Frei#  Propofol (Disoprivan®) ist ein Narkotikum, welches zur Sedation von Patienten während Eingriffe oder Operationen angewendet wird. Durch den Fall von Michael Jackson hat Propofol eine traurige Berühmtheit erlangt, seitdem wird es auch über die Sicherheit von Propofol (Disoprivan®) diskutiert. Eine aktuelle Studie (1) in der British Journal of Anasthesiology ging dieser Frage nach.

In der Studie wurde retrospektiv Daten von Patienten analysiert, die in englischen Notaufnahmen zur Durchführung medizinischer Eingriffe das Narkotikum Propofol erhalten hatten. Insgesamt waren 1008 Patienten (Alter zwischen 15 bis 97 Jahre) in die Studie involviert. Die häufigsten Eingriffe waren orthopädische Interventionen und Kardioversion. Die Wissenschaftler identifizierten insgesamt 11 Fälle mit schweren Komplikationen (5x Hypoxie, 6x Blutdruckabfall), 34 mittleren und 25 leichten, und 3 mit minimalen Nebenwirkungen. Die Komplikationen unter Propofol hatten keinen Effekt auf das Outcome der Patienten. Mehrere Patienten mit schweren Komplikationen unter Propofol hatten Begleitkrankheiten.

Fazit: Insgesamt war die Propofol-Sedation in der Notaufnahme sicher. Die seltenen schweren Komplikationen (1%) unter Propofol hatten keinen Effekt auf das Outcome der Patienten. Die Autoren empfehlen niedrige Propofol-Dosierung für ältere Patienten. Des Weiteren müssten die Patienten, insbesondere die mit kardiovaskulären und pulmonalen Begleitkrankheiten, intensiv überwacht werden.

1-Newstead B et al. Propofol for adult procedural sedation in a UK emergency department: Safety profile in 1008 cases. Br J Anaesth 2013 May 9.

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