Frei#  Sicherheit der Pleurapunktion unter Ultraschallkontrolle bei Patienten mit abnormalern Koagulationsparametern (Koagulopathie).

Hintergrund: Trotz der niedrigen Ereignisrate hämorrhagischer Zwischenfälle nach einer erfolgten Pleurapunktion werden Koagulationsparameter vor einem Eingriff in der Regel entsprechend eingestellt. In der vorliegenden Studie untersuchten die Autoren die Häufigkeit von hämorrhagischen Komplikationen, welche bei einer Pleurapunktion bei Patienten mit abweichenden Koagulationswerten.

Insgesamt wurden 1009 Eingriffe analysiert, welche während des Zeitraums 2005 bis 2011 durchgeführt worden waren, und bei welchen Patienten einen INR-Wert von über 1.6 aufwiesen, die Thrombozytenzahl unter 50.0000/mikroliter betrug, oder beide Werte abnormen waren.

Die Eingriffe wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei bei Patienten in Gruppe 1 Koagulationswerte entsprechend korrigiert wurden, bei Patienten in Gruppe 2 hingegen Patienten Thrombozytenkonzentrate bzw. gefrorenes Frischplasma transfundiert worden war.

Grundlage für eine Evaluation auf das Vorliegen einer hämorrhagischen Komplikation war die durch das National Institute of Health (NIH) herausgegebene „Common Terminology Criteria for Adverse Events".

Bei der Ergebnisauswertung konnten alle 1009 Eingriffe berücksichtigt werden, wobei jeweils 706 Eingriffe bei 538 Patienten in Gruppe 1 bzw. 303 Eingriffe bei 235 Patienten in Gruppe 2 durchgeführt worden waren. Wohingegen bei Gruppe 1 kein einziger Komplikationsfall auftrat (0%, 95%iges Konfidenzintervall 0% - 0.68%), wurden 4 Fälle von hämorrhagischen Komplikationen in Gruppe 2 festgestellt (1.32 %, 95%iges Konfidenzintervall 0.51% - 3.36%).

Fazit: Hämorrhagische Komplikationen treten nur selten nach einer Pleurapunktion unter Ultraschallkontrolle auf. Die Anpassung des INR-Werts bzw. der Thrombozytenanzahl vor dem Eingriff birgt laut gegenwärtiger Datenlage der Studie keinen Vorteil. Die Autoren erachten den Eingriff als sicher, auch bei Patienten mit abnormalen Koagulationswerten, wenn hinreichende Expertise durch den Behandelnden gegeben ist.

1-Hibbert RM et al. Safety of ultrasound-guided thoracentesis in patients with abnormal preprocedural coagulation parameters. Chest 2013 Aug; 144:456

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