Frei#  Thoraxkompression während des Ladevorgangs des Defibrillators verkürzt die Schock-Pause und verbessert die Wirkung der Kompressionsphase beim defibrillierbaren Herzstillstand im ambulanten Bereich.

Vorangegangene Studien zeigten einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Dauer der Schock-Pause und dem Überleben bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus beim ambulanten defibrillierbaren Herzstillstand (out-of-hospital cardiac arrest OHCA). Thoraxkompressionen während des Ladevorgangs des Defibrillators (compressions during charging CDC) wurde als eine Möglichkeit ermittelt die Dauer der Schock-Pause zu verkürzen.

Mediziner untersuchten nun die Stärke des Effekts von CDC während des Ladevorgangs auf die Qualität der kardiopulmonalen Reanimation (CPR). In eine retrospektive Studie bezogen Sie alle Erwachsenen mit OHCA ein, welche innerhalb eines Jahres (beginnend mit dem 1.August 2011) behandelt wurden. Die versorgenden Rettungskräfte waren zuvor in der Technik der Thoraxkompression während des Ladevorgangs des Defibrillators geschult worden. Eingeschlossen wurden Patienten mit initial defibrillierbarem Rhythmus, verfügbarem Protokoll über den Ablauf der Reanimation sowie Informationen über die Unterbrechung der Schockabgabe bis zum dritten Schock. Ob tatsächlich die Technik mit CDC angewendet wurde konnten die Forscher über den Impedanz-Kanal ablesen. Der Zusammenhang zwischen CDC und der Dauer der Schock-Pause wurde von den Wissenschaftlern als primärer Messwert bestimmt. Weitere Werte wurden ermittelt um den Zusammenhang zwischen CDC und Qualität der Reanimation zu quantifizieren.

Von 747 behandelten Patienten mit OHCA hatten 149 (23,4%) einen defibrillierbaren Herzrhythmus, davon erfüllten 129 (81,6%) die weiteren Einschlusskriterien.

Bei 70 Patienten (54,2%) wurde auch während des Ladevorgangs des Defibrillators Thoraxkompressionen durchgeführt (CDC).

Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen mit und ohne CDC.

Die mittlere Prä-Schock-Pause (15,0 vs. 3,5s; ? 11,5), post-Schock-Pause (4,0 vs. 3,0; ? 1,0) und Peri-Schock-Pause (21,0 vs. 9,0; ? 12,0) waren alle kürzer mit CDC als ohne.

Thoraxkompressionen stellten einen größeren Anteil mit CDC als ohne (0,77 vs. 0,70;  0,07).

Bezüglich der Kompressionsrate oder der Tiefe der Kompression fanden die Forscher keine signifikanten Unterschiede. Auch hinsichtlich der klinischen Outcomes der Patienten ergaben sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen mit CDC bzw. ohne CDC (erfolgreiche Reanimation (return of spontaneous circulation) 62,7% vs. 62,9%), p= 0,68; Überleben 25,4% vs. 27,1%; p=0,82), wenngleich die Studie nicht dazu ausgelegt war Unterschiede in klinischen Outcomes zu ermitteln.

Fazit: Die fortlaufende Thoraxkompression während der Ladephase des Defibrillators verkürzt möglicherweise die Schock-Pause und erhöht den Anteil der Kompressionen bei Herzstillstand mit defibrillierbarem Rhythmus im ambulanten Bereich (OHCA, out of hospital cardiac arrest). Jedoch sind weitere, größer angelegte Studien nötig um den Effekt der Dauer der Schock-Pause auf das klinische Outcome der Patienten mit Herzstillstand zu ermitteln.

Anmerkung: Anscheinend gibt es keine Gründe, während der Defi-Ladephase die Herzdruckmassage zu unterbrechen, wenn die Rettungskräfte ausreichend besetzt sind.

1-Cheskes S et al. Compressions during defibrillator charging shortens shock pause duration and improves chest compression fraction during shockable out of hospital cardiac arrest. Resuscitation 2014 May 12

 

 

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