Frei#  Therapie-Zeitpunkt der zufällig entdeckten Hirnaneurysmen wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert. Mögliche Behandlungen sind neurochirurgische Operation oder minimalinvasive Katheter-Eingriffe. Die AWMF-Leitlinie von 2012 stellt fest: „Für asymptomatische („kleine") intrakranielle Aneurysmen der vorderen Zirkulation < 7 mm Maximaldurchmesser ohne stattgehabte Subarachnoidalblutung aus einem anderen Aneurysma kann keine generelle Behandlungsempfehlung gegeben werden…".

Aktuell hat eine finnische Studie den lebenslange Verlauf der unrupturierten intrakraniellen Aneurysmen (UIAs) untersucht, und anhand von Risikofaktoren die Hochrisiko- und Niedrig-Risiko-Patienten für ein Ruptur mit einer Subarachnoidalblutung definiert.

Insgesamt 118 Patienten mit UIAs, die zwischen 1956 und 1978 in einer Klinik in Helsinki diagnostiziert wurden, wurden bis zum Tod oder zur Subarachnoidalblutung (SAB) beobachtet.

Das mttlere Alter betrug bei Diagnosestellung 44 Jahre (22 bis 60). Der mittlere Durchmesser der Aneurysmen lag bei 44mm (2 bis 25 mm). Folgende Risikofaktoren wurden analysiert: Geschlecht, Alter, Raucherstatus, systolische Blutdruckwerte, Hypertonie, Aneurysma-Durchmesser, und Zahl der Aneurysmen.

34 (29%) der Patienten hatten in den Folgejahren eine Subarachnoidalblutung (SAB) entwickelt. Die Patienten waren zum Zeitpunkt des Rupturs im Durchschnitt 51 Jahre alt. Die jährliche Rupturrate betrug pro Patient bei 1.6. Weibliches Geschlecht, aktiver Raucherstatus, und eine Aneurysma-Durchmesser ?7 mm waren signifikante Risikofaktoren für eine Subarachnoidalblutung. In Abhängigkeit von Risikofaktoren-Konstellation variierte das lebenslange SAB-Risiko zwischen 0% und 100%, und die jährliche Rupturrate zwischen 0% und 6.5%. Von den 96 Patienten mit kleinen Aneurysmen (< 7 mm) erlitten 24 (25%) während der Beobachtungszeit eine Subarachnoidalblutung

Fazit: Bei fast 30% aller Menschen mit unrupturierten intrakraniellen Aneurysmen (UIAs) kam es zu einem Ruptur mit einer Subarachnoidalblutung während einer lebenslangen follow-up. Das Risiko variierte sehr stark von der Konstellation der vorhandenen Risikofaktoren. Da selbst kleine Hirnaneurysmen (< 7 mm) rupturieren können, sollten die Therapie-Entscheidungen anhand des Risikofaktoren-Status der einzelnen Patienten getroffen werden.

Anmerkung: Selbst jeder vierter Patienten mit einem kleinen Hirnaneurysma erlitt im Verlauf eine Hirnblutung. Das Blutungsrisiko der kleinen Hirnaneurysmen scheint größer als bisher gedacht zu sein.

1-- Juvela et al: Lifelong Rupture Risk of Intracranial Aneurysms Depends on Risk Factors. A Prospective Finnish Cohort Study. STROKEAHA.114.005318 Published online before print May 22, 2014, doi: 10.1161/?STROKEAHA.114.005318

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