Frei#  Ungefähr 10 – 25 % aller Frauen sind im postmenopausalen Alter von der sogenannten primären Osteoporose betroffen. Grund dafür ist oft der Wegfall der Östrogenproduktion durch die hormonelle Umstellung. Durch die damit verbundene Abnahme der Knochenmasse steigt das Frakturrisiko, beispielsweise in den Wirbelkörpern, an. Dies bedeutet für den Patienten einen Verlust an Lebensqualität und eine aufwendige Behandlung, sowie für die Gemeinschaft hohe Behandlungskosten.

Zur Prävention und Therapie der Osteoporose wird zunächst im Sinne einer Basistherapie die Knochenproduktion durch Kalzium und Vitamin D gesteigert (2). Zur besseren Einschätzung der richtigen Dosierung führten amerikanische Forscher eine prospektive Studie (1) durch. Sie untersuchten die Inzidenz von Hyperkalzurie und Hyperkalzämie mit verschiedenen Dosen an Vitamin D und einer Kalziumeinnahme von ungefähr 1200 mg/Tag.

In der Studie nahmen 163 weise Frauen zwischen 57 und 90 Jahren randomisiert und placebokontrolliert Vitamin D (400-4800 I.E./Tag) über ein Jahr lang ein. Um in allen Gruppen eine Gesamtaufnahme an Kalzium von ungefähr 1200 mg/Tag zu erreichen, wurde im Rahmen dieser Diät zusätzlich Kalziumcitrat (200 mg) in Tablettenform mit verabreicht. Alle Frauen hatten zum Studienbeginn eine Vitamin-D-Insuffizienz, mit einem Wert an 25-Hydroxyvitamin-D, der geringer als 20 ng/ml (50 nmol/l) im Serum war.

Während der Ergänzungskost wurde alle drei Monate der Kalziumwert im Serum und im 24-Stunden-Urin gesammelt. Jedes Ergebnis über dem oberen Referenzwert zeigte ein Auftreten einer Hyperkalzämie oder Hyperkalzurie an.

In der Analyse wurden Modelle mit gemischten Effekten und multivariater logistischer Regressionen eingesetzt. 

Hyperkalzämie(>10,2 mg/dl, 2,55 mmol/l) kam bei 8,8 % der weisen Frauen vor.

Hyperkalzurie (>300 mg/d, 7,5 mmol) tauchte bei 30,6 % der weisen Frauen auf.

Episoden einer Hyperkalzurie waren in der Hälfte der Gruppe vorübergehend und in der anderen Hälfte wiederkehrend. Die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen Hyperkalzämie oder Hyperkalzurie und Vitamin D-Dosis. In der Placebo-Gruppe war die Hyperkalzurie gleich häufig.

FAZIT: Hyperkalzurie und Hyperkalzämie treten relativ häufig mit Vitamin D und Kalzium-Supplementen auf. Ob eine Hyperkalzurie und Hyperkalzämie durch Kalzium, Vitamin D oder beidem verursacht wird, ist unklar. Diese Forschungsergebnisse können in Zusammenhang mit der erhöhten Rate an Nierensteine in der Studie zur Frauengesundheit (Women's Health Initiative Studie) stehen. Weil 1200 mg Kalzium und 800 I.E./Tag Vitamin D weitläufig für postmenopausale Frauen empfohlen wird, soll eine systematische Evaluation der Sicherheit von Supplementen im klinischen Alltag und in weiteren Studien durchgeführt werden.

Anmerkung: Es gab keinen Zusammenhang zwischen Hyperkalzämie oder Hyperkalzurie und Vitamin D-Dosis. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 1200mg Kalzium täglich möglicherweise viel zu hoch dosiert ist.

1- Gallagher, John Christopher et al: Incidence of hypercalciuria and hypercalcemia during vitamin D and calcium supplementation in older women. Menopause: Post Editor Corrections: June 16, 2014 doi: 10.1097/GME.0000000000000270

 

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