Frei#  Die Gabe von Aspirin vor und nach nichtkardialen Operationen wird unterschiedlich gehandhabt. Das gilt sowohl für Patienten, die bereits Aspirin einnehmen als auch für die, die noch kein Aspirin regelmäßig einnehmen. Es wurden in einer randomisierten Studie 10 010 Patienten eingeschlossen. Die Patienten erhielten eine nichtkardiale Operation und wiesen Risikofaktoren für vaskuläre Komplikationen auf. Die Patienten erhielten entweder Aspirin oder einen Placebo oder Clonidin oder einen Placebo. Diese vorliegende erste Studie (1) beschreibt die Ergebnisse des Aspirin-Teils. Über die zweite Studie (2) mit Clonidin berichten wir am Ende in Kurzform.

Die Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Patienten, die kein Aspirin regelmäßig einnahmen kamen die Neubeginn-Gruppe (5628 Patienten). Die Patienten, die bereits Aspirin einnahmen wurden der Weiterbehandlungsgruppe zugeordnet (4382 Patienten). Die Patienten in der Neubeginn-Gruppe fingen die Einnahme von Aspirin (mit einer Dosis von 200mg) oder dem Placebo direkt vor der Operation an und nahmen es täglich weiterhin für 30 Tage (mit einer Dosis von 100mg) oder für 7 Tage in der Weiterbehandlungsgruppe. Danach nahmen die Patienten, wenn sie vorher bereits Aspirin erhalten hatten, das Aspirin wie gewohnt ein. Das primäre Endziel war ein kombinierter Endpunkt aus Tod oder nichtfatalem Herzinfarkt nach 30 Tagen.

Der primäre Endpunkt wurde bei 351 von 4998 Patienten (7,0%) in der Aspiringruppe und bei 355 von 5012 Patienten (7,1%) in der Placebogruppe dokumentiert (Hazard Ratio in der Aspirin-Gruppe 0,99; p=0,92). In der Aspirin-Gruppe waren schwere Blutungen häufiger als in der Placebo-Gruppe (230 Patienten [4,6%] versus 188 Patienten [3,8%]; HR 1,23). Die primären und sekundären Endpunktergebnisse waren in beiden Aspirin-Gruppen ähnlich.

FAZIT: Die Gabe von Aspirin vor der Operation und innerhalb des frühen postoperativen Zeitraums verringert die Zahl der Todesfälle oder der nichtfatalen Herzinfarkten nicht. Allerdings führte die Aspirin-Einnahme zu einem erhöhten Risiko für schwere Blutungen. Diese Ergebnisse waren unabhängig davon, ob ASS vor der Operation bereits fest verschrieben war.

Die Ergebnisse der zweiten Studie (2) mit der perioperativen Clonidin-GAbe bei nicht-kardialen Operationen war ähnlich wie bei ASS: Keine Besserung der Prognose unter Clonidin, stattdessen häufiger Komplikationen wie Hypotonie und Bradykardie.

Die perioperative Gabe von Aspirin und Clonidien reduziert also nicht kardiovaskuläre Komplikationen von Operationen (Herzinfarkte, Todesfälle), aber führt zu schweren Blutungen bzw. Kreislauf-Komplikationen. finanziert durch: Canadian Institutes of Health Research and others; POISE-2 ClinicalTrials.gov Nummer NCT01082874.)

1-Devereaux PJ et al for the POISE-2 Investigators.Aspirin in patients undergoing noncardiac surgery. N Engl J Med 2014 Mar 31

2-Devereaux PJ et al for the POISE-2 Investigators.Clonidine in patients undergoing noncardiac surgery. N Engl J Med 2014 Mar 31

 

 

 

 

 

 

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