Das primäre Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung die sich charakteristischerweise durch eine Trockenheit von Mundschleimhaut und Augen, Schmerzen und Abgeschlagenheit äußert. Hydroxycloroquin ist dabei die am meisten verschriebene immunsuppressive Medikation bei dieser Erkrankung. Jedoch gibt es kaum Daten zur Effektivität der Behandlung.

Forscher versuchten deshalb in einer aktuellen Studie (1) Informationen über die Effektivität der Therapie mit Hydroxychloroquin zu sammeln.

Dazu erhoben sie Daten an 15 Universitätskliniken in Frankreich von 120 Patienten mit primärem Sjögren-Syndrom (diagnostiziert anhand der Kriterien der American-European Consensus Group), im Zeitraum vom April 2008 bis Mai 2011. Es wurde eine randomisierte doppelt-blinde, Placebo-kontrollierte Parallelgruppenstudie durchgeführt. Die Patienten wurden viermalig Untersucht: zu Beginn, nach 12 Wochen, nach 24 Wochen (primärer Endpunkt) und nach 48 Wochen. Der letzte Follow-up Termin war der 15. Mai 2012.

Die Patienten wurden 1:1 randomisiert und erhielten entweder 400mg/d Hydroxychloroquin oder Placebo bis zur 24. Woche. Alle Patienten erhielten ab diesem Zeitpunkt bis zur 48. Woche Hydroxychloroquin.

Als primärer Endpunkt (nach 24 Wochen) wurde eine 30 prozentige Verbesserung auf 2 der 3 Analogskalen (0: am besten bis 10: am schlechtesten) hinsichtlich Augen- und Mundtrockenheit, Schmerz und Abgeschlagenheit bestimmt.

Nach 24 Wochen erreichten diesen Endpunkt 17,9% (10/56) in der Hydroxychloroquingruppe und 17,2% (11/64) in der Placebogruppe (odds ratio 1,01; p=0,98).

Zwischen Woche 0 und 24 änderte sich der mittlere Wert auf der Analogskala für Augen- und Mundtrockenheit von 6,38 (SD: 2,14) auf 5,85 (2,57) in der Placebogruppe und von 6,53 (1,97) auf 6,22 (1,87) in der Hydroxychloroquingruppe.

Die Werte für Schmerzen änderten sich von 4,92 (2,94) auf 5,08 (2,48) in der Placebogruppe und 5,09 (3,06) auf 4,59 (2,90) in der Hydroxychloroquingruppe.

Hinsichtlich der Abgeschlagenheit änderten sich die Werte auf der Analogskala von 62,6 (2,27) auf 5,72 (2,38) in der Placebogruppe und von 6,00 (2,52) auf 5,94 (2,40) in der Hydroxychloroquingruppe.

Bis auf einen Patienten hatten alle Teilnehmer messbare Medikamentenspiegel im Blut in der Hydroxychloroquingruppe. Die Behandlung mit Hydroxychloroquin hatte keinen Effekt bei Patienten mit anti-SSA Autoantikörpern, hohen IgG Spiegeln oder systemischer Erkrankung.

Während der ersten 24 Wochen traten zwei Fälle mit schweren unerwünschten Arzneimittelwirkungen in der Hydroxychloroquingruppe, und 3 Fälle in der Placebogruppe auf; in den darauffolgenden 24 Wochen 3 bzw. 4 Fälle.

Fazit: Bei Patienten mit primärem Sjögren-Syndrom ist der Einsatz von Hydroxychloroquin im Vergleich zu Placebo nicht mit einer Verbesserung der Symptomatik innerhalb von 24 Wochen Behandlungsdauer verbunden. Um eine Langzeitwirkung evaluieren zu können, bedarf es weiterer Studien.

Anmerkung: Also, sagen wir es direkter. Zur Besserung der Symptome Schleimhaut-Trockenheit, Schmerzen und Abgeschlagenheit war Hydroxychloroquin nicht wirksamer als Placebo.

1-Gottenberg JE et al. Effects of hydroxychloroquine on symptomatic improvement in primary Sjögren syndrome: The JOQUER randomized clinical trial. JAMA.  2014 Jul 16;312(3):249-58. doi: 10.1001/jama.2014.7682. 

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