Frei#  Verbindung zwischen palliativer Chemotherapie und Pflege am Ende des Lebens von erwachsenen Krebspatienten und der Sterbeort: eine prospektive Kohortenstudie (1).

Es sollte untersucht werden, ob das Verabreichen einer Chemotherapie unter terminal schwerkranken Krebspatienten einige Monate vor dem Tod mit einer nachfolgenden Intensivbehandlung der Patienten und dem Sterbeort assoziiert ist.

Es wurde eine sekundäre Analyse einer prospektiven Studie an vielen Institutionen an Patienten mit fortgeschrittenem Krebs durchgeführt.

Es nahmen acht ambulante onkologische Kliniken in den USA teil. Die Teilnehmer der Studie waren 386 Patienten mit metastasiertem Krebs, der mindestens auf ein Chemotherapie-Regime nicht angesprochen hatte. Die Patienten wurden zu Studienbeginn als terminal krank beschrieben und starben in der Folgezeit.

Die primären Endergebnisse waren die intensivmedizinische Pflege (kardiopulmonale Wiederbelebung, mechanische Beatmung oder beides) in der letzte Lebenswoche und der Sterbeort der Patienten (zum Beispiel Intensivstation). Die sekundären Endergebnisse waren das Überleben, die späten Krankenhauseinweisungen ( 1 Woche vor dem Tod) und Sterben an dem gewünschten Sterbeort.

216 (56%) von 386 terminal kranken Patienten erhielten zu Studienbeginn eine palliative Chemotherapie, im Mittel 4,0 Monate vor dem Tod. Nach der Propensity-Score-gewichteten Anpassung war der Gebrauch einer Chemotherapie zu Studienbeginn mit einer höheren Rate an kardiopulmonaler Reanimation, mechanischer Beatmung oder beides in der letzten Lebenswoche assoziiert (14% versus 2%; angepasste Risikodifferenz 10,5%). Die Chemotherapie war auch mit einer erhöhten Rate an späten Krankenhauseinweisungen assoziiert (54% versus 37%), aber die Gabe einer Chemotherapie verlängerte das Leben nicht (Hazard Ratio 1,1). Die Patienten, die eine palliative Chemotherapie erhalten haben, starben eher auf einer intensivmedizinischen Station (11% versus 2%, angepasste Risikodifferenz 6,1%) und starben seltener zu Hause (47% versus 66%, angepasste Risikodifferenz -10,8%), verglichen mit denen, die keine Chemotherapie erhalten haben. Die Patienten, die eine palliative Chemotherapie erhalten haben, konnten seltener an den gewünschten Sterbeorten versterben, verglichen mit denen, die keine Chemotherapie erhalten haben (65% versus 80%, angepasste Risikodifferenz -9,4%).

FAZIT: Terminal kranke Patienten, die in den letzten Lebensmonaten eine palliative Chemotherapie erhalten haben, mussten häufiger kardiopulmonal wiederbelebt und/oder mechanisch beatmet werden. Diese Patienten verstarben eher auf intensivmedizinischen Stationen.

Die zukünftige Forschung sollte die Mechanismen bestimmen, mit denen die palliative Chemotherapie das Lebensende und das Erreichen von Patientenzielen beeinflusst.

Anmerkung: Einfacher gesagt, obwohl die terminal-krebskranke Patienten, die eine palliative Chemotherapie erhielten, häufiger intensivmedizinische Massnahmen erfuhren, lebten sie nicht länger, und hatten vermutlich weniger Lebensqualität in ihren letzten Wochen bis Monaten.

1-Wright AA et al. Associations between palliative chemotherapy and adult cancer patients' end of life care and place of death: Prospective cohort study. BMJ 2014 Mar 4; 348:g1219

 

 

 

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