Bekanntlich ist Osteonekrose des Kiefers eine gefährliche Nebenwirkung der Bisphosphonattherapie. Bisher wurde diese Komplikation eher mit intravenöser Bisphosphonattherapie in Verbindung gebracht. Eine aktuelle Studie (1) aus Taiwan hat das Risiko einer bisphosphonatassoziierten Osteonekrose des Kiefers bei Patienten berechnet, die wegen Osteoporose das Biphosphonat Alendronat per os erhielten.

Die Autoren identizierten über elektronische-Patientenakten insgesamt über 7000 Patienten, die zwischen 2000 und 2012 in Taiwan mit dem Biphosphonat Alendronat (Fosamax) per os oder dem selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen (Evista®) wegen Osteoporose behandelt wurden.

Das Inzidenz der Kiefer-Osteonekrose unter Alendronat p.o. begann nach einem Jahr nach Therapie-Einleitung und stieg kontinuierlich mit der Dauer der Therapie (von 0.23% nach 2 Jahren auf 0.92 nach 10 Jahren) an.

Die Gesamt-Häufigkeit der Kiefer-Osteonekrose unter Alendronat p.o. betrug über einen Zeitraum von 12 Jahren 0.55% (also praktisch etwa ein Fall pro 200 Langzeit-Anwender).

Auch nach Anpassung der multiplen Variablen war die orale Alendronat-Therapie verglichen mit der Raloxifen-Therapie ein unabhängiger Risikofaktor für Kiefer-Osteonekrosen (HR 7.42).

Weitere Faktoren, die das Vorkommen der Kiefer-Osteonekrosen unter oralem Alendronat verstärken können, waren: Höheres Alter, Therapie-Dauer, Begleitkrankheiten Diabetes und Rheumatoide Arthritis (Medknowledge-Anmerkung: Eines der wichtigen Risikofaktoren für die Bildung der Kiefer-Osteonekrosen sind Entzündungen im Kieferkochen, die zahnärztliche/kiefer-chirurgische Eingriffe notwendig machen.)

Fazit: Auch die orale Biphosphonate zur Osteoporose-Therapie können anscheinend -zwar eher selten- Osteonekrose des Kiefers auslösen.

1-Chiu et al. The risk of osteonecrosis of the jaws in Taiwanese osteoporotic patients treated with oral alendronate or raloxifene. J Clin Endocrinol Metab. 2014 Aug;99(8):2729-35

 

 

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