tube disposable by paramedics during out-of-hospital cardiac arrest: A prospectively observational study (2008-2012). Emerg Med J 2013 Dec; 30:1012

 

 

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